Wie lange das Steinkohle-Kraftwerk Heil noch in Betrieb ist, steht noch nicht fest. Der Aktionskreis Wohnen und Leben schlägt ein Gutachten vor, ob die Fläche für die solarthermische Anlage zur Wärmeversorgung geeignet ist. Die Stadtverwaltung hält wenig davon. © Stefan Milk
Kraftwerk Heil

Aktionskreis will Kraftwerk nach der Stilllegung durch Solar-Heizanlage ersetzen

Der Aktionskreis Wohnen und Leben möchte prüfen lassen, ob auf der Fläche des Kraftwerks Heil eine Solar-Heizanlage für Bergkamen gebaut werden kann. Die Stadtverwaltung hat andere Pläne.

Wenn es nach der Stadtverwaltung geht, dann zieht Bergkamen nicht in Erwägung, auf dem Gelände des Kraftwerks Heil eine solarthermische Anlage zur Wärmeversorgung für Bergkamen zu bauen. Der Aktionskreis Wohnen und Leben hat in Form einer Einwohneranregung den Antrag gestellt, ein städtebauliches Gutachten dazu in Auftrag zu geben.

Mittelfristig soll nicht mehr mit Gas und Öl geheizt werden, argumentiert Karlheinz Röcher, der Vorsitzende des Aktionskreises. Da die Stilllegung des Kraftwerks abzusehen sei, soll die Stadt prüfen, ob sich dort eine Anlage installieren lässt, die die Sonne nutzt, um Bergkamen mit Heizenergie zu versorgen. Das Gutachten soll klären, ob die Kraftwerksfläche groß genug ist und welche Fördermöglichkeiten es gibt.

Stadt macht darauf aufmerksam, dass die Fläche der Steag gehört

Zumindest die Stadtverwaltung hält davon nicht viel. Sie weist darauf hin, dass ein genauer Zeitpunkt für die Stilllegung noch gar nicht feststeht und dass die Fläche der Steag gehört. „Wer nach Aufgabe der heutigen Kraftwerksnutzung über die Fläche verfügen kann, ist ebenfalls ungeklärt“, meint die Stadtverwaltung.

Vor allem aber hofft die Stadtverwaltung auf eine andere Nutzung, wie auch die Beigeordnete Christine Busch deutlich machte, die zurzeit den Baudezernenten Dr. Hans-Joachim Peters vertritt. Die Fläche des Kraftwerks wird im aktuellen Entwurf des Regionalplans Ruhr als „Regionale Kooperationsfläche“ ausgewiesen.

Die Fläche des Kraftwerks ist riesig. Sie soll zu einer interkommunalen Gewerbefläche werden, wenn das Kraftwerk nicht mehr betrieben wird. © Stefan Milk © Stefan Milk

Fläche als großes Gewerbegebiet vorgesehen

Hinter diesem etwas sperrigen Begriff verbirgt sich eine große Gewerbefläche, die den Bedarf auch von umliegenden Kommunen an neuen Gewerbegebieten befriedigen soll. Damit werde eine gewerblich-industrielle Nachnutzung des Standorts vorgegeben, argumentiert die Stadt. Das bedeute aber auch, dass Bergkamen wohl keine weiteren Gewerbeflächen ausweisen dürfe.

Die städtischen Wirtschaftsförderer haben in der Vergangenheit schon mehrfach beklagt, dass Bergkamen praktisch keine Gewerbeflächen mehr zur Verfügung stellen kann.

Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat der Stadt zwar noch etwa zehn Hektar für ein kleineres kommunales Gewerbegebiet zugestanden. Bisher hat sich dafür aber noch keine geeignete Fläche gefunden. Es gab zwar Überlegungen, zwischen Rünthe und Overberge ein neues Gewerbegebiet auszuweisen. Dazu wird es aber wohl nicht kommen, war in den vergangenen Wochen zu hören.

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Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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Michael Dörlemann

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