Alevitisches Zentrum nimmt Form an: Schwebende Stahlträger für einen säulenlosen Saal

dzAlevitische Gemeinschaft

Tonnenschwere Stahlträger kamen Freitag, in der kommenden Woche folgen Betonböden: Das Alevitische Zentrum wird Stück für Stück aus Fertigteilen zusammengepuzzelt.

Weddinghofen

, 28.06.2019 / Lesedauer: 3 min

„Das ist sehr interessant“, sagt der Vorsitzende der Alevitischen Gemeinschaft Ismail Koc und blickt auf die dicken Stahlträger. Am Freitagmorgen hat ein Kran die schweren Träger nach und nach auf die Mauern des noch unfertigen Alevitischen Zentrums gelegt. Der Kran stand auf der Amselstraße, schwenkte über die Buchfinkenstraße und hob die Träger dann aufs Dach. Das habe super funktioniert, so Koc. Die Straße habe nicht einmal gesperrt werden müssen.

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Schwebende Stahlträger für einen großen Saal ohne Säulen

Für die Stahlträger hat der Verein viel Geld in die Hand genommen. Vier der Träger kommen ohne Säulen aus, denn die will der Verein in dem künftigen Saal, der für unterschiedlichste Veranstaltungen genutzt werden soll, nicht haben. Der große Raum, der neben einem kleinen Jugendraum und einer Küche das ganze Erdgeschoss in Beschlag nehmen wird, misst 300 Quadratmeter. Das gesamte Gebäude soll laut dem Dortmunder Architekten Metin Kinay, der das Zentrum geplant hat, eine Nutzfläche von insgesamt 1630 Quadratmetern haben.

Alevitisches Zentrum nimmt Form an: Schwebende Stahlträger für einen säulenlosen Saal

Mit einem großen Kran wurden die Stahlträger vom Anhänger auf die Mauern des Gebäudes verfrachtet. © privat

Auf die Träger soll im nächsten Schritt eine Betondecke gelegt werden – das zweite Stockwerk des werdenden Gebäudes. „Ich schätze, ein Träger wiegt sieben oder acht Tonnen – wenn nicht sogar mehr“, so Koc. Dass die Konstruktion einmal zwei Stockwerke tragen wird, ist kaum vorstellbar. Geplant sind ein Obergeschoss, in dem es Platz für die Verwaltung und unterschiedlich große Schulungs- und Sitzungsräume geben wird und darauf ein Staffelgeschoss. Darin wird die religiöse Einrichtung der Aleviten Platz finden.

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Das Alevitische Zentrum in Bergkamen soll offen sein für alle

Dadurch, dass mit Fertigteilen gebaut wird, schreitet das Projekt schnell voran. Ende August soll laut Koc der Rohbau komplett fertig sein. Welche Firmen sich dann um Elektrik, Gas, Wasser etc. kümmern werden, steht noch nicht fest. Der Verein habe bereits Angebote eingeholt und wird darüber beraten. Das Zentrum an sich soll im Frühjahr 2020 fertig sein. Dann soll sich dort nicht nur der alevitische Verein treffen. Das Zentrum solle ein offenes Haus für alle sein und auch Vereinen in Weddinghofen als Ort für Versammlungen, Schulungen oder Sitzungen dienen. Die Einladung der Aleviten, ihr neues Zentrum, zu nutzen, sollte bei den Weddinghofenern sehr gut ankommen. Dort gibt es kaum noch Versammlungsmöglichkeiten. Bis es fertig ist, können sie gemeinsam mit dem Verein beobachten, wie das Haus Teil für Teil zusammengesetzt wird.

Alevitisches Zentrum nimmt Form an: Schwebende Stahlträger für einen säulenlosen Saal

So soll das Alevitische Zentrum später aussehen. Oben rechts ist die Fassade zur Buchfinkenstraße hin zu sehen. Unten links ist die Ansicht zum Parkplatz neben dem Gebäude abgebildet. © Borys Sarad

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