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Retro ist wieder angesagt: Leichter Einstieg in die analoge Fotografie

dzAnaloge Fotografie

Fotografie ohne Netz und doppelten Boden in der analogen Fotowerkstatt: Mit echtem Film und anschließender Arbeit in der Dunkelkammer erkunden Teilnehmer das Wechselspiel von Licht und Schatten.

von Sebastian Pähler

Unna

, 16.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Analoge Fotografie – klingt ziemlich von gestern. Beliebt ist sie nach wie vor. Im VHS-Kurs „Fotowerkstatt: Zeit für Handgemachtes“ beschäftigen sich die Teilnehmer nicht nur mit dem Fotografieren, sondern auch mit dem Entwickeln und Vergrößern von Aufnahmen. Und das kommt so gut an, dass es ab Oktober eine zweite analoge Fotowerkstatt geben wird, die sich monatlich trifft.

Analog: Ein viel intensiveres Fotografier-Erlebnis

Das Smartphone ist mit Abstand zur beliebtesten Kamera geworden. Kein Wunder, passt es doch in jede Hosentasche und ist immer griffbereit. Doch auch ambitionierte Hobby-Fotografen und Profis greifen in aller Regel zum digitalen Fotoapparat.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Es muss kein Film entwickelt werden, Fehler sind sofort sichtbar – und manch ein „Fehler“ kann digital retuschiert werden. Dennoch reizt die Teilnehmer der analogen Fotogruppe im Zentrum für Information und Bildung (Zib) die Arbeit mit dem echten Film. „Man hat einen anderen Bezug zu den Bildern“, stellte etwa Sabrina Schorn fest. Die 28-Jährige beweist, dass das analoge Fotografieren keinesfalls nur etwas für alte Hasen ist, die sich nicht mehr umgewöhnen wollen.

Überhaupt fotografieren alle in der „analogen Gruppe“ auch digital. Die Analog-Fotografie verlangt aber eine größere Aufmerksamkeit. „Man muss sich viel mehr darauf konzentrieren, was man fotografieren möchte“, erläuterte Horst Siewert, langjähriges Mitglied des Kurses. Bei 36 Bildern pro Film gilt es, keines zu verschwenden.

Retro ist wieder angesagt: Leichter Einstieg in die analoge Fotografie

Naturaufnahmen, Impressionen und Porträts: Im Spiel von Licht und Schatten der Schwarz-Weiß-Bilder gewinnen die Motive deutlich an Ausdruckskraft. © Sebastian Pähler

Es ist eben eine andere Erfahrung. Nicht einfach losknipsen und nachher am Computer neun von zehn Bildern aussortieren. Dazu die Arbeit in der Dunkelkammer. Der Unterschied sei wie die Entscheidung ein Bild zu malen oder eines zu kaufen, erläutert Irma Korthals, die die Ende der 1990er-Jahre gegründete Werkstatt seit 2016 leitet.

Wie bei Schallplatten: Ein echter Retro-Boom

Das Zib bietet die erforderliche Ausrüstung, um die Fotos zu entwickeln und auch zu ansehnlichen Bildern zu vergrößern. Das Know-how vermittelt Leiterin Korthals, Tipps und Tricks geben sich die Teilnehmer gegenseitig. Auch an das Arbeitsmaterial zu gelangen, ist keine große Schwierigkeit, berichten die analogen Fotografen. Die Filme gibt es noch problemlos im Handel – und größere Fotogeschäfte haben in der Regel auch noch analoge Fotoapparate auf Lager. Zur Not sind sie freilich auch gebraucht zu haben. Tatsächlich überlegt manch ein Kamerahersteller sogar, wieder analoge Modelle herzustellen. „Es ist wie mit der Schallplatte“, sagt Korthals. „Retro ist grade ein Boom“.

Neues Angebot für Freunde der analogen Fotografie

Von spiegelnden Pfützen über den rauschenden Flusslauf bis hin zum Naturidyll: Entstanden hier sehr unterschiedliche Aufnahmen, die durch das Spiel von Licht und Dunkelheit eine besondere Wirkung entfalten. Tatsächlich ist das auch einer der Vorteile der analogen Fotografie: Echtes Schwarz-Weiß, während digitale Bilder mit Graustufen auskommen (müssen).

Das Foto-Angebot der Volkshochschule wird ab Oktober durch eine zweite „analoge Gruppe“ ergänzt. Diese trifft sich dann nicht wöchentlich montags, wie die Gruppe von Irma Korthals. Sondern einmal im Monat, an einem Samstag von 10 bis 16 Uhr.

Ausführliche Informationen zu der neuen Gruppe gibt es bei Studienbereichsleiterin Nicola Biege unter Tel. (02303) 10 37 60 oder im Internet unter vhs-zib.de.
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