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Unnaer dreht durch und attackiert seine Freundin – ein Fall fürs Gericht

dzPsychiatrisches Gutachten gefordert

Beim gemeinsamen Fernsehen mit seiner Freundin rastet ein Mann aus Unna plötzlich völlig aus. Wie eine Furie fegt er durch die Wohnung und versetzt die Frau in Todesangst. Das steckt dahinter.

von Sylvia Mönnig

Unna

, 18.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Unna. Förmlich aus dem Nichts soll ein Unnaer (48) seine Ex-Freundin beleidigt, attackiert und in Todesangst versetzt haben. Der Vorfall bedeutete nicht nur das Ende der Beziehung, sondern beschäftigte nun auch die Justiz. Nicht zum letzten Mal.

Ein ganz normaler Sonntag, der abends mit gemeinsamen Fernsehgucken enden sollte. So zumindest beschreibt die Geschädigte den Verlauf des 2. Juli vergangenen Jahres - und dann den Moment, als der Unnaer plötzlich aufsprang, sie massiv beleidigte, vor sich hin schimpfte und durch die Wohnung raste. In der Küche, so ihre Schilderung, habe er ihr das Handy aus der Hand gerissen, sie an den Haaren gezogen, ein Messer aus dem Block genommen und damit stechende Bewegungen in Richtung ihres Halses und ihrer Brust gemacht. Wieder habe er sie beleidigt und gefordert, dass sie ihm 20.000 Euro überweise. Das Geschehen habe sich derweil in den Flur verlagert. Dort habe er ihren Hals mit seinen Händen umfasst und mit beiden Daumen auf den Kehlkopf gedrückt. Ihr sei schwarz vor Augen geworden. Ein Stoß mit dem Knie in seinen Unterleib und hinzugeeilte Nachbarn hätten sie dann gerettet. Die 66-Jährige kämpft noch heute mit den Folgen – unter anderem Angst und Schlafstörungen.

Ihr Ex-Freund, der sich nun vor dem Schöffengericht verantworten sollte, wollte das in der Verhandlung so nicht stehen lassen. Zwar räumte er Beleidigungen, das Ziehen an den Haaren und den Griff zum Messer ein. Allerdings wollte er damit nicht in ihre Richtung gestochen haben. Auch stellte er das Würgen in Abrede. Er habe lediglich den Arm vor ihren Hals gedrückt. Und Streit habe es an dem Abend sehr wohl gegeben. Jahrelang habe er sich Vergleiche mit ihrem Ex-Mann gefallen lassen müssen, dazu Vorschriften und Vorwürfe. „Ich bin 14 Jahre immer den untersten Weg gegangen.“ Er sehe sie beide als Opfer.

Elf Tage verbrachte er nach dem Zwischenfall in der Psychiatrie – auf eigenen Wunsch. Auch könnte die Kombination aus Alkohol und Tabletten an dem Abend eine Rolle gespielt haben. Das Gericht entschied, ein psychiatrisches Gutachten zur Frage der Schuldfähigkeit einzuholen. Mit dem Ergebnis soll der Fall demnächst neu aufgerollt werden.

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