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Prüfung der Spitzel-Vorwürfe in der Unnaer Erstaufnahmeeinrichtung dauert an

dzMassen-Nord

Über zwei Monate ist die hitzige Betriebsversammlung beim DRK-Betreuungsdienst her, bei der es um Bespitzelungsvorwürfe ging. Die Landesdatenschutzbeauftragte untersucht die Vorfälle noch immer.

Unna

, 15.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein Ordner, gespickt mit Hinweisen über das Arbeits- und Sozialverhalten einzelner Mitarbeiter: Dieser Fund sorgte Ende 2018 bei den DRK-Betreuungsdiensten Westfalen-Lippe für große Aufregung. Mitarbeiter des Dienstleisters sollen in der Erstaufnahmeeinrichtung in Massen systematisch beobachtet und ihr Verhalten dokumentiert worden sein - so lautete der Vorwurf, mit dem sich die Gewerkschaft Verdi Ende 2018 an die Öffentlichkeit wandte. Kurz zuvor hatte Verdi Kopien aus dem besagten Ordner an die NRW-Datenschutzbeauftragte gegeben, mit der Bitte um Prüfung auf Verstöße gegen das Datenschutzgesetz.

Genau diese Prüfung dauert noch immer an, wie eine Anfrage unserer Redaktion bei der Datenschutzbeauftragten ergeben hat. Pressesprecher Daniel Strunk teilt mit, dass eine Stellungnahme vorliege, die noch geprüft werde. Die DRK-Betreuungsdienste haben am 29. Januar alle ihnen vorliegenden Informationen zu dem Vorgang in der Erstaufnahmeeinrichtung Massen an die Datenschutzbeauftragte gegeben. Dies sagt Ina Ludwig, Pressesprecherin der DRK-Betreuungsdienste. Diese hatten den Vorwürfen bereits vor dem Jahreswechsel vehement widersprochen und von einer „massiven Verunsicherung durch falsche Behauptungen“ gesprochen.

Psychologin begleitet Aufarbeitungsprozess beim DRK

Anfang Januar hatte es eine Betriebsversammlung gegeben, an der neben den Beschäftigten auch der Verdi-Gewerkschaftssekretär Jens Ortmann und die Geschäftsführerin der DRK-Betreuungsdienste, Dr. Jana Biesenbach, teilnahmen. Sie bot damals auch an, den betroffenen Mitarbeitern weitere Hilfs- und Gesprächsangebote zu machen. Das ist offenbar mittlerweile erfolgt. „Unsere interne Aufarbeitung befindet sich auf einem guten Weg“, sagt Pressesprecherin Ina Ludwig. „Eine externe Psychologin begleitet diesen Prozess und hat erste Gespräche mit Mitarbeitenden geführt.“

Verdi spricht von „unbefriedigender Situation“

Verdi-Gewerkschaftssekretär Jens Ortmann bezeichnet die aktuelle Situation als „sehr unbefriedigend“. „Es ist ärgerlich, dass sich die Prüfung durch die Datenschutzbeauftragte so lange hinzieht. Derweil schwelt es weiterhin“, sagt Ortmann im Gespräch mit unserer Redaktion. Für die betroffenen Mitarbeiter sei die Situation nach wie vor nicht einfach. Ortmann will zudem erfahren haben, dass auch Mitarbeiter der in der Erstaufnahmeeinrichtung tätigen Sicherheitsfirma in dem besagten Ordner namentlich erwähnt und mit Hinweisen zu ihrem Verhalten vermerkt wurden.

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