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Unnaer schreibt Antrag gegen die „Gängelung“ der Autofahrer durch Tempo 30

dzLärmschutz

Die neuen Tempolimits für den Lärmschutz in Unna sind noch nicht ganz umgesetzt, da wendet sich schon ein Bürger dagegen: Er sieht Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen als Gängelung und zweifelt die Wirksamkeit an.

Unna

, 12.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Für den Großteil der Kleistraße und einen Abschnitt des Massener Hellwegs sowie für die Friedrich-Ebert-Straße wird Tempo 30 eingeführt. Letztlich war das möglich, weil an diesen Straßenabschnitten Einrichtungen liegen, die die Straßenverkehrsordnung inzwischen als besonders schützenswert einstuft, wie Schulen und Kindergärten. Das vom städtischen Lärmgutachter vorgeschlagene Tempolimit zur Lärmreduzierung allein akzeptiert Straßen NRW nicht.

Behörden sollen neu bewerten

Auf die Bereiche mit diesen Einrichtungen sollte Tempo 30 beschränkt werden, meint ein Unnaer. Der Mann wendet sich mit einem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt, an die Stadt und den Kreis Unna sowie an Straßen NRW. Die Planungen für Tempo 30 habe er „mit großem Schrecken“ der Presse entnommen. Er bittet die verantwortlichen Stellen, die Situation neu zu bewerten und die Umsetzung solange auszusetzen.

Ohnehin laut in der Einflugschneise

Der Antragsteller meint, Lärmschutz als Begründung für ein Tempolimit sei für die beiden Straßen in Massen hinfällig, da diese ohnehin „innerhalb der Einflugschneise des Dortmunder Flughafens“ lägen. Ferner argumentiert er, das Motorengeräusch sei bei Tempo 30 nicht unbedingt leiser als bei 50. Das Reifengeräusch sei zwar bei 30 leiser, übersteige aber erst bei Geschwindigkeiten jenseits der 50 das Motorengeräusch. Der Unnaer zitiert verschiedene Studien, die die Wirksamkeit des Tempolimits, die Verringerung von Luftschadstoffen und ein geringeres Unfallrisiko infragestellen.

Kurze Abschnitte für mehr Akzeptanz

Für den Tempolimit-Gegner ist die Leistungsfähigkeit der Hauptverkehrsstraßen wichtiger. Würde Tempo 30 auf Abschnitte „im Rahmen um 500 Meter“ vor besagten sensiblen Einrichtungen beschränkt, würde diese Einschränkung eher akzeptiert. Mutmaßliche Geräuschprobleme sollten durch einen anderen Fahrbahnbelag gelöst werden. Die Stadt solle sich außerdem „bemühen, Ampeln sinnvoll zu schalten und zu koordinieren“, um „Geräusch-, Umwelt- und Sicherheitsprobleme“ zu lösen, „ohne die Kfz-Fahrer mit Tempo 30 zu gängeln“.

Stadt: Tempo 30 wegen Ratsbeschluss

Wie mit dem Antrag verfahren wird, ist bisher unklar. Die Stadt Unna erklärt, sie prüfe, wie das Schreiben einzuordnen sei. Behördensprecher Christoph Ueberfeld erinnert daran, dass Tempo 30 im Rahmen der Lärmaktionsplanung Inhalt eines Ratsbeschlusses ist. „An diesen Beschluss ist die Verwaltung gebunden.“ Unterlagen zum Lärmaktionsplan sind auf der Internetseite der Stadt zu finden.

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