29-Jährige Bergkamenerin erfindet Notfall und landet vor Gericht

von Sylvia Mönnig

Bergkamen

, 03.06.2019 / Lesedauer: 2 min

Mit einem Notruf, in dem sie sich als verletztes Opfer einer Gewalttat darstellte, sorgte eine Bergkamenerin (29) dafür, dass die Polizei fieberhaft nach ihr suchte. Sie übertrieb maßlos. Das kommt sie teuer zu stehen.

Gegen 22 Uhr am 4. Oktober erhielt die Polizei den Anruf der Frau. Sie behauptete, ihr Freund habe sie zusammengeschlagen, sie blute stark und halte sich gerade im Bereich der Realschule Oberaden auf. Beamte rückten aus und suchten vergeblich nach der Verletzten. Das Ganze mündete schließlich sogar in einer Handy-Ortung. Erst am nächsten Morgen fanden sie die Bergkamenerin, als sie mit ihrem Freund zum Auto ging. Blutige Wunden gab es nicht. Lediglich an der Lippe der 29-Jährigen befand sich eine kleine Verletzung.

Nun saß sie wegen Missbrauchs von Notrufen im Amtsgericht Kamen auf der Anklagebank. Von dem Tag, so erklärte sie, wisse sie nicht mehr viel. Sie habe Alkohol und Anderes konsumiert. Einen Streit habe sie mit ihrem Freund gehabt und der habe sie auch geschubst. Aber der Notruf sei dann eine Kurzschlussreaktion gewesen.

Die Anklagevertreterin wurde im Plädoyer deutlich. Mit dem Anruf habe sie die Beamten vielleicht davon abgehalten, sich um Jemanden zu kümmern, der tatsächlich Hilfe benötigt hätte. Der Richter formulierte es kurz darauf ebenso treffend: Sie habe völlig übertrieben und so hätte die Polizei gedacht, es wäre wirklich etwas Schlimmes passiert. Mehrere Vorstrafen wirkten sich strafschärfend aus.

Für die Bergkamenerin sprachen indes das Geständnis, der Einfluss von Alkohol und anderen Substanzen zur Tatzeit sowie der Umstand, dass sie nach einer Haftentlassung im Januar eine Therapie antrat. Aus diesem Grund blieb ihr eine weitere Freiheitsstrafe erspart. Der Richter beließ es diesmal bei 1080 Euro Geldstrafe.

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