Alkohol in der Öffentlichkeit und Lärm - ein Fall für den Ordnungsdienst

dzÖffentliche Ordnung

In Bergkamen gibt es immer wieder Stellen, an denen sich Bürger über Lärm, trinkende Jugendliche und Vandalismus beschweren. Der Ordnungsdienst muss meist nicht viel tun, um die Ruhe wieder herzustellen.

Bergkamen

, 17.03.2020, 14:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im vergangenen Jahr hat der Bergkamener Ordnungsdienst unter anderem an drei Stellen in der Stadt Sonderkontrollen abgehalten, weil es Beschwerden gegeben hat. Im Umfeld der Stadtbibliothek am Stadtmarkt hatten sich Bürger über betrunkene Personen beschwert, die in der Öffentlichkeit urinieren. Im Bereich der Stormstraße in Oberaden hatte es Hinweise auf Vandalismus gegeben und auf Jugendliche, die Drogen konsumieren.

Das Jugendamt hatte darauf hingewiesen, dass es in der Umgebung des Pestalozzihauses zu Vandalismus gekommen ist und dass dort Jugendliche Alkohol trinken. Dort bestand sogar der Verdacht auf Drogenhandel.

Auslöser für Beschwerden sind meist Jugendliche

Auslöser für solche Beschwerden sind meist Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren, sagt Heiko Brüggenthies, der Sachgebietsleiter für Ordnungsangelegenheiten bei der Stadt. Diese Gruppe eckt durch ihr Verhalten oft bei den Anwohnern an. „Meist geht es um Geschrei und laute Musik“, sagt Brüggenthies.

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Die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes versuchen, die Jugendlichen anzutreffen und kommen deshalb auch außerhalb der eigentlichen Dienstzeit.

Meist gelingt dem Ordnungsdienst, recht schnell für Ruhe zu sorgen, berichtet der Sachgebietsleiter. „Wir haben festgestellt, dass es oft positiv angenommen wird, wenn wir vernünftig mit den jungen Leuten reden“, sagt er.

Der Ordnungsdienst kontrolliert regelmäßig Spielplätze, weil sich dort oft unrechtmäßig Jugendliche treffen. Manchmal kommen die Ordnungshüter auch aufgrund von Bürgerbeschwerden.

Der Ordnungsdienst kontrolliert regelmäßig Spielplätze, weil sich dort oft unrechtmäßig Jugendliche treffen. Manchmal kommen die Ordnungshüter auch aufgrund von Bürgerbeschwerden. © Marcel Drawe

„Unsere Arbeit ist oft nur Verdrängungspolitik“

Das liegt vor allem daran, dass die jungen Leute sich nicht mehr an der Stelle treffen, an der sie der Ordnungsdienst kontrolliert. Sie würden sich sehr schnell einen anderen Treffpunkt suchen, sagt Brüggenthies - an dem die gleichen Probleme oft wieder von vorn beginnen. „Oft ist unsere Arbeit nur Verdrängungspolitik“, meint er.

In einigen Fällen gibt der Ordnungsdienst seine Erfahrungen an die städtischen Streetworker weiter. Sie sollen sich dann der Gruppe annehmen und dafür sorgen, dass sie nicht mehr unangenehm auffällt.

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Brüggenthies rechnet damit, dass die Probleme mit Gruppen, die durch ihre Lautstärke und ihr Verhalten auffallen, in den nächsten Monate wieder zunehmen. Vor allem Spielplätze werden in den Sommermonaten zu Treffpunkten, auch wenn sich Jugendliche ab einem bestimmten Alter dort nicht aufhalten dürfen.

Es gibt dort sogar in der Regel Schilder, die zeigen, was erlaubt ist und was nicht. Oft halten sich Jugendliche nicht daran - bis der Ordnungsdienst kommt.

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