Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Rätsel um stinkende Müllbrühe im Graben an der Zechenstraße

dzAbfall

Hinweise auf illegale Müllkippen im Unnaer Stadtgebiet reißen nicht ab. Auf eine Hinterlassenschaft in einem Graben an der Zechenstraße deutet besonders der Gestank hin. Noch ist unklar, wer sich darum kümmern muss.

Unna

, 16.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Fahrradfahrern, die vom Alleenradweg am Kreistierheim vorbei über die Hammer Straße und weiter in Richtung Unna fahren, fällt vielleicht mitunter ein fauliger Geruch auf. Die Quelle sehen aber nur Passanten, wenn sie in der Sackgasse der Zechenstraße an bestimmter Stelle stehen bleiben und ihren Blick abwärts in ein Gebüsch richten.

In einem Graben liegt Abfall. Tüten von Aldi und Lidl sind dabei, Lebensmittelverpackungen, leere Flaschen und Gläser. Im Graben steht eine modrig stinkende Flüssigkeit mit einem weißen Film an der Oberfläche. Was das für eine Substanz ist, ist bisher unbekannt. Ob sie aus einer der Verpackungen gekommen ist oder zusätzlich in den Graben gekippt wurde, weiß auch niemand, außer vielleicht der Verursacher.

Der Oberflächenfilm hat sich wohl im Lauf der vergangenen Wochen ausgebreitet. Eine Zeugin zeigte unserer Redaktion ein Foto von der Stelle, das kurz vor Ostern entstanden sei. Der Müll ist bereits da, die Flüssigkeit noch recht klar.

Mahnende Zettel ohne Erfolg

An einem Zaun, der Graben und Gebüsch von der Straße trennt, hängen handbeschriebene Zettel in Klarsichthüllen. „Hilfe“ und ein Totenkopf sind darauf zu erkennen. Die Zeugin bestätigte unserer Redaktion, diese Hinweise habe sie selbst angebracht: „Ich habe gehofft, dass an den Feiertagen und Wochenenden mal jemand darauf aufmerksam wird, der sich kümmert.“ Das hat wohl nicht funktioniert.

Unklar ist, ob bereits Behörden über den Fall informiert worden sind. Unsere Hinweisgeberin berichtet, Anlieger hätten beim Ordnungsamt, beim Kreis und der Gewässeraufsicht angerufen. Es habe sich wohl niemand für zuständig erklärt. Das lässt sich derzeit schwer prüfen. Die Stadt Unna ließ am Donnerstag einen für Gewässerschutz zuständigen Mitarbeiter der Stadtbetriebe an der Zechenstraße nach dem Rechten sehen. Der Kreis Unna versprach auch, den Fall zu prüfen.

Rätsel um stinkende Müllbrühe im Graben an der Zechenstraße

Diese Hinweiszettel sind der vergebliche Versuch, auf die Müllablagerung hinzuweisen. © Thomas Raulf

Hinweis auf Bahn als Eigentümerin

Die Stadt Unna erklärte zwischenzeitlich, der Graben sei Eigentum der Deutschen Bahn. Aufgrund der Historie erscheint das denkbar. Der Alleenradweg von der Hammer Straße in Richtung Welver verläuft auf der Trasse einer früheren Eisenbahnlinie. Deren Abschnitt zwischen Königsborn und Welver wurde 1968 stillgelegt. Womöglich hat die Deutsche Bahn deswegen heute noch Grundbesitz zwischen dem Ende der aufgegebenen Bahnstrecke und dem Bahnhof Königsborn als Enpunkt des noch aktiven Streckenabschnitts. „Wir prüfen, ob dies in unseren Zuständigkeitsbereich fällt und gehen der Sache nach“, erklärte die Pressestelle der Bahn.

Lesen Sie jetzt