Für die Gestaltung der Halde am Kanal muss die RAG noch gewaltige Erdmassen heranschaffen. Dafür ist so viel Boden notwendig, dass dafür noch mehrere Jahre und tausende Lkw-Transporte erforderlich sind.

Bergkamen

, 18.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Stadt und der Regionalverband Ruhr (RVR) haben große Pläne mit dem Teil der Halde Großes Holz, der zwischen dem Datteln-Hamm-Kanal und der Hamm-Osterfelder Bahn liegt. das ehemalige Kanalband, heute die sogenannte „Haldenlandschaft am Kanal“, soll ein Prunkstück der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 im Ruhrgebiet werden. Es soll Freizeit- und Sporteinrichtungen Platz bieten. Ein Wettbewerb ist geplant, bei dem Landschaftsplanungsbüros Vorschläge für die Gestaltung machen sollen.

Noch ist die Haldenlandschaft am Kanal nicht gestaltet. Zurzeit ruhen die Schüttungen auch, weil die Leitung zur Haldenentwässerung saniert werden musste.

Noch ist die Haldenlandschaft am Kanal nicht gestaltet. Zurzeit ruhen die Schüttungen auch, weil die Leitung zur Haldenentwässerung saniert werden musste. © Stefan Milk

Halde muss vor der IGA noch endgültig gestaltet werden

Bevor solche Pläne umgesetzt werden können muss dieser Bereich der Halde jedoch noch endgültig gestaltet werden. Die RAG, die noch für die Halde zuständig ist, schüttet schon seit einigen Jahren Material auf der Halde an. Damit sollten eigentlich die Vorgaben des bergrechtlich erforderlichen Abschlussbetriebsplans erfüllt werden.

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Schon seit Mai 2017 sind die Schüttungen jedoch unterbrochen, weil Sanierungsarbeiten an der Leitung notwendig waren, über die die Halde entwässert wird. Die Arbeiten sind zwar schon seit Oktober/November des vergangenen Jahres abgeschlossen, die Schüttungen haben aber trotzdem noch nicht wieder begonnen. Der alte Auftrag für die Erdarbeiten sei mittlerweile beendet und müsse neu ausgeschrieben werden, teilt RAG-Sprecher Christof Beike mit.

Lastwagen sollen wieder neuen Boden anliefern, damit die Halde für die IGA endgültig gestaltet werden kann.

Lastwagen sollen wieder neuen Boden anliefern, damit die Halde für die IGA endgültig gestaltet werden kann. © Stefan Milk

„Universell nutzbarer Erdkörper“ soll entstehen

Die RAG und die RAG Montan-Immobilien (RAG MI) haben mittlerweile einen neuen Abschlussbetriebsplan beantragt, der die Pläne der Stadt für die IGA berücksichtigt. Die RAG habe jetzt einen „für diesen Zweck universell nutzbaren Erdkörper“ geplant, teilt Beike mit. Der Haldenbereich bekomme eine Form, die grundlegende Elemente der früheren Planung zwar berücksichtigt, aber trotzdem an die Vorstellungen der Stadt und des RVR angepasst ist.

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Die endgültige Gestaltung der Oberfläche ist zurzeit zwar noch offen. Sie können aber auf dem Erdkörper ohne großen Aufwand aufgesetzt werden, wie die RAG mitteilt.

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Um diesen universell nutzbaren Erdkörper zu schaffen, ist aber noch viel Schüttgut erforderlich. Die RAG muss nach Angaben von Beike noch etwa 600.000 Kubikmeter Material auf den Haldenteil aufbringen, um ihn so zu gestalten, wie es die Planung vorsieht. So viel Boden heranzuschaffen dauert mehrere Jahre und erfordert einen enormen Aufwand.

Am Kanal sieht der Bereich schon idyllisch aus. Auf die Halde sollen aber noch eine ganze Reihe Freizeit- und Sporteinrichtungen kommen.

Am Kanal sieht der Bereich schon idyllisch aus. Auf die Halde sollen aber noch eine ganze Reihe Freizeit- und Sporteinrichtungen kommen. © Stefan Milk

Der größte Teil des Bodens wird mit Lkw abgeliefert

Der größte Teil wird vermutlich mit Lkw angeliefert. Anlieferungen per Schiff über den Kanal sind zwar nicht ausgeschlossen, aber schwierig durchzuführen, erläutert Beike. Sie müssten eigens genehmigt werden, weil die Spundwand und der Schiffsanleger der ehemaligen Zeche Haus Aden schon saniert wurden und sie aus der Bergaufsicht entlassen sind.

Bodentransporte

Für die Gestaltung der Halde rollen etwa 48 Lkw pro Tag

  • Die 600.000 Kubikmeter Schüttmaterial, die noch auf die Halde gebracht werden müssen, entsprechen einem Gesamtgewicht von 1,2 Millionen Tonnen.
  • Dabei handelt es sich nach Angaben der RAG um „Mineralische Reststoffe in weitgehend identischer Beschaffenheit wie die bisherigen Schüttungen“.
  • Der Boden stammt von Baustellen in etwa 30 bis 50 Kilometer Umgebung.
  • Für das Wasserstadt-Gelände ist nach Angaben der RAG noch einmal ähnlich viel Boden notwendig.
  • Auch dafür sind nach Angaben des Unternehmens weitere etwa 48.000 Lkw-Transporte erforderlich.
  • Allein die Transporte auf die Halde entsprechen nach Berechnungen der RAG bis 2025 durchschnittlich etwa 48 Lkw-Anlieferungen am Tag.

Die RAG hat berechnet, dass insgesamt rund 48.000 Lkw-Transporte erforderlich sind, um die gesamten 600.000 Kubikmeter Boden auf die Halde zu bringen. Dabei geht das Bergbauunternehmen davon aus, dass jeder Lastwagen 25 Tonnen Boden transportieren kann.

Neue Rampe für den Lkw-Verkehr

Die Lkw sollen aber nicht wie früher aus Richtung Süden über die Jahnstraße und durch Wohngebiete bringen, sondern über den Westenhellweg und die Jahnstraße, die in diesem Bereich nur spärlich bebaut sind. Dafür schüttet die RAG zurzeit eigens eine Rampe, die von der Jahnstraße unmittelbar südlich der Kanalbrücke aus das Gelände der ehemaligen Zeche Haus Aden führen soll. Auf diesem Weg soll auch er Boden für die Wasserstadt Aden geliefert werden. Die Rampe soll in den nächsten Wochen fertig sein und in Betrieb gehen. Die RAG geht davon aus, dass die Schüttungen auf der Halde im Frühjahr 2025 abgeschlossen sind. Damit soll die Voraussetzung für die ersten Pflanzungen im Rahmen der IGA, geschaffen sein, die zwei Jahre später geplant ist.

Auch Bau der Naturarena dauert noch lange

Der gleiche Zeitraum gilt auch für die Schüttungen, die noch notwendig sind, um die geplante Naturarena auf dem größeren Teil der Halde zu schaffen. Die Stadt plant dort dann unter anderem Kulturveranstaltungen unter freiem Himmel.

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