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Obstwiese und Eichenwald als Geschenk für die Natur zwischen Unna und Billmerich

dzBaumpflanzung

Im Unnaer Süden wächst neben einer stattlichen Obstwiese nun auch ein kleines Wäldchen. Der Grund ist Manfred Bolles Liebe zur Natur. Nachahmer sind erwünscht und werden auch gefördert.

Unna

, 15.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Er sei nie ein Stadtmensch gewesen, immer ein „Landbewohner“, sagt Manfred Bolle. „Ich bin Naturliebhaber.“ Diese Liebe lässt inzwischen einiges an Gehölzen wachsen zwischen Unna und Billmerich. Bolle ist Eigentümer eines Hektars Land gegenüber von Haus Mersmann. Ursprünglich standen darauf 900 Edeltannen. Die in Jahrzehnten durchgewachsene Weihnachtsbaumkultur wurde abgesägt und zu Brennholz verarbeitet. Neu ließ Bolle dann 70 Obstbäume anpflanzen. In diesem Jahr haben Äpfel, Pflaumen und Walnüsse noch Eichen als Nachbarn bekommen. Auf der Fläche nebenan wurden 35 Stieleichen eingepflanzt. Anders als die Tannen vorher seien diese ökologisch wertvoll, so Bolle.

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Wertvolle Haufen aus totem Holz

Rund um die neuen Bäume sieht es auffallend „unordentlich“ aus. Überreste der alten Tannen liegen kreuz und quer am Boden oder sind hier und da zu Haufen aufgeschichtet. Genauso will es der Naturschutz. Totholzhaufen sind wertvolle Lebenräume. Das Holz dient Kleinlebewesen als Nahrung. Vögel und kleine Säugetiere finden in den Haufen Unterschlupf oder können sie für den Nestbau nutzen. Auch Insekten wie Wildbienen bekommen hier gute Chancen.

Lebensräume und Futter

Auch die Obstwiese nebenan ist ein Beitrag zum Naturschutz. Einen Teil des Obstes verwerte er selbst, sagt Bolle. „Und vieles bleibt einfach liegen als Winterfütterung für Vögel.“ Die Bäume selbst bieten Insekten in der Blütezeit Pollen und Nektar - heute wichtiger denn je, da Insektensterben zunehmend als Problem erkannt wird. Und wenn Obstbäume älter werden, können auch andere Tiere davon profitieren, beispielsweise Vögel wie Meisen, die in Höhlen brüten.

Apfelsorten

Vier Tipps vom Apfelexperten

Viele, die etwas Platz im Garten haben, pflanzen wieder Obstbäume an. Der Nutzen ist zweierlei: Blühende Bäume und Sträucher sind ein Stück Naturschutz. Und Obst aus dem eigenen Garten schmeckt. Obstbaumfachmann Hartmut Anton Kemper vom Kreis Unna empfiehlt Äpfel, weil das Obst am besten zu verwerten ist. Alte Sorten, die schon früher in unseren Breiten angebaut wurden, sind robust und manche können auch lange gelagert werden. Hier sind vier Tipps für Sorten, an denen vermutlich jeder Freude haben wird:
  • Weißer Winterglockenapfel
  • Ontario-Apfel
  • Dülmener Rosenapfel
  • Harberts Renette

Eine große Hinweistafel am Eingang zur Streuobstwiese erläutert kurz den Hintergrund und gibt Hinweise auf Vögel, die dort möglicherweise heimisch sind. Manfred Bolle will seine Leidenschaft auch anderen mitteilen. So lade er immer mal wieder auch Schulklassen zu Besichtigungen ein.

Hartmut Anton Kemper von der Landschaftsbehörde des Kreises Unna begrüßt derartiges Engagement für den Erhalt des Lebensraums Streuobstwiese. Inhaber Manfred Bolle gehört zu denen, die ihr Baumprojekt in Kooperation mit dem Kreis Unna umsetzen. Gerade hochstämmige Obstsorten böten Vögeln gute Nistmöglichkeiten. Und reißt einmal ein großer Ast von einem älteren Baum ab, so Kemper, freuen sich beispielsweise Hornissen. „Sie brauchen das Holz.“ Die zu Unrecht in Verruf geratenen Insekten gelten als friedvoll und als fleißige Schädlingsvertilger.

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