Coronavirus: 200 Euro Strafe ab sofort, wenn man sich nicht an das Kontaktverbot hält

dzCoronavirus in Bergkamen

Die meisten Bergkamener halten sich an die in der Corona-Krise angeordnete Kontaktsperre. Einige aber setzen sich darüber hinweg. Ab diesem Freitag sollen sie dafür zahlen.

Bergkamen

, 27.03.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer gegen Abend einen Spaziergang durch Bergkamen machte, konnte sehen, dass sich die meisten an die Kontaktsperre halten. Sie ist wegen der Infektionsgefahr mit dem Coronavirus angeordnet. Zu sehen waren nur einzelne Passanten oder allenfalls Paare oder Eltern mit Kindern, die unterwegs waren. Bei einer Begegnung gingen sie sich meist aus dem Weg - immer darauf bedacht zwei Meter Sicherheitsabstand zu halten.

Die meisten sind aber nicht alle. Zu sehen waren auch Jugendliche, die sich am Busbahnhof in einer größeren Gruppe trafen oder Erwachsene, von denen mehrere zusammen vor dem Eingang der Stadtbibliothek standen. Beides ist zurzeit absolut verboten.

Auch der Bereich vor dem Eingang der Stadbibliothek ist ein verbotener Treffpunkt.

Auch der Bereich vor dem Eingang der Stadbibliothek ist ein verbotener Treffpunkt. © Marcel Drawe (Archiv)

Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene treffen sich

Die Beobachtungen decken sich mit den Erfahrungen, die Heiko Brüggenthies gemacht. Er ist Sachgebietsleiter für Ordnungsangelegenheiten bei der Stadt und für die Streifen des städtischen Ordnungsdienstes zuständig.

In den vergangenen Tagen habe er die Streifen aufgestockt, um zu überwachen, ob sich die Bergkamener an die Kontaktsperre halten. Das Ergebnis war deprimierend: Bei den jeweils zweistündigen Streifengängen sind die Ordnungshüter jeweils drei- bis viermal auf Gruppen gestoßen, sie sich nicht an die Kontaktsperre hielten.

Nach Brüggenthies´ Angaben handelte es sich meist um ein und dieselbe Gruppe: Jugendliche und junge Erwachsene, die die Infektionsgefahr mit dem neuartigen Coronavirus offenbar nicht ernst nehmen. Ein häufiger Treffpunkt: die Schulhöfe der Schulen, die sie sonst besuchen. Das betreffe nahezu alle Schulen in der Stadt, sagt der Sachgebietsleiter.

Manche junge Leute denken über Konsequenzen nicht nach

Er geht davon aus, dass bei den jungen Leuten die Ansicht vorherrscht, dass das Virus für sie nicht gefährlich ist. „Dabei übersehen sie aber völlig, dass ihr Verhalten gefährlich ist für andere, die sie anstecken könnten“, ärgert sich Brüggenthies. Dabei geht es vor allem um ältere Menschen wie die Großeltern der Jugendlichen und Menschen mit Vorerkrankungen.

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Bisher habe der Ordnungsdienst meist nur ermahnt, sagt Brüggenthies. Das soll sich ab diesem Freitag ändern: Der Ordnungsdienst geht jetzt zusammen mit der Polizei auf Streife. Die Polizeibeamten sind berechtigt, auch Personalien zu ermitteln. Wer ertappt wird, muss ein Bußgeld von 200 Euro bezahlen.

Der Sachgebietsleiter geht davon aus, dass das Wirkung zeigt - zumal viele das Geld noch nicht einmal haben.

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