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Unnaer Künstler machen aus einer Hundetoilette ein kleines Paradies

dzStadtverschönerung

Frauke und Dietmar Nowodworski sind dafür bekannt, dass sie auch abseits ihrer Kunst kreative Ideen haben. Jüngstes Beispiel: Sie haben eine städtische Grünfläche bepflanzt und ernten dafür viel Lob.

Unna

, 26.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Unna liegt ihnen am Herzen - und die Natur. Und vor allem natürlich die Kunst. Frauke und Dietmar Nowodworski sind bekannt für ungewöhnliche Projekte. Jetzt haben sie eine vernachlässigte Grünfläche an der Wilhelm-Sternfeld-Gasse besetzt und bepflanzt. Der Weg verbindet die Schulstraße mit der Massener Straße. Damit machen sie Unna ein Stück schöner, tragen zum Umweltschutz bei und leben sich kreativ aus. Damit schlagen sie drei Fliegen mit einer Klappe.

Sogar Einbruchswerkzeug entdeckt

„Das war vorher nicht mehr als ein Hundeklo“, erinnert sich Dietmar Nowodworski. Am 14. April haben sie früh am Morgen angefangen, die Grünfläche umzugestalten. Das hieß vor allem: Müll beseitigen. „Jede Menge Flachmänner, Spritzen und sogar Einbruchswerkzeug“ hätten sie gefunden, sagt der Künstler. Und er betont, dass es sich keineswegs um eine spontane Schnapsidee gehandelt hat. „Wir wollten das schon sehr lange tun.“

Unnaer Künstler machen aus einer Hundetoilette ein kleines Paradies

Diese Dohle sucht bereits nach Nahrung in dem neuen Idyll. © Dirk Becker

Die Nowodworskis kennen die Grünfläche gut; sie haben in unmittelbarer Nähe einen eigenen Garten. Das ehemalige Hundeklo haben sie nicht nur gesäubert, sondern auch neu bepflanzt. Kleine Schilder mit dem Text „Hier entsteht ein Insektenparadies“ sollen Passanten erklären, was das Ganze soll.

Viel Lob von Passanten und im Netz

Wenn die Nowodworskis im „Garten Mille Fiori“ (Garten der tausend Blumen) arbeiten, werden sie aber immer wieder angesprochen. Viel Lob haben sie schon bekommen, auch in sozialen Netzwerken im Internet. „Wir wollen zeigen, dass es möglich ist, auch mit geringen Mitteln und kreativen Ideen etwas zu bewirken“, sagt Frauke Nowodworski. Gemeinsam mit ihrem Mann wird sie die Fläche weiter pflegen und von Müll befreien.

„Toll wäre es, wenn vielleicht irgendwann eine Schulkasse oder eine andere Kindergruppe eine Patenschaft übernehmen will“, blickt Dietmar Nowodworski bereits in die Zukunft. Das Künstlerehepaar ist sich sicher, dass das Beet ein Ort zum Verweilen werden kann - abseits der Menschenströme in der Fußgängerzone. Und dieser Ort liegt ihnen am Herzen.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Der "Garten Mille Fiori" an der Wilhelm-Sternfeld-Gasse in Unna

Das Unnaer Künstlerehepaar Frauke und Dietmar Nowodworski hat eine öffentliche Grünfläche besetzt. Der "Garten Mille Fiori" (Garten der tausend Blumen) soll zu einem Insektenparadies und einem Idyll inmitten der Unnaer City werden. Auch Kunst soll dort einen Platz finden.
26.04.2019
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"Garten Mille Fiori" haben Frauke und Dietmar Nowodworski das neue Idyll an der Wilhelm-Sternfeld-Gasse genannt. Das ist Italienisch und heißt "Garten der tausend Blumen".© Dirk Becker
Frauke und Dietmar Nowodworski pflegen den "Garten Mille Fiori" (Garten der 1000 Blumen) an der Wilhelm-Sternfeld-Gasse.© Dirk Becker
Bunt geht es zu. Hier findet sich die kreative Ader der beiden Initiatoren wieder.© Dirk Becker
Diese Dohle guckt neugierig: Ob hier schon Nahrung zu finden ist?© Dirk Becker
Die Kräuter dürfen Passanten nutzen. Dabei gilt: Nur abknipsen, die Pflanze bleibt - damit die Kräuter nachwachsen.© Dirk Becker
Natürlich gibt es auch ein Insektenhotel in dem neuen Innenstadtparadies.© Dirk Becker
Sympathiebringer Biene: Mit kleinen, selbst entwickelten Schildern erklären die Nowodworskis, welches Ziel sie mit dem "Garten Mille Fiori" verfolgen.© Dirk Becker
Amseln werden seltener. Schuld daran ist auch das für sie tödliche Usutu-Virus. Im "Garten Mille Fiori" finden sie einen wertvollen Lebensraum.© Dirk Becker
Bernhard Briese und Karin Polk passen auf den Garten Mille Fiori auf - diesen Eindruck erweckt das Bild, das die Nowodworskis angebracht haben.© arthaus:nowodworski
Die Naschecke soll Liebhaber süßer Beeren anlocken.© arthaus:nowodworski
So sah die Fläche an der Wilhelm-Sternfeld-Gasse vor der Pflanzaktion aus. Sie diente vor allem als Hundetoilette.© arthaus:nowodworski

Schon jetzt staunen viele Passanten über das neue Idyll. Und auch die Vögel haben es längst für sich entdeckt. Amseln und Dohlen hüpfen über den Boden. Tauben gurren und fliegen mit trockenen Zweigen weg - irgendwo werden sie diese als Nistmaterial nutzen. „Sogar einen Zaunkönig haben wir hier schon gesehen“, sagt Dietmar Nowodworski. Er und seine Frau würden sich freuen, wenn sie weitere Blumen bekommen. Schließlich kann es nie genug blühen.

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