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Schnelles Ende der Unnaer Eishalle

Goldener Handschlag für die Pächter

Die Eishalle in Königsborn wird nach der derzeitigen Saisonpause womöglich nicht wieder in Betrieb gehen. Die städtische Tochter WBU als Eigentümerin des Gebäudes bietet den Pächtern eine Abstandszahlung von 650.000 Euro an, wenn sie einer vorzeitigen Auflösung des Vertrags zustimmen.

Unna, Bergkamen

, 18.06.2018
Schnelles Ende der Unnaer Eishalle

Die Zukunftsdebatte über die Eishalle war schon 2014 angelaufen. Im September des Jahres demonstrierten Nutzer der Sportstätte im Ratssaal. © Udo Hennes

Im Grunde wäre die Schließung bereits vollzogen. Denn die Eishalle befindet sich gerade in der Saisonpause. Eine Wiederaufnahme des Betriebs war an sich für den 15. Juli vorgesehen. Ob es dazu kommen wird, ist höchst fraglich. Die Geschäftsführung der Wirtschaftsbetriebe Unna hat mit der Pächterfamilie Kuchnia auch über eine vorzeitige Auflösung des Pachtvertrages gesprochen. Und die Kuchnias sollen einem Angebot der WBU zugestimmt haben. Gegen eine Abstandszahlung von 650.000 Euro würden sie der Auflösung des Vertrages zu einem Stichtag in Kürze zustimmen. Bis Ende Juli müsste die Halle geräumt sein. Der Eissport in Unna wäre damit Geschichte.

Zunächst ist dies allerdings nur ein Verhandlungsstand. Seitens der WBU müsste noch der Aufsichtsrat zustimmen, um der Geschäftsführung in dieser Angelegenheit Freigabe zu zu erteilen. Er tagt erst am Montag, 25. Juni.

Die Stadt scheint sich schon auf eine vorzeitige Schließung der Eishalle einzustellen. Für den kommenden Dienstag, 19. Juni, beruft sie den Sportausschuss zu einer Dringlichkeitssitzung ein. Der einzige Tagesordnungspunkt außer den Regularien ist mit „Eissporthalle Königsborn“ überschrieben. Ein Papier dazu soll erst kurzfristig öffentlich gemacht werden. Für den Vortag kündigt die Stadt zudem eine Pressekonferenz an. Doch allein die Zuständigkeit des Sportausschusses lässt Böses ahnen: Für die Vertragsangelegenheiten zwischen Kuchnias und der WBU ist der Ausschuss nicht zuständig – wohl aber für die Folgen. Vermutlich geht es am Dienstag um die Zukunft der Eissport betreibenden Vereine in Unna. Die kurzfristige Einladung der Politiker unter Umgehung der üblichen Ladungsfrist erklärt die Stadt mit diesen Worten: „Die besondere Dringlichkeit liegt in der Notwendigkeit aufgrund eines unvorhersehbaren Ereignisses im Bereich einer für den Betrieb unerlässlichen Anlage.“

Die Sorge um die Zukunft der Eishalle ist nicht neu. Die Anlage ist inzwischen über 40 Jahre alt. Bereits 2014 lief eine Diskussion in der Politik in Unna an. Ein „Eisgipfel“ im September des Jahres brachte kein Ergebnis. Die WBU geht von hohen Investitionsbedarfen unter anderem für den Brandschutz in der Halle aus. Dem Vernehmen nach hätten 1,2 Millionen Euro investiert werden müssen. Die Pächter hatten diesen Betrag oft angezweifelt. Allerdings: Verhandlungen darüber, die Halle selbst zu übernehmen, waren auch gescheitert – offenbar daran, dass die Kuchnias das wirtschaftliche Risiko nicht allein auf sich nehmen wollten.

Nun rechnet die WBU-Geschäftsführung bereits ein Abbruchszenario vor. Zwischen 3,3 und 3,8 Millionen Euro könnte demnach der Verkauf der Fläche einbringen, wenn die Halle abgerissen ist. Der Abriss würde allerdings auch Geld kosten. Eine wichtige Vorarbeit hatte die WBU bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen: Die Eishalle und das benachbarte Hallenbad hatten zuvor einen Energieverbund gebildet. Inzwischen hat die Schwimmsporthalle aber eine eigene Heizanlage.

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