Max Ruth hinter der ausladenden Pralinen- und Schokoladentheke in der Schokoladenfabrik in Bochum-Wattenscheid. © Tom Thelen
Serie „Genießer-Stücke aus der Region“

In dieser Fabrik fließt die Schokolade aus Hähnen

Die traditionsreiche Confiserie Ruth hat im Bochumer Niemandsland eine Schokoladenfabrik mit Showroom und Café hochgezogen. Dort gibt es Schoko-Zapfhähne - und einen „Heiligen Gral“.

Schokolade aus Wattenscheid? Nie gegessen. Doch, vermutlich schon. Man hätte halt nur das Kleingedruckte auf Adventskalendern, süßen Geschenkartikeln, auf Schokohasen und Nikolausen lesen müssen.

Für derlei war die Firma Ruth bekannt, die nach dem Start als Gastronomie in der Wattenscheider Innenstadt schnell zu einer Produktionsstätte wurde. Allerdings lieber quasi „anonym“.

Serie

Genießer-Stücke aus der Region

In unserer Serie „Genießer-Stücke aus der Region“ stellen wir besondere kulinarische Produkte aus Dortmund und der Region vor.

Das soll sich nun ändern, dafür steht Max Ruth, Enkel des Wattenscheider Schokoladenkönigs. Und Visionär. Über zwei Millionen Euro wurden in das neue Werk investiert, das fortan aber nicht nur weiterhin die Adventskalender des FC St. Pauli produzieren will, sondern den Namen des Hauses bekannt machen soll.

Live-Konditor an den Schoko-Zapfhähnen

Zum Neubau gehört eine gläserne Wand, die den Blick in die Firma freigibt, aus einem Café heraus, das Schokolade rundum denkt. Aus drei Hähnen fließt Schokolade. In Braun, Brauner und Weiß. Daraus macht der Live-Konditor die perfekte Tafel Schokolade, drei Sorten, dreißig Zutaten.

Neben der Do-it-yourself-Tafel, die auch smart und schön verpackt daherkommt, gibt es auch die unglaublich aussehenden Pralinen der Diamond-Collection, die zuerst so nur in New York zu haben waren, inzwischen aber auch in einigen Top-Restaurants und Confisserien der Region angekommen sind. Glänzend, glitzernde lackierte Geschmacksbomben.

Bruchschokolade aller Art ist in der Schokoladenfabrik stets im Angebot. © Tom Thelen © Tom Thelen

Für die Puristen lockt die Parade der „Herkunftsschokoladen“, bisher elf Sorten mit jeweils geografischer Spezifizierung. „Dabei ist auch der Heilige Gral“, sagt Max Ruth und deutet auf die „Wild Amazonas“, eine brasilianische Sorte, die, wie der Name schon sagt, nur wild wächst, was einerseits den Preis von 9 Euro für 80 Gramm erklärt, andererseits aber auch ihren fantastischen Geschmack.

Eine Tafel wie ein Kumpel

Ebenfalls aus dem Hause stammt die Kumpel-Schokolade: Eine mächtige 150-Gramm-Tafel schreit nach Abbau und Abbruch. Brocken für Brocken, bis zur Mitte, wo der mächtigste Klotz sitzt. Darauf prangt der Name: „Kumpel“ Und sie will genau das sein.

Namık Çelik und Moritz Gutscher von der Bochumer „Agentur gstltng“ wollten Schokolade machen für den Pott. Bei Max Ruth stießen sie auf offene Ohren.

Es gibt im Café dereinst in nicht-pandemischen Zeiten dann natürlich guten Kaffee, weitere Schokoladenspezialitäten und sogar nicht-süßes Frühstück. Unbedingt probierenswert: das Schokoladen-Dressing zu den eigentlich herzhaften Bagels.

Max Ruth, der sowohl gelernter Konditor als auch studierter Betriebswirt ist, will ebenfalls nach Öffnung ein Eventprogramm anschieben. Besichtigungen, Tastings mit den Kombinationen in Richtung Wein, Bier, Whisky und Tagungen sind vorgesehen.

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