Achtung Abzocke: Die Betrüger haben es auf die Nummer der Stromzähler abgesehen

dzWarnung der GSW

Die Mahnschreiben, die einigen GSW-Kunden ins Haus flatterten, sind offenkundig gefälscht. Das lässt sich auch relativ leicht erkennen. Ein Detail der Fälschung bereitet den GSW aber Sorgen.

Bergkamen, Kamen

, 14.11.2019, 16:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer eine Mahnung bekommt, weil er seine „Stromrechnung“ nicht bezahlt hat, der sollte die am besten gleich in den Papierkorb werfen. Das empfehlen jedenfalls die Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) – und haben dazu allen Grund. Bei ihnen haben sich am Donnerstag mehrere Kunden aus Bergkamen und Kamen gemeldet, die ein solches Schreiben mit phantasievoller Schreibweise erhalten haben. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kundencentern konnten jedoch direkt entwarnen und die Kunden beruhigen, dass eine derartige Forderung nicht besteht und es sich um eine Fälschung beziehungsweise reine Abzocke handelt“, berichtet GSW-Pressesprecher Timm Jonas.

Die GSW schließen ein Datenleck aus

Gleichwohl gibt es in den Briefen ein Indiz, das bei den Stadtwerkern die Alarmglocken klingeln lässt: Sie enthalten die korrekte Nummer des Stromzählers, der sich der Anschrift des jeweiligen Adressaten zuordnen lässt. Und mit diesen Daten können die Betrüger den GSW-Vertrag kündigen und den Kunden ohne dessen Wissen bei anderen Anbietern anmelden. Dass die Absender der falschen Inkasso-Schreiben über die GSW an die Zähler-Nummern gekommen sind, etwa durch ein Daten-Leck, sei nicht möglich. „Das schließen wir definitiv aus“, versichert Jonas auf Nachfrage.

Drücker-Kolonnen üben Druck aus

Deshalb vermutet er, dass Drücker-Kolonnen die Nummer herausgefunden haben. Sie setzen die Menschen an der Haustür oder am Telefon unter Druck, versuchen ihnen neue Verträge aufzuschwatzen oder persönliche Daten zu entlocken. Die GSW warnen deshalb ausdrücklich davor, solche Informationen an der Haustür oder am Telefon preiszugeben.

GSW-Mitarbeiter tragen grundsätzlich einen Ausweis mit Foto bei sich, den sie auf Verlangen auch vorzeigen müssen. Für den Umgang mit Betrugsversuchen an der Haustür oder am Telefon haben die GSW eigens ein Merkblatt herausgegeben, dass sich auf ihrer Homepage www.gsw-kamen.de herunterladen lässt.

Obacht vor Unbefugten am Stromzähler

Jonas warnt aber auch noch in anderer Hinsicht zur Obacht: Zuweilen verschafften sich die Betrüger auch unberechtigten Zugang zu Mehrfamilienhäusern und kämen auf diese Weise an die Zählernummern.

Offenkundig sind nicht Bergkamener und Kamener von den falschen Inkasso-Schreiben betroffen: Darin wird ein Konto bei der „solarisBank“ in Berlin genannt. „Dort sind gleichfalls mehrere Hinweise eingegangen und rechtliche Schritte über die Behörden wurden bereits eingeleitet“, teilt Jonas mit.

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