An Gottesdienste ist in der Barbara-Kirche in Oberaden derzeit nicht zu denken. Ein Baugerüst dominiert den Innenraum. Aber die Renovierungsarbeiten sind auf einem guten Weg.

Oberaden

, 10.10.2019, 15:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Sakristei der katholischen Kirche St. Barbara sieht aus wie eine Möbelkammer. Hier stehen Stühle, Tische und Kerzenhalter durcheinander. Im Kirchenraum ist derzeit kein Platz dafür: Er wird grundlegend renoviert und deshalb derzeit von einem großen Baugerüst dominiert. „Das aufzubauen hat alleine 14 Tage gebraucht“, beschreibt Michael Knippschild, der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes, den Aufwand, den die Gemeinde treibt, um ihre Kirche auf Vordermann zu bringen. Die ist in den Jahren 1954/55 gebaut und zuletzt 1985 renoviert worden.

Allein für den Gerüstbau in der Barbara-Kirche haben die Bauarbeiter 14 Tage benötigt

Die schwarze Bitumenschicht an der Rückseite der Kirche soll verhindern, dass Wasser in das Mauerwerk eindringt. © Borys P. Sarad


Schutz gegen die Feuchtigkeit

Die aktuellen Arbeiten koordiniert der Kamener Architekt Peter Tillmann. Und damit hat er jede Menge zu tun. Denn es geht um deutlich mehr als um einen neuen Anstrich. Auch am Gebäudeäußeren gibt es allerhand zu tun. Davon zeugt ein Bauzaun, der auf der Rückseite der Kirche steht. An der Kirchenwand haben Bauarbeiter eine Baugrube ausgehoben. Eine schwarze Schicht am unteren Teil der Wand zeugt vom Baufortschritt: „Das ist Bitumen“, erläutert Knippschild. Es soll das Wasser stoppen, das vom Römerberg fließt und in das Mauerwerk eindringt.

Allein für den Gerüstbau in der Barbara-Kirche haben die Bauarbeiter 14 Tage benötigt

Die Malermeister Paul (auf der Leiter) und Michael Pogoda streichen die Wände der Werkstagskapelle. © Borys Sarad


Maler in der Alltagskapelle

„Die Alltagskappelle haben wir nie richtig trocken bekommen“, sagt Knippschild. Er hofft, dass dieses Problem nun beseitigt ist. Andernfalls wäre es schade um die Arbeit von Paul Pogoda und seinem Sohn Michael, die beide Malermeister sind. Sie haben die Wände der kleinen Kapelle weiß gestrichen. Das lässt ahnen, wie die gesamte Kirche im renovierten Zustand aussehen wird: „Alles wirkt viel heller“, freut sich Knippschild. Dazu wird auch die neue Beleuchtung beitragen: „Wir stellen komplett auf LED-Leuchten um“, sagt Knippschild. Das soll Energie und damit auch Geld sparen. Außerdem werden die Elektriker eine neue Lautsprecheranlage installieren.

Allein für den Gerüstbau in der Barbara-Kirche haben die Bauarbeiter 14 Tage benötigt

Wenn das Gerüst erst abgebaut ist, wird das frische Weiß der Kirchenmauern seine volle Wirkung entfalten. © Borys Sarad


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Plastikplanen über dem Altar

Bis die bei Gottesdiensten ihre Wirkung entfalten kann, dauert es aber noch. Spätestens am ersten Advent soll wieder eine Messe in St. Barbara gefeiert werden. Vorerst wirkt der große Kirchenraum dank des Gerüstes und der Abdeckung auf dem Fußboden und der Plastikplanen über dem Altar noch ein wenig surreal. Die Kirchenbänke, die auf einander gestapelt im Kirchenschiff stehen und ebenfalls abgedeckt sind, verstärken diese Wirkung noch. Aber die Kirchenrenovierer schreiten mit ihrer Arbeit voran: „Das Gerüst kann schon bald wieder abgebaut werden“, gibt sich Knippschild optimistisch. Dann wird auch wieder der Blick auf die Holzdecke frei, die bereits frisch lasiert ist und entsprechend glänzt.

Allein für den Gerüstbau in der Barbara-Kirche haben die Bauarbeiter 14 Tage benötigt

Der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes Michael Knippschild unter dem Kirchendach: Die Holzdecke ist bereits lasiert. © Borys Sarad


Auch die Orgel wird gereinigt

Wenn das Gerüst gefallen ist, kommt auch die Orgel zurück auf die Empore. Vor Beginn der Renovierungsarbeiten hat ein Orgelbauer der Firma Fleiter sie komplett demontiert. „Dieses Unternehmen hat die Orgel auch gebaut“, sagt Knippschild. Jetzt liegt das in seine Bestandteile zerlegte Instrument in der Münsteraner Orgelwerkstatt, wo die Fachleute es gründlich reinigen, überholen und reparieren. Das alles hat natürlich seinen Preis. Einen genauen Betrag nennt Knippschild nicht. Er spricht von einer „strammen sechsstelligen Summe“. Einen Teil davon übernimmt das Erzbistum Paderborn. Auch die Gemeinde muss ihren Beitrag leisten. Für solche Zwecke hat sie eine Baurücklage gebildet. Außerdem sammelt sie einmal pro Monat in der Sonntagsmesse, die sie während der Bauzeit in Herz-Jesu in Lünen-Beckinghausen feiert, für die Kirchenrenovierung, berichtet Knippschild: „Dann ist immer besonders viel in der Kollekte.“

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