In den USA bekommen Kinder unter zwölf Jahren schon das Vakzin von Biontech/Pfizer. Die EMA hat den Impfstoff jetzt auch für Kinder ab fünf Jahren in Europa zugelassen. © picture alliance/dpa/AP
Coronavirus

Ärzte bestellen Impfstoff für Kinder ab fünf Jahren

Der Kinderimpfstoff von Biontech soll nun schon früher geliefert werden. Erste Hausärzte haben sich auch schon Dosen gesichert. Zum Beispiel der Bergkamener Arzt Dr. med. Bayram Öztürk.

„Ich denke, dass das sehr sinnvoll ist. Wir hätten auch eher anfangen können.“ Der Bergkamener Kinderarzt Dr. med. Bayram Öztürk begrüßt, dass bald auch Kinder ab fünf Jahren gegen das Coronavirus geimpft werden können.

Er hat schon Impfstoff bestellt, sobald der da ist, will er Impfungen für Kinder anbieten. Viele Eltern seiner jungen Patienten dürfte das sehr freuen. „Zahlreiche Eltern fragen schon nach“, erzählt Öztürk. Die steigenden Infektionszahlen führten zu Unsicherheiten und Ängsten in den Familien.

Doch es gibt auch Eltern, die zweifeln, ob sie ihre Kinder impfen lassen sollten. „Wenn ich erzähle, dass die Dosis geringer ist als bei den Erwachsenen, beruhigt das die meisten“, sagt Öztürk.

Der Impfstoff komme spätestens am 20. Dezember an, er hofft aber, dass es schneller geht. Das ist gar nicht so unwahrscheinlich, denn der Hersteller Biontech will den Impfstoff schon eine Woche früher liefern als zunächst angekündigt – schon ab dem 13. Dezember.

Jugendliche haben den Impfstoff bislang gut vertragen

Von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) liegt bereits einen Empfehlung für den Kinderimpfstoff vor, die Stiko will bis zum 13. Dezember eine Empfehlung zu dem Thema abgeben. Das kündigte Martin Terhardt, Mitglied der Stiko, jetzt in der Talkshow mit Markus Lanz an. Er verriet aber noch nicht, wie diese Empfehlung genau lauten wird.

Öztürk aus Bergkamen empfiehlt Eltern den Impfstoff und ist überzeugt, dass er gut verträglich sein wird. „Ich habe fast 3000 Menschen geimpft, darunter auch viele Jugendliche. Der Impfstoff wird sehr gut vertragen“, sagt Öztürk, der aktuell ausschließlich Biontech verimpft.

Der Kinderarzt ist überzeugt, dass der Impfstoff auch für junge Kinder gut verträglich sein wird. Mögliche Nebenwirkungen würden ähnlich wie bei Erwachsenen ausfallen, wenn sie denn eintreten. Zum Beispiel in Form von Kopfschmerzen oder Schüttelfrost.

Kreis Unna will gesonderte Impftermine für Kinder anbieten

Nicht nur Arztpraxen bereiten sich auf die Impfungen von Kindern vor, sondern auch der Kreis Unna. Er informiert über die Terminseite für die Corona-Impfungen im Kreis, über die Kinderimpfung. Dort steht noch, dass der Impfstoff voraussichtlich ab dem 20. Dezember zur Verfügung stehen wird.

Der Bergkamener Kinderarzt Dr. Bayram Öztürk hat schon fast 3000 Patienten gegen das Coronavirus geimpft, darunter viele Jugendliche. Der Arzt hat schon Impfstoff für Kinder bestellt. © privat © privat

Ihren Piks sollen die Kleinen dann aber nicht bei den üblichen Impfstellen bekommen, wo auch Erwachsene geimpft werden. „Für die Impfung der Kinder dieser Altersgruppe wird es aufgrund des erhöhten ärztlichen Beratungsbedarfs gesonderte Impftermine geben“, informiert der Kreis. Er bittet um Geduld, dass Kinder erst dann geimpft werden, wenn ein zugelassener Impfstoff vorliegt. Und das ist bei dem aktuellen Impfstoff nicht der Fall.

Kinder bekommen ein Drittel der Dosis

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer für die Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren heißt übrigens „Comirnaty“. Neben Deutschland werden noch andere EU-Mitgliedsstaaten beliefert. Der Impfstoff ist, wie Özturk auch schon erklärt hat, sehr niedrig dosiert.

Der Impfstoff wurde deutlich verdünnt: Während Erwachsene und Jugendliche über zwölf Jahren eine Dosis von 30 Mikrogram gespritzt bekommen, ist es bei Kindern nur ein Drittel. Die zwei Dosen, die es für eine Grundimmunisierung braucht, sollen in einem Abstand von drei Wochen geimpft werden.

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Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott

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