Auf einem Teil des Baugeländes für das Gesundheitszentrum PueD sind schon Büsche und Bäume gerodet. Der Bau soll in diesem Jahr nach vielen Verzögerungen beginnen. © Stefan Milk
Auf Grimberg 3/4

Ärzte, Kindergarten, Wohnungen: Baubeginn für Gesundheitszentrum „PueD“ in diesem Jahr

Für das Gesundheitszentrum „PueD“ auf der ehemaligen Zeche Grimberg 3/4 soll in diesem Jahr Baubeginn sein. Der neue Investor, der es jetzt endlich bauen will, plant eine wichtige Veränderung.

Die Geschichte des Gesundheitszentrum „PueD“ auf den Gelände der ehemaligen Zeche Grimberg 3/4 zieht sich schon seit einigen Jahren hin, ohne dass jemals ein Stein auf den anderen gesetzt wurde. Mindestens zwei Mal scheiterte der Bau daran, dass es keinen Geldgeber (mehr) gab. Die Suche nach einem Ersatzgelände für den Wald, der nur laut Kataster auf dem Baugrundstück steht, und ein Blindgängerverdacht sorgten dafür, dass es doch nichts wurde mit dem „PueD“, für das die Stadt schon vor einiger Zeit die Baugenehmigung erteilt hat.

Jetzt aber geht Dirk Grünhagen, Geschäftsführer der PueD GmbH mit Sitz in Lünen davon aus, dass der Bau des PueD in diesem Jahr beginnt. Das Kürzel PueD steht übrigens für „Partner unter einem Dach“ und soll mit Absicht so klingen wie „Pütt“ – denn das Konzept sieht vor, Industriebrachen zu nutzen.

Das ist der PueD GmbH auch schon an anderer Stelle gelungen: Es gibt schon seit Jahren das Ur-PueD auf der ehemaligen Zeche Minister Stein in Dortmund-Eving und ausweislich der Homepage weitere Vorhaben auf dem Gelände der ehemaligen Brandt-Zwiebackfabrik in Hagen und auf einem Kasernengelände in Emmerich, an denen das Unternehmen arbeitet.

Ein Indiz dafür, dass es weitergeht mit dem PueD

Grünhagen liefert zumindest ein deutliches Indiz, dass auch das PueD in Bergkamen in diesem Jahr endlich Fahrt aufnehmen könnte. Das Unternehmen will das letzte Hindernis beseitigen lassen, das dem Baubeginn eigentlich noch im Wege steht. Bei einer Voruntersuchung hatte der Kampfmittelbeseitigungsdienst einen Verdachtspunkt für einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Baugelände gefunden.

Bei der Kampfmittelsondierung auf dem Gelände hatte sich ein Verdachtspunkt ergeben, an dem ein Blindgänger liegen könnte. © Marcel Drawe (Archiv) © Marcel Drawe (Archiv)

Dieser Verdacht soll bald ausgeräumt oder – falls er sich bestätigt – die Bombe entschärft werden. Die Aktion ist für den 22. März geplant, sagte Grünhagen. Das Bergkamener Ordnungsamt arbeitet schon an den Vorbereitungen. Dazu gehört auch die Evakuierung der Umgebung , falls sich der Verdacht bestätigt und eine Bombe entschärft werden muss.

Mehr barrierefreie Wohnungen als bisher geplant

In der nächsten Zeit will er auch mit dem Investor bei der Stadt vorsprechen, weil der eine Änderung an der bisherigen Planung beabsichtigt. Auch die aktuellen Pläne sehen vor, dass auf dem Baugelände auch barrierefreie Wohnungen entstehen. Das sollen aber noch deutlich mehr werden als bisher geplant, sagt Grünhagen.

Er geht davon aus, dass die Pläne, mehr Wohnungen zu bauen, gut in die Umgebung passen. Schließlich habe die UKBS auch ein 15.000 Quadratmeter großes Grundstück auf Grimberg 3/4 für den Wohnungsbau gekauft – und die Fakt AG plane auf dem Fakt-Campus auch den Bau von Mikro-Appartements.

Das Bergkamener Gesundheitszentrum „PueD“ existiert immer noch nur als Computeranimation. Der Bauherr hat zwar eine Baugenehmigung. Informationen, wann es zum ersten Spatenstich kommen könnte, sind aber nicht zu bekommen.
Das Bergkamener Gesundheitszentrum „PueD“ existiert immer noch nur als Computeranimation. Der Bauherr hat zwar eine Baugenehmigung. Informationen, wann es zum ersten Spatenstich kommen könnte, sind aber nicht zu bekommen.

Die anderen geplanten Bestandteile des Gesundheitszentrums soll es aber trotzdem geben. Dazu gehören die Arztpraxen, in denen sich die Stadt neue Ärzte erhofft, um den Ärztemangel zu mildern. Es soll auch den Kindergarten in Trägerschaft des Lebenszentrums Königsborn geben, die die Lücke bei der Versorgung mit Kindergartenplätzen schließen soll. Geplant sind weitere Gesundheitseinrichtungen und eine Cafeteria, die auch eine Art Stadtteil-Treffpunkt werden soll.

Grünhagen geht davon aus, dass für die Absichten des neuen Investors keine neue Baugenehmigung notwendig ist. Das würde nach seinen Angaben nicht in den Zeitplan der PueD GmbH und des neuen Investors passen. „Wir haben den Baubeginn des PueD in Bergkamen auf jeden Fall noch für dieses Jahr geplant“, sagte er.

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Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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