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Das Ehepaar Nowodworski hat mit der Umgestaltung eines Beetes für Furore gesorgt, jetzt haben Nicolaischüler die Patenschaft für ein Beet übernommen. Unnas Bürger zeigen ihre Lust am Grün.

Unna

, 15.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Man kann Unnas Umweltamtsleiter Rolf Böttger wirklich nicht vorwerfen, er packe nicht mit an. Als Mädchen und Jungen von der Nicolaischule jetzt ein Beet vor dem Kinder- und Jugendbüro bepflanzen, greift er auch selbst zur Schaufel, um Pflanzen in die Erde zu setzen.

Insgesamt aber scheint die Stadtverwaltung überrascht zu werden vom Engagement der Unnaer Bürger. Denn nicht nur die Kinder der Nicolaischule, sondern auch Erwachsene zeigen immer mehr Interesse an Naturprojekten in ihrer Stadt. Das beste Beispiel sind wohl Frauke und Dietmar Nowodworski. Das Künstlerehepaar hatte zuletzt eine vernachlässigte Fläche an der Wilhelm-Sternfeld-Gasse besetzt und umgestaltet. Die Stadtverwaltung hatte die Aktion anschließend begrüßt und will sie unterstützen.

Keine festgelegten Regeln

Eine feste Regelung für solche Beetpatenschaften gibt es in Unna nicht. „Wir haben vor ein paar Jahren mal dazu aufgerufen, aber da gab es fast keine Resonanz“, erinnert sich Böttger. Inzwischen hat sich aber das Bewusstsein gewandelt. Dabei geht es nicht in erster Linie um gepflegte Grünflächen, sondern auch um Lebensräume und Nahrungsquellen für Insekten.

„Die Langzeitstudie des Entomologischen Vereins Krefeld hat weltweit viel im Bewusstsein der Menschen verändert und deutlich gemacht, wie stark die Anzahl der Insekten zurückgeht“, weiß Böttger, dass nicht nur die Menschen in Unna auf die Biene gekommen sind.

Unnas Bürger kommen mit Beetprojekten der Verwaltung zuvor

Im „Garten mille fiori“, den Frauke und Dietmar Nowodworski an der Wilhelm-Sternfeld-Gasse gestaltet haben, wachsen auch Kräuter, die die Bürger nutzen dürfen. © Dirk Becker

Er betont auch bei der Pflanzaktion der Grundschüler am Rathaus, dass die Stadt ein solches Engagement begrüßt. Das gelte auch für mehrere Baumscheiben im Stadtgebiet, die Bürger nach ihren Wünschen bepflanzt hätten. „Die möchten das gerne so haben.“ Grundsätzlich gilt auch ohne Beetpatenschaftsrichtlinien, dass Bürger, die ein Stück Stadtgrün pflegen möchten, sich bei der Stadtverwaltung melden sollten. Böttger verweist aber auch auf die Angebote der VHS und von Naturschutzvereinen.

Nicolaischule zeigt Interesse

Auch die Nicolaischule war von sich aus auf die Stadt zugegangen. „Wir haben selbst leider nur ein kleines Beet auf dem Schulhof. Dort haben wir vor allem Kräuter gepflanzt“, berichtet Sabine Eller, stellvertretende Leiterin des Offenen Ganztages an der Nicolaischule. Das Beet vor dem Kinder- und Jugendbüro ist dazu eine schöne Ergänzung. „Wir wollen mit unserer Garten-AG auch in der Zukunft immer mal wieder kommen, um das Beet zu pflegen“, kündigt Eller an.

Unnas Bürger kommen mit Beetprojekten der Verwaltung zuvor

Mit Insektenhotels können Bürger etwas gegen das Artensterben tun. © Dirk Becker

Zunächst aber steht das Pflanzen an. Es war nicht ganz einfach, die richtigen Pflanzen zu finden. Der Ahorn, der bereits im Beet steht, lässt kaum Sonne durch. Hinzu kommt, dass der Boden bereist stark verwurzelt ist - es kommen also nur Pflanzen infrage, die selbst flach wurzeln. Und dann sollen sie trotz des Schattens auch noch Blüten öffnen, um Insekten Nektar zu bieten. Die Kinder setzen zum Beispiel Elfenblumen.

Für viele Kinder etwas ganz Neues

„Die meisten Kinder kennen das von zuhause gar nicht“, berichtet Sabine Eller. Nur wenige hätten selbst schon einmal eine Blume oder Gemüse eingepflanzt. Umso erstaunlicher ist, mit welchem Eifer die Mädchen und Jungen im Alter zwischen acht und zwölf Jahren an die Aufgabe herangehen. Wann immer sie demnächst alleine oder mit ihren Eltern an dem Beet vorbeikommen, dürfen sie stolz auf das sein, was sie da geschafft haben.

Unnas Bürger kommen mit Beetprojekten der Verwaltung zuvor

Auch im „Garten mille fiori“ werben Schilder um Sympathie für die Bienen. © Dirk Becker

Hinweisschilder im Beet weisen darauf hin, dass die Nicolaischule die Patenschaft übernommen hat. Und auch darauf, dass es sich um ein bienenfreundliches Beet handelt. Die Biene, betont Böttger, sei allein durch ihre Bestäubungsleistung das drittwichtigste Nutztier in Deutschland.

Sympathie für Bienen

Birgit Blume-Jordan vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt weiß, dass vor allem junge Kinder Sympathie für die Bienen entwickeln können: „Dann bilden sich Sympathien und Antipathien heraus.“ Wenn Schulen, die Stadtverwaltung, aber natürlich auch alle Eltern Kindern in frühen Jahren die Angst vor diesen wichtigen Insekten nehmen, dann hat das eine nachhaltige Wirkung.

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