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Ratsherr Carsten Morgenthal tritt aus der CDU-Fraktion aus

dzKritik an Nähe zur SPD

Die CDU-Fraktion im Unnaer Stadtrat verliert einen Sitz. Carsten Morgenthal hat seinen Austritt aus der Partei und der Fraktion bekannt gegeben. Er kritisiert die fehlende Abgrenzung zur SPD-Fraktion.

Unna

, 25.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Die Kräfteverhältnisse im Rat geraten schon wieder in Bewegung. CDU-Ratsherr Carsten Morgenthal hat seinen Austritt aus der Partei und der Fraktion erklärt. Damit verlieren die Christdemokraten eine Stimme. Sie waren bisher mit 15 Ratsmitgliedern vertreten. Seinen Sitz im Stadtrat will Morgenthal aber behalten. Er möchte nun erst mal fraktionslos weiter arbeiten; einen möglichen späteren Anschluss an eine andere Fraktion schließe er aber nicht grundsätzlich aus, so Morgenthal im Gespräch mit unserer Zeitung. Für seine Entscheidung nennt er zwei Beweggründe: „Ich sehe bei uns in der Fraktion keine ausreichende Abgrenzung zur SPD-Fraktion. Wenn wir uns nicht klar genug abgrenzen, haben wir im Wahlkampf keine Chance.“ Auch vermisse er zunehmend eine kritische Auseinandersetzung der CDU-Fraktion mit dem Verwaltungsvorstand.

Beides seien Erkenntnisse, die er im Laufe der Jahre mehr und mehr gewonnen habe. „Es gibt keinen konkreten Anlass für meinen Entschluss. Es gibt auch keinen Zwist zwischen mir und der Fraktion und dem Stadtverband“, so Morgenthal, „ich habe den Stadtverband und die Fraktion informiert und wir können uns nach wie vor in die Augen sehen.“

Fröhlich: „total überrascht“

Sein bisheriger Fraktionsvorsitzender Rudolf Fröhlich erklärt, er sei „total überrascht“ gewesen, als Morgenthal ihm seinen Austritt telefonisch mitgeteilt habe. „Das hat sich durch nichts angedeutet.“ Den Versuch, Morgenthal zum Bleiben zu überreden, habe er schnell aufgegeben, ihm sei schnell klar geworden, dass das keinen Sinn habe. Dass Morgenthal auch das Parteibuch abgibt, wertet Fröhlich als Zeichen dafür, dass er offenbar insgesamt mit der Politik der CDU nicht mehr einverstanden sei.

Morgenthals Vorwurf der Farblosigkeit will Fröhlich nicht zum Anlass nehmen, die Arbeit der Fraktion zu überdenken. „Sie können keine sachorientierte Politik machen, wenn Sie keine Kompromisse eingehen“, sagt Fröhlich. Zum Wohl der Stadt müsse eine Fraktion immer nach Mehrheiten suchen, „und die meisten Übereinstimmungen haben wir in den vergangenen Jahren mit der SPD gefunden“.

Auf der anderen Seite habe es auch wichtige Themen gegeben, bei denen die CDU sich von den Sozialdemokraten abgegrenzt habe. Fröhlich nennt als Beispiele die Frage der Finanzierung für die Werkstatt im Kreis Unna, die Höhe der Fraktionszuwendungen oder den Neubau eines Flüchtlingsheims an der Kamener Straße.

Morgenthal behält Ratssitz

Morgenthal bleibt im Rat, auch seinen Posten als stellvertretender Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses möchte er behalten. „Ich bin gewählt und habe eine Verantwortung“, so Morgenthal. Mit seinem Austritt aus der Partei muss die CDU Unna auch einen neuen Vorsitzenden für die Ortsunion Oberstadt finden. Deren Vorsitz verliert Morgenthal mit seinem Austritt auch.

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