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Schweinerei mit Meerschweinställen

von Sylvia Mönnig

Unna

, 14.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Ställe und Zubehör für Meerschweinchen offerierte ein Unnaer online. Sein Angebot überzeugte letztlich allerdings nicht alle Kunden. Drei von ihnen zeigten den 37-Jährigen wegen Betrugs an. Nun befasste sich das Amtsgericht mit ihm.

Vom eher schlichten Stall für ein oder zwei Tiere bis hin zur Luxusausführung mit mehreren Etagen für mehrere „Bewohner“ – die Auswahl konnte sich offenbar sehen lassen.

Zumal der Unnaer die Ställe in Handarbeit fertigte. Dazu bot er Equipment wie Futterraufen an. Für die drei Betroffenen hörte sich das Ganze gut an. Einer von ihnen erwarb im Januar 2017 eine große Behausung für Meerschweinchen, zahlte knapp 900 Euro und wartete zunächst vergeblich auf das Eintreffen der Lieferung. Erst Monate später erhielt er etwas. Allerdings handelte es sich dabei nur um einen Teil. Schließlich erstattete er Anzeige. Eine andere Kundin bestellte unter anderem einen Stall, zahlte nahezu 90 Euro und erhielt nichts. Sie trat schließlich von dem Kaufvertrag zurück, forderte ihr Geld und bekam das allerdings erst nach dem Gang zur Polizei. Nicht besser erging es der dritten Geschädigten. Sie orderte einen Stall, überwies fast 300 Euro und bekam ein Paket mit Heu. Ausreden inklusive.

„Ich habe nie Jemanden betrügen wollen“, betonte der Unnaer nun im Prozess. Ausführlich begründete er ausgebliebenen Lieferungen mit Krankheitsphasen, Problemen mit Speditionen und Paketdiensten oder mit beim Transport beschädigter Ware. Zudem habe er im vergangenen Jahr alles umgestellt, damit so etwas in Zukunft nicht mehr passiere. Auch übergab er dem Käufer, der die Teillieferung erhielt, in mehreren Paketen das, was noch fehlte. Der reagierte einigermaßen ratlos: „Warum erst jetzt? Aber wenigstens etwas.“

Der Richter brachte es auf den Punkt: „Sie sind ein Betrüger.“ Es sei Betrug, wenn er Leuten etwas anbiete, dass er nicht oder zumindest nicht in der gebotenen Zeit liefern könne.

Für den Unnaer, in dessen Fall bereits zuvor mehrere vergleichbare Verfahren eingestellt wurden, endete die Verhandlung mit einem Paukenschlag: ein Jahr Haft mit Bewährung und 30 Sozialstunden.

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