Die meisten Hundebesitzer wissen, dass sie die Hinterlassenschaften ihrer Tiere besser einsammeln. Auch und gerade in der Nähe von Spielplätzen. Aber leider halten sich nicht alle an die Regeln.

Bergkamen

, 07.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich liegt der Spielplatz am Föhrenweg ja durchaus idyllisch. Er ist eingebettet in eine Wohnsiedlung, daneben befindet sich eine schöne Grünfläche, an der ein Spazierweg vorbeiführt. Das ist das Problem. Denn der Weg ist auch bei Hundebesitzern beliebt.

Hunde hinterlassen schon einmal Hundehaufen. Und es gibt Tierfreunde, die die nicht wegräumen. Darüber ärgert sich eine Anwohnerin des Föhrenweges. Ihre Enkel würden ja gerne auf dem Spielplatz spielen und auch auf der benachbarten Wiese: „Aber das geht nicht“, sagt sie. „Sie ist einfach zu verdreckt.“

Spielplätze an beliebten Gassi-Routen sind besonders betroffen

Christian Scharwey aus dem Kinder und Jugendbüro kennt das Problem: „Das ist ein Dauerthema auf den Spielplätzen“. Insbesondere auf solchen, die an beliebten Gassi-Routen wie zum Beispiel der Kuhbachtrasse liegen. Wobei Scharwey ausdrücklich nicht alle Bergkamener Hundebesitzer unter Generalverdacht stellen will. Im Gegenteil.

Christian Scharwey (li) aus dem Kinder- und Jugendbüro ist für die Spielplätze zuständig. Zusammen mit Gärtnermeister Michael Bartusch und dessen Kollegen vom Bauhof kümmert er sich auch um die Sicherheit der Spielgeräte und um die Sauberkeit.

Christian Scharwey (li) aus dem Kinder- und Jugendbüro ist für die Spielplätze zuständig. Zusammen mit Gärtnermeister Michael Bartusch und dessen Kollegen vom Bauhof kümmert er sich auch um die Sicherheit der Spielgeräte und um die Sauberkeit. © Stefan Milk

Dort, wo in der Nähe von Spielplätzen Spender mit kostenlosen Hundekotbeuteln hingen, würde diesen auch eifrig genutzt. Andere Tierfreunde haben selbst Tüten dabei und entsorgen die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge ordnungsgemäß. Auch am Föhrenweg, wo am Spielplatz ein Abfalleimer steht, wie die Anwohnerin berichtet.

Ein paar schwarze Schafe bringen die ganze Herde in Verruf

Aber es gibt eben auch uneinsichtige Tierhalter: „Über die ärgere ich mich“, sagt die Großmutter. Vermutlich teilt sie diesen Ärger mit der großen Mehrheit der vernünftigen Hundebesitzer. Denn ein paar schwarze Schafe reichen, um die ganze Herde in Verruf zu bringen. Und auch wer gerne mit seinem eigenen Hund spazieren geht, findet es eklig, in die Haufen anderer Tiere zu treten.

Nicht nur am Föhrenweg ärgern Spielplatznutzer sich über den Hundedreck.

Nicht nur am Föhrenweg ärgern Spielplatznutzer sich über den Hundedreck. © Stefan Milk

Eine wirkliche Lösung für das Problem kennt auch Scharwey nicht. Theoretisch riskiert ein undisziplinierter Hundebesitzer einen Strafzettel, wenn er den Dreck einfach in der Gegend liegen lässt. Aber dass der städtische Ordnungsdienst mal jemand auf frischer Tat erwischt, hat Seltenheitswert. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes sind auch eher selten auf den Spielplätzen unterwegs.

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In der Saison kontrollieren Mitarbeiter des Bauhofes die Kinderspielorte zwar regelmäßig auf Schäden an den Spielgeräten und auf Dreck. Aber auch sie kommen allerdings so gut wie nie Hunde-Sündern auf die Spur.

Auf beliebten Spazierwegen wie der Kuhbachtrasse liegen nicht nur Müll, sondern auch Hundehaufen – auch in der Nähe von Kinderspielplätzen.

Auf beliebten Spazierwegen wie der Kuhbachtrasse liegen nicht nur Müll, sondern auch Hundehaufen – auch in der Nähe von Kinderspielplätzen. © Stefan Milk

Letztlich bliebe nur der Appell an die Vernunft der Hundehalter, meint Scharwey. Wobei man mit dem wahrscheinlich doch nur die erreicht, die sich ohnehin schon an den Regel halten.

Liste im Internet

43 Spielplätze in Bergkamen

  • Die Stadt Bergkamen unterhält 43 Spielplätze und 27 Bolzplätze.
  • Wer einen Schaden melden möchte oder ein anderes Anliegen hat, kann sich an Christian Scharwey wenden im Kinder- und Jugendbüro im Zimmer 305 des Rathauses, Tel. (02307) 965 381, E-Mail c.scharwey@bergkamen.de .
  • Eine Liste aller Bolz- und Spielplätze findet sich unter www.bergkamen.de/spielplaetze.html

Ehrenamtliche Paten haben ein Auge auf die Spielplätze

Ein wenig Hoffnung setzt Scharwey auch auf die Spielplatzpaten. Das sind Ehrenamtliche, die ein Auge auf die Spielplätze in ihrer Nachbarschaft haben. Und sie melden sich auch im Kinder- und Jugendbüro, wenn das Hundehaufenproblem rund um eine Spielfläche allzu groß wird. Im Idealfall können sie vielleicht auch auf Hundebesitzer einwirken, ohne gleich mit einem zu Strafzettel drohen, hofft Scharwey.

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Wobei es ganz sicher nicht zu den Aufgaben von ehrenamtlichen Spielplatzhütern gehört, sich mit uneinsichtigen Tierbesitzer anzulegen.

Allerdings funktioniert die soziale Kontrolle – auch unter Hundehaltern – durchaus wie Scharwey aus Erfahrung weiß. Wenn die Freispielsaison erst wieder richtig begonnen hat, dann lasse auch das Problem mit den Hundehaufen ein wenig nach: „Dann herrscht auf den Spielplätzen mehr Betrieb“, meint Scharwey. Und dann merken auch die rücksichtslosen Hundehalter, dass sie im Ernstfall unter Beobachtung stehen.

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