1000 Geschenke „einfach nur so“ an Mitbürger verteilt

dzRealschüler als Weihnachtselfen

Wochenlang haben rund 80 Jugendliche der Oberadener Realschule Plätzchen gebacken und gebastelt. Die rund 1000 Präsente verteilten sie „einfach nur so“ an ihre Mitbürger im Stadtgebiet.

Bergkamen

, 11.12.2018, 14:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Und ernteten mehr als einmal ungläubige Blicke, weil sie ihre Geschenke an wildfremde Menschen verteilten. Ohne eine Gegenleistung zu verlangen. „Das war für einige zunächst völlig unverständlich“, sagt eine Schülerin. Immer wieder mussten sie erklären, dass sie nichts annehmen würden, schon gar kein Geld. Ihnen waren die Freude und das Lächeln im Gesicht der Beschenkten genug.

Für ein Lächeln

Ein Lächeln, ein lieber Spruch und ein kleines Päckchen, genau das ist es, was die Zehntklässler der Realschule ihren Mitmenschen schenken möchten. Einfach nur so. „RSO-Weihnachtselfen“, so nennen sie sich. Die Idee zu dieser ungewöhnlichen Aktion entstand vor einem Jahr im Religionsunterricht. Damals starteten die Weihnachtselfen das erste Mal zu ihrer Tour durch die Stadt. Ihr Thema: Nächstenliebe. Und in diesem Zusammenhang hätten die Schüler beschlossen, nicht immer nur zu reden, sondern auch mal etwas zu machen, sagt Religionslehrerin Jana Neumann. Ihnen angeschlossen haben sich in diesem Jahr außerdem noch die Schüler des praktischen Philosophiekurses. So sind es 80 Weihnachtselfen, die – verteilt auf 13 Teilgebiete – am Dienstag fast jeden Bergkamener Stadtteil besuchten und ihre Mitmenschen beschenkten. In kleinen Gruppen und meist zu Fuß. Allein bis Rünthe nutzten sie den Bus.

1000 Geschenke „einfach nur so“ an Mitbürger verteilt

Rund 80 Jugendliche der Oberadener Realschule beteiligten sich an der Weihnachtselfenaktion. © Stefan Milk

Kleine Glücksgefühle

Die Elfen überraschten nicht nur Menschen auf der Straße oder klingelten an Haustüren, sie besuchten auch Kindergärten, Grundschulen und Seniorenwohnheime. Dass es nicht immer ganz einfach ist, auf andere Menschen zuzugehen und sie anzusprechen, haben die Weihnachtselfen schnell gemerkt. Im Unterricht haben sie sich auf den Einsatz vorbereitet. Und währenddessen ausführlich darüber gesprochen, wie man auf andere zugeht, ohne sie zu bedrängen.

Einige Beleidigungen

Doch die anfängliche Zurückhaltung der Schüler wich relativ schnell einem Glücksgefühl – je mehr sie beobachten konnten, wie sehr sich völlig unbekannte Menschen über die weihnachtliche Geste der Jugendlichen freuten. „Wir waren in einem Seniorenheim, und es war einfach ein völlig schönes Gefühl, zu sehen, wie sich die Menschen dort gefreut haben“, erzählt eine Elfe während der Nachbesprechung mit Bürgermeister Roland Schäfer im Ratssaal der Stadt Bergkamen. Einige der Senioren schienen überrascht, „dass es heute noch so nette und freundliche Jugendliche gibt“. Allerdings: Nicht alle, die unterwegs angesprochen wurden, waren freundlich. So mussten sie sich auch Beleidigungen anhören. Aber das waren eher Ausnahmen.

Religionslehrerin und Initiatorin der Weihnachtselfen-Aktion Jana Neumann und ihre Kollegen Rolf Purzner, Arne Grzegorek, Lisa Benecken und Monique Achnitz begleiteten die Schülergruppen. Nicht, ohne ihnen zuvor mit auf den Weg zu geben, auch jene mit dem nötigen Respekt zu behandeln, die für die Weihnachtsaktion kein Verständnis aufbringen.

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