Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Tempo 30 auf den Hauptstraßen ist kein Unnaer Sonderfall

dzSPD zur Online-Petition

Kritik am neuen Tempolimit für die Friedrich-Ebert-Straße scheint in der Politik nicht aufgegriffen zu werden. SPD-Mann Ralph Bürger sagt der Online-Petition eines Unnaers das Scheitern voraus.

Unna

, 24.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Bestrebungen zur Wiedereinführung von Tempo 50 würden seiner Einschätzung nach erfolglos bleiben, meldet sich Ralph Bürger, Sprecher für Stadtentwicklung und Umwelt der SPD-Fraktion im Stadtrat, zu Wort. Die Tempolimits, die im März nach langer Vorlaufzeit ausgeschildert wurden, entsprächen einem rechtlich einwandfreien Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses. Seine Grundlage sind laut Bürger Beschwerden der Anlieger über zu viel Verkehrslärm, die danach messtechnisch bestätigt worden seien.

Der Unnaer Sebastian Keil hat im Internet eine Petition angelegt, die quasi per Mausklick unterstützt werden kann. Zuletzt haben sich über 600 Menschen daran beteiligt. Keil war einmal Anlieger der Friedrich-Ebert-Straße, erlebt sie aber nach einem Umzug aus der Autofahrerperspektive. Tempo 30 beschere ihm Zeitverluste. Zudem weist Keil darauf hin, dass die alte Nord-Süd-Achse der Region bei Unfällen auf den Autobahnen immer noch eine besondere Rolle als Ausweichstrecke für die entsprechenden Verkehrslasten bekomme.

Jetzt lesen

Zeitverlust rechnerisch nur 50 Sekunden

SPD-Mann Ralph Bürger setzt sich in einer Stellungnahme mit der Argumentation des Beschwerdeführer auseinander, um sie zu entkräften. Den Zeitverlust für die Fahrt über den nun gedrosselten Abschnitt der Friedrich-Ebert-Straße gibt er mit 50 Sekunden an. Dem gegenüber stünde ein Rechtsanspruch der Anlieger auf Schutz vor Umgebungslärm. Praktisch könne er nur durch Tempolimits oder den Einbau von Schallschutzfenstern bewirkt werden. Das Tempolimit gilt als günstigere und taugliche Lösung. Auch das Landesamt für Natur und Umweltschutz halte Tempo 30 in Innenstädten für eine geeignete Maßnahme. Unnas Politik habe es sich nicht leicht gemacht mit der Verfügung der Geschwindigkeitsreduzierung, den Lärmaktionsplan erst nach gründlichem Abwägen so beschlossen. „Man kann das natürlich wieder rückgängig machen, wenn am Pkw-Verkehr eines Tages überwiegend leisere Elektrofahrzeuge teilnehmen“, so Bürger.

Auch in Berlin werden die Hauptachsen entschleunigt

Zuletzt weist der Lärmschutzexperte der SPD daraufhin, dass Unna mit der Tempobeschränkung keineswegs eigene Wege beschreitet. Bundesweit gehe der Trend zu Tempo 30 auf den Hauptstraßen - aus Lärmschutzgründen, aber auch für mehr Sicherheit. Die Bundeshauptstadt Berlin etwa habe nun für 85 Hauptverkehrsstraßen eine Tempobegrenzung auf 30 Stundenkilometer eingeführt, so Bürger.

Lesen Sie jetzt