40,5 Grad: Neuer Hitzerekord in Bergkamen gemessen

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So heiß war es in Bergkamen noch nie. 40,5 Grad wurden nach offiziellen Angaben des Deutschen Wetterdienstes am Donnerstag ganz in der Nähe gemessen.

Bergkamen

, 26.07.2019, 15:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Donnerstag (25. Juli) war in vielen Teilen Deutschlands nicht nur der bisher heißeste Tag des Jahres, sondern sogar der heißeste Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im 19. Jahrhundert. Die Stadt Lingen im Emsland stellte mit 42,6 Grad Celsius den neuen bundesweiten Hitzerekord auf – aber in Bergkamen war es nicht wesentlich kühler.

40,5 Grad meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) für die nächstgelegene offizielle Wetterstation. Die steht nicht in Bergkamen, sondern rund 20 Kilometer entfernt, in Abdinghof bei Waltrop. Die Temperatur in Bergkamen dürfte aber allenfalls um wenige Zehntel abgewichen sein, erklärte Diplom-Meteorologe Guido Halbig, Leiter der DWD-Klimaabteilung in Essen, am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion.

Bisheriger Hitzerekord lag bei 36,7 Grad

Wie andernorts auch, wurde der bisherige Hitzerekord am Donnerstag regelrecht pulverisiert. Er lag bei 36,7 Grad, gemessen am 2. Juli 2015. Dieser Wert mutet vergleichsweise gering an, doch er bezieht sich eben auch auf die offizielle Messstation. Heißt: An anderen Orten, speziell im städtischen Bereich, kann und wird es durchaus wärmer gewesen sein.

Wie Halbig erklärt, folgen die Messungen der Wetterbehörde den Vorgaben der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf. Dazu zählt etwa eine Hindernisfreiheit, weshalb die Stationen in aller Regel eher im ländlichen Bereich zu finden sind. Halbig: „Es darf kein hoher Baum oder ein Gebäude in der Nähe den Wind beeinflussen, weil zu viel Vegetation die Windgeschwindigkeit vermindert und es dadurch zu Überhitzungen kommen kann.“ Die Temperaturen werden in einer Höhe von zwei Metern über dem Boden, der Wind in zehn Metern Höhe über dem Boden gemessen.

Auch ehrenamtliche Beobachter beliefern den DWD

Auch weitere Rahmenbedingungen sind standardisiert: Die elektronischen Bauteile befinden sich in einer vor Strahlung geschützten und ventilierten Box mit Lamellen, damit kein Hitzestau entstehen kann. Außerdem sind die Messgeräte kalibriert und geeicht. Einige hundert dieser „hauptamtlichen“ Messstationen gibt es laut Halbig in Deutschland, hinzu kämen noch spezielle Stationen, die nur den Niederschlag messen. Und auch ehrenamtliche Wetterbeobachter, die Stationen etwa im eigenen Garten betreiben, würden dem DWD ihre Daten zuliefern.

In den nächsten Tagen dürften diese Daten nicht mehr ganz so extreme Ausschläge aufweisen. Für das Wochenende ist ein Temperatursturz angekündigt.

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