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Das hat Vorbildcharakter: Tippoil will die Behälter, in denen das Unnaer Unternehmen Öl verkauft, wiederverwenden. Das hilft der Umwelt, denn längst nicht jeder Kunststoff ist recyclingfähig.

21.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Für den Verbraucher ist es meist ein unüberlegter Griff ins Regal: Das Duschgel „For Men“ landet im Einkaufswagen. Was dabei oft nicht bedacht wird: Die schwarze Flasche wird für die Umwelt zum Problem, denn ein Recycling ist selbst dann nicht möglich, wenn sie entsprechend geltender Regeln entsorgt wird - sprich: in der Gelben Tonne landet.

Im Supermarkt gibt es viele weitere Kunststoffbehälter, die für ein Recycling nicht in Frage kommen. Das kann zum Beispiel die Waschmittelflasche für dunkle Wäsche sein, die ebenfalls oft schwarz ist. Duschgels oder Shampoos für Herren, edle Kosmetika, aber auch Schalen für Fleisch oder Gemüse werden zunehmend in schwarzen Kunststoffen angeboten.

Sensoren erkennen dunkle Farben nicht

Die Sortierung der verschiedenen Kunststoffe funktioniert laut der Verbraucherzentrale in Sortieranlagen gut - aber eben leider nicht bei schwarzen oder tief dunkelblauen Verpackungen. Diese werden von den Sensoren nicht erkannt und als Sortierrest verbrannt. Wer dies nicht möchte, dem bleibt nur die Wahl, auf anders gefärbte Alternativen auszuweichen, rät das Umweltberatungszentrum Unna.

ANSPRECHPARTNER

UMWELTBERATUNG STEHT FÜR FRAGEN ZUR VERFÜGUNG

  • Weitere Fragen rund um die richtige Abfallentsorgung beantworten die Umweltberaterinnen der Verbraucherzentrale NRW in Unna dienstags und freitags von 9.30 bis 13.30 Uhr sowie donnerstags von 14 bis 18 Uhr im Umweltberatungszentrum am Rathausplatz 21.
  • Informationen gibt es auch unter Tel. (02303) 592505.
  • Im Internet können sich Interessierte unter www.verbraucherzentrale.nrw/umweltberatung.

Tücken an der Obsttheke

Und Tücken gibt es selbst an der Obsttheke: Anders als Flaschen aus PET (Polyethylenterephthalat) können Verpackungen, in denen Obst lagert, nicht wiederverwertet werden. Glänzende, durchsichtige Plastikschalen für Tomaten, Salate oder Weintrauben, Sushi und sogar für Eier gibt es aus dem Kunststoff Tiefzieh-PET. Anders als die PET-Flaschen kann dieses Material wegen enthaltener Zusatzstoffe nicht recycelt werden.

„Bio“-Plastik nicht kompostierbar

Aus sogenanntem „Bio“-Plastik werden Verpackungen, Einweg-Geschirr und Einkaufstüten hergestellt. Als „Bio“-Plastik werden meist Kunststoffe bezeichnet, die sich kompostieren lassen sollen. Anders als der Name suggeriert, brauchen die Tüten und Verpackungen aus diesem Material lange, um sich im Kompost zu zersetzen. Sie werden deshalb in den Kompostwerken vorher als Störstoff aussortiert. Verpackungen oder auch Bioabfallsammeltüten aus „Bio“-Plastik sollten deshalb auf keinen Fall in die Biotonne oder auf den Kompost gegeben werden.

Was viele Verbraucher aus dem Supermarkt kennen, gibt es auch in anderen Bereichen. Das Unternehmen IPT, das aus seiner Zentrale an der Kamener Straße in Unna-Königsborn unter dem Namen Tippoil Schmierstoffe vertreibt, hat eine Lösung gefunden. Tippoil gibt es in Pfandbehältern. Dieses „Rebottle“-System ist bisher weltweit einmalig.

Als Mehrweg-System darf „Rebottle“ nicht bezeichnet werden. „Weil es sich nicht um Lebensmittel handelt“, erklärt Tippoil-Geschäftsführer Sebastian Maier.

Angebot in Unna nutzbar

Tippoil ist aber auch ohne diese Formalie in einer Vorreiterrolle. „Wir sind kein Einzelhändler“, macht Gesellschafter Wolfgang Blecken deutlich. Dennoch können Menschen auch direkt in Unna von dem System profitieren. „Jeder kann während der Öffnungszeiten zu uns kommen, Öl für sein Auto kaufen und später die leere Flasche wieder abgeben“, erklärt Blecken.

So funktioniert es

Kunden helfen beim Umweltschutz

  • Der Kunde kauft ein Tippoil-Produkt und zahlt an der Kasse einen Pfandaufschlag von 25 Cent pro Behälter.
  • Nach dem Gebrauch entfernt der Kunde die Etiketten, die sich leicht abziehen lassen.
  • Der Kunde füllt den Retourschein aus und gibt diesen gemeinsam mit dem Behälter ab. Es wird geprüft, ob die Flasche weiter nutzbar ist. Der Kunde erhält seinen Pfandbetrag zurück.
  • Das Gebinde wird durch eine qualifizierte Reiniguzngsfirma gereinigt.
  • Die Raffinerie befüllt den Behälter erneut, solange dieser noch nutzbar ist. Mit neuen Etiketten kommt er wieder in den Handel.

Bilder von Plastikmüll in den Weltmeeren

Das Beispiel Tippoil zeigt, dass der Umweltschutz und insbesondere die Vermeidung von Plastikmüll an Bedeutung gewinnt. Die Bilder von Plastik in den Weltmeeren machen die Runde und bleiben im Kopf.

Ein weiteres Beispiel, wie Plastikmüll vermieden werden kann, lieferte jüngst der Rewe-Markt Rauch an der Hertingerstraße. Dort können Kunden an der Wurst- und Fleischtheke einkaufen und die Ware in mitgebrachte Dosen füllen lassen.

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