Als der Lehrer ihn ansprach, griff der Angeklagte zum japanischen Würgeholz

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Im Frühjahr 2018 wurde ein Lehrer der Willy-Brandt-Gesamtschule auf dem Schulhof vom Vater einer Schülerin verletzt. Zu Prozessbeginn stellt sich der Angeklagte aber als Unschuldslamm dar.

Bergkamen

, 13.05.2020, 15:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Den 12. April 2018 wird ein Lehrer der Willy-Brandt-Gesamtschule wohl nicht so bald vergessen. Laut Anklage wurde der Pädagoge auf dem Schulgelände vom Vater einer Schülerin angegriffen und mit einem japanischen Würgeholz verletzt. Mehrere große Blutergüsse trug der Lehrer von der Auseinandersetzung davon. Seit Mittwoch beschäftigt der Fall nun das Dortmunder Landgericht.

Bedrohung und Körperverletzung

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 36-jährigen Angeklagten Bedrohung und gefährliche Körperverletzung vor. Normalerweise würden diese Anklagepunkte einen Prozess am Amtsgericht nach sich ziehen. Im Fall des 36-Jährigen kommt aber wegen einiger psychischer Auffälligkeiten auch eine Unterbringung in der Psychiatrie in Betracht. Und diese kann nur das Landgericht anordnen.

Geht es nach dem Angeklagten selbst, gehört jedoch nicht er, sondern der Lehrer vor Gericht. Zu Prozessbeginn wies der Vater von zehn Kindern den Vorwurf, den Lehrer quasi aus dem Nichts angegriffen zu haben, zurück. „Ich habe mich nur gewehrt“, sagte er. Tatsächlich sei nämlich der Pädagoge der Aggressor gewesen.

So sieht ein Würgeholz aus, mit dem der Angeklagte des Lehrer angegriffen haben soll. Es handelt sich um zwei massive Stäbe, die mit einer Kette verbunden sind.

So sieht ein Würgeholz aus, mit dem der Angeklagte des Lehrer angegriffen haben soll. Es handelt sich um zwei massive Stäbe, die mit einer Kette verbunden sind. © picture alliance / dpa

Angeklagter spricht von Notwehr

Die Geschichte des 36-Jährigen geht so: Eine seiner Töchter habe damals die Willy-Brandt-Gesamtschule besucht und zu Hause immer wieder das Bild vermittelt, als herrschten auf der Schule nicht die allerbesten Zustände. Angeblich wollte das Mädchen von mehreren Mitschülern sogar bedroht worden sein. Um diese ausfindig zu machen, habe er am 12. April 2018 das Schulgelände aufgesucht, sagte der Bergkamener den Richtern.

Irgendwann sei jedoch der Lehrer auf ihn zugekommen und habe ihn gefragt, was er da mache. Und dann habe der Lehrer mit seiner Tasche zugeschlagen, um ihn offensichtlich vom Gelände zu vertreiben.

Lehrer kommt als Zeuge

Was wirklich an der Erzählung dran ist, werden die Richter am Ende der Beweisaufnahme entscheiden müssen. Für den nächsten Verhandlungstag ist die Zeugenvernehmung des Lehrers geplant. Und natürlich ist die Auseinandersetzung auch anderen Zeugen nicht verborgen geblieben.

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Während er den Lehrer mit dem Würgeholz verletzte, soll der Angeklagte mehrere Schüler mit dem Tode bedroht haben. Und beim Verlassen des Tatorts soll er mit seinem Auto auf eine Gruppe von Passanten und Schülern zugerast sein.

Bei der Beurteilung der Frage, ob der Mann eine Gefahr für die Allgemeinheit ist, werden sich die Richter Unterstützung von einem Gutachter holen.

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