Er will seine Mutter schützen – und bekommt einen Schlag des Stiefvaters ab

dzAmtsgericht Kamen

Im Streit stellte sich ein Bergkamener schützend vor seine Mutter, erhielt daraufhin einen Schlag von seinem Stiefvater und wurde schwer verletzt. Der Zwischenfall hatte nun ein juristisches Nachspiel vor dem Kamener Amtsgericht.

von Sylvia Mönnig

Bergkamen, Kamen

, 06.11.2019, 13:08 Uhr / Lesedauer: 1 min

Einmal mehr herrschte Anfang des Jahres zwischen seiner Mutter und dem Stiefvater Krisenstimmung. Das einstige Paar stritt sich heftig und der 23-Jährige schritt ein. Das machte den ohnehin wütenden Mann offenbar noch zorniger. Er schlug zu, traf das Ohr des Stiefsohnes und der erlitt eine Trommelfellperforation, die ihm lange Schmerzen und Unannehmlichkeiten bereitete.

Körperverletzung wurde dem 45-jährigen Stiefvater nun zur Last gelegt und er dachte gar nicht daran, den Vorwurf in Abrede zu stellen. Sein Verteidiger betonte zunächst, dass der Angeklagte mit den massiven Verletzungsfolgen natürlich nicht gerechnet habe und dass es ihm leid tue. Das bestätigte der und fügte hinzu, dass er bereits im Vorfeld des Prozesses mehrfach sein Bedauern geäußert habe. „Mehr als entschuldigen kann ich mich nicht“, betonte er.

Sohn widerspricht sich, eine Geldstrafe gibt es dennoch

Das offene Geständnis wirkte sich schließlich besonders strafmildernd aus. Und das aus gutem Grund. Der Geschädigte datierte den Tatzeitpunkt bei Erstattung der Anzeige auf März oder April. Das Attest des Arztes wurde allerdings bereits im Januar verfasst.

Dieser Widerspruch hätte den Angeklagten entlasten können, wenn er den Schlag hätte bestreiten wollen. Für ihn endete der Fall mit 600 Euro Geldstrafe und deutlichen Worten des Richters: „Ich gehe davon aus, dass wir uns wegen so etwas nicht wieder sehen.“

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