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Weiterbildungskolleg Unna bietet Chance auf Bildung nach Wunsch für jedermann

dz„Abendschule“

Mehr aus ihren Leben machen wollen die Studierenden des Weiterbilgskollegs Unna. Am 11. Februar beginnt ein neues Semester, Anmeldungen sind noch möglich.

von Sebastian Pähler

Unna

, 10.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Oft übersehen, aber eigentlich eine wichtige Einrichtung ist das Weiterbildungskolleg Unna (WBK). „Wir kranken ein bisschen daran, dass unsere Schulform total unbekannt ist“, erläuterte Jochen Viets. Für den stellvertretenden Schulleiter des WBK ist das vor allem deswegen bedauerlich, weil viele Menschen gar nicht wissen, dass sie die Möglichkeit hätten, eine abgebrochene Schullaufbahn zu beenden oder einen höheren als den bereits erreichten Abschluss zu erhalten.

Schule wird kaum wahrgenommen

In Unna hat das WBK zudem die Schwierigkeit, dass es sich mit dem Pestalozzi-Gymnasium und der Katharinenschule die Gebäude teilt. Zwar nutzt es diese gleichberechtigt und hat auch seine eigenen Räume dort, doch in der Öffentlichkeit verknüpft man doch eher die anderen Schulen mit den Bauwerken.

Am Freitag gab es allerdings für die Schüler einen Anlass zum Feiern, denn mit der Zeugnisausgabe haben einige ihre Laufbahn erfolgreich beendet und erhielten ihre Abschlüsse im Rahmen eines Winterfestes.

Schüler ist eigentlich nicht der richtige Begriff. „Wir nennen sie Studierende, weil sie altersmäßig oft schon etwas weiter sind“, erläutert Steffen Röske. Der Lehrer ist am WBK für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Mitte Dreißig ist durchaus nicht ungewöhnlich. Eine Grenze nach oben gibt es tatsächlich nicht. Das Mindestalter ist normalerweise 17, in Ausnahmefällen jünger, doch dann fallen die Meisten noch unter die Schulpflicht und sind damit ein Fall für die Regelschulen. Wie diese ist auch das Weiterbildungskolleg eine städtische Schule und damit für die Studierenden kostenlos.

Alle Schulabschlüsse

Angeboten werden verschiedene Bildungswege, sodass alle Abschlüsse vom Hauptschulabschluss bis hin zum Vollabitur möglich sind. Eine der wenigen Voraussetzung, die der Gesetzgeber vorsieht, ist, dass die Studierenden vorher eine gewisse Zeit gearbeitet haben müssen, je nach angestrebtem Abschluss ein halbes oder zwei Jahre. Allerdings gibt es auch viele Ausnahmen, etwa eine angemeldete Arbeitslosigkeit oder die Pflege eines Angehörigen. Da jeder Fall anders ist, ist eine individuelle Beratung das A und O. Jeden Dienstag und Donnerstag empfängt daher Anja Kersebaum Interessierte im Verwaltungsbüro an der Morgenstraße 47, um sie unverbindlich zu informieren. „Eine ganz typische Frage ist: ,Kann man das schaffen?‘“, berichtet Kersebaum. Denn viele müssen Arbeitsalltag, Haushalt und Kinder mit berücksichtigen. Aber gerade arbeitende Menschen, so ihre Erfahrung, schaffen es eigentlich sehr gut, denn sie haben in der Regel einen sehr strukturierten Alltag. Auch wenn der Begriff Abendschule weit verbreitet ist, trifft er nicht ganz zu, denn die Studierenden können sich auch für Unterricht am Vormittag entscheiden, je nach dem, was sich mit ihrem Leben besser vereinbaren lässt.

Studierende gestalten Schulalltag mit

Noch ein Unterschied zur Regelschule: „Man kann wirklich den Schulalltag mitgestalten“, berichtete Marvin Smulka. „Wir sind hier ja Erwachsene und haben daher ein Mitspracherecht“. Der 24-jährige ist Studierendensprecher und im letzten Semester zum Vollabitur. Nebenbei arbeitet er in Vollzeit als Schulbegleiter und hat in dieser Rolle festgestellt, dass Lehrer doch der richtige Beruf für ihn wäre. Das zum Studium benötigte Abitur holt er abends am Weiterbildungskolleg nach. „Das ist wirklich ein Verhältnis auf Augenhöhe zu den Lehrern und eine angenehme Atmosphäre. Die wollen ja auch, dass man es schafft.“ Genau das ist auch wichtig für jene Studierenden, die etwa unter Prüfungsängsten leiden oder an der Regelschule nicht weitergekommen sind, weil sie etwa gemobbt wurden. Aber gerade solche Fälle erhalten am WBK eine zweite Chance.

In den nächsten zwei Wochen können Interessenten sich für das neue Semester anmelden. Für die Sekundarstufe I ist durch die Modulstruktur sogar ein Einstieg im laufenden Semester möglich.

Weitere Informationen über das Angebot des Weiterbildungskollegs Unna gibt es im Internet: https://www.weiterbildungskolleg-unna.de/
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