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Protest gegen Massener Supermarktpläne hat starken Rückhalt

dz1300 Unterschriften

Dass der Widerstand gegen zwei neue Supermärkte in Massen nur von den unmittelbaren Nachbarn getragen würde, erweist sich zunehmend als falsch. Schon 1300 Menschen haben unterschrieben.

09.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Es ist nur ein Zwischenstand, da viele Unterschriftenlisten noch „draußen“ sind. Doch bereits jetzt zeigt die Aktion der Initiative, dass die Kritik an geplanten Neubauten für Aldi und Edeka nicht nur von einigen wenigen mit besonders lauter Stimme vorgetragen wird. Über 1300 Unterschriften sollen in den Listen stehen, die in den zurückliegenden Wochen in Massen ausgelegt waren.

Für die weitere Diskussion ist dies von Bedeutung. Dass das Projekt im Winkel von Massener Bahnhofstraße und Kletterstraße auf Widerspruch stößt, ist unüberhörbar. Schon ein Bürgerabend, den die Massener SPD veranstaltet hatte, wurde gerade von Kritikern genutzt. Die SPD kam aber später doch zu der Einschätzung, dass diese Proteste zwar laut vorgetragen würden, aber doch nicht für die Mehrheit der Massener stünden. Und so stimmte der SPD-Ortsverein in einer internen Meinungsbildung für die beiden neuen Supermärkte - nicht einstimmig, aber mehrheitlich.

Investor auf Werbetour in den Fraktionen

Im Rat der Stadt wird sich die Politik mehrfach mit den Ansiedlungsplänen befassen. Zunächst geht es um eine Neufassung des Unnaer Einzelhandelskonzeptes. Erst sie würde die Bereiche, in denen in Niedermassen Handelsansiedlungen denkbar sind, auf die Freifläche westlich der Massener Bahnhofstraße ausdehnen. Später liefe dann das baurechtliche Verfahren an.

Aktuell scheint es eine politische Mehrheit für die Neuansiedlungen zu geben. Auch die CDU-Ratsfraktion hat sich das Projekt von Investor Robert Löer vorstellen lassen und sich dann für ihre Zustimmung entschieden. Gleiches meldete zuvor bereits die FDP-Fraktion.

Allerdings beruhen diese Einschätzungen auf der Projektdarstellung des Investoren, der zuletzt offenbar auf einer regelrechten Werbetour war. Die Gegner des Projektes ziehen derweil nach: Rewe hat der Stadtverwaltung ein Verträglichkeitsgutachten vorgelegt, das eine akute Bestandsgefährdung für den Rewe-Markt am Massener Hellweg beschreibt. Ein Aldi-Markt allein wäre demnach noch zu tolerieren, eine Kombination aus Aldi und Edeka aber für Rewe nicht mehr zu verkraften. Diese Einschätzung könnte für Unna sogar das Risiko eines Rechtsstreites bedeuten.

Auch Initiative lädt die Ratsleute ein

Aktiv an die Ratsmitglieder herantreten will nun auch die Bürgerinitiative gegen die Ansiedlung, die sich nun „Interessengemeinschaft Massener für Massen“ nennt. Über das Büro des Bürgermeisters schreibt die Initiative die 52 Ratsmitglieder in Unna an, um sie zu einem Ortstermin am 8. März einzuladen. „Wenn uns diese Einladung zukommt, gehen wir dort hin“, stellte Rudolf Fröhlich als Fraktionsvorsitzender der CDU klar. „Und wenn wir dabei Argumente hören, die uns noch nicht bekannt waren, ist die CDU-Fraktion auch in der Lage, ihre Grundsatzentscheidung zu revidieren.“

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