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Sanierungsarbeiten an Unnaer Stadtkirche haben begonnen

dzFolgen von Sturmtief Friederike

Die Außenfassade der Unnaer Stadtkirche ist stark beschädigt. Nun soll sie saniert werden – und dabei bleibt hoffentlich die besondere Oberflächenstruktur erhalten.

Unna

, 15.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Von Niko Wiedemann

Der vergangene Freitag markierte den Startschuss für die Sanierungsarbeiten an der Stadtkirche. Regen, Wind und die Sonneneinstrahlung der vergangenen Jahrzehnte haben der Außenfassade sichtbar zugesetzt: Auf einem Großteil der Fläche sind Risse entstanden, Gesteinsbrocken sitzen so locker, dass sie sich mit der Hand lösen lassen. Auch der Restauriermörtel aus früheren Reparaturarbeiten löst sich an vielen Stellen. Damit Besucher die Stadtkirche auch in Zukunft noch gefahrlos betreten können, sind umfangreiche Sanierungsarbeiten erforderlich.

Bereits jetzt ist klar, dass der Turm einer Komplettsanierung unterzogen werden muss. Wie es um den übrigen Teil der Fassade bestellt ist, wird sich nach Abschluss der Kartografierung klären: Zurzeit sind Architekten damit beschäftigt, die gesamte Fassade Stein für Stein abzufotografieren, um mit einer speziellen Software eine Schadenskarte zu erstellen.

Erste Tests zur Gestaltung

Von den Ergebnissen dieser Untersuchung hängt ab, in welchem Umfang die Fassade bearbeitet werden muss. Im Bereich neben der Eingangspforte wurden bereits verschiedene Restaurationskonzepte ausprobiert - welches Konzept letztlich umgesetzt wird, hängt ganz vom Ausmaß der Beschädigung ab, wie der zuständige Architekt Markus Sander erklärte. Diakon Dietrich Schneider vom evangelischen Kirchenkreis machte indes deutlich, dassdie evangelische Kirchengemeinde die historische Bausubstanz sichtbar erhalten wolle.

Stein aus der Umgebung

Die evangelische Stadtkirche besteht zum wesentlichen Teil aus sogenannter Pläner-Kalke, einem Sedimentgestein, das in Steinbrüchen der Umgebung Unnas abgebaut wurde. „In der Hellweg-Region ist diese Bauart tatsächlich einzigartig“, erklärte Geologe Thorsten Behrendt, der an der Sanierung mitwirkt. Neben der Pläner-Kalke wurde für den Bau der gotischen Hallenkirche grüner Sandstein aus der Region verwendet, die Ornamente im Bereich der Fenster bestehen ebenfalls aus verschiedenen Sandsteinen. Die Steine wurden bei der Errichtung der Kirche im 14. Jahrhundert noch von Hand bearbeitet - bei der Freilegung der Gesteinsschicht zeigten sich die jahrhundertealten Spuren der Steinmetze. Mit Blick auf die historische Bedeutung des Gesteins und dem jahrhundertelang prägenden Anblick der Kirche, bleibt zu hoffen, dass ihre Oberflächenstruktur im Wesentlichen erhalten werden kann. Dafür spricht, dass die Grundsubstanz der Steinblöcke nach wie vor solide ist. Dies ergab eine kürzlich durchgeführte Gesteinsprobe. Die Sanierung ist derzeit mit 1,7 Millionen Euro veranschlagt (März 2018).

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