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Nachwuchsärzte aus Lettland lernen an Unnaer Krankenhäusern

dzKooperation mit Uni Riga

Ärztemangel entwickelt sich an verschiedenen Stellen zum Problem. Da liegt es nahe für die heimischen Krankenhäuser, neue Wege der Personalsuche zu gehen. Einer führt jetzt nach Lettland. Eine neue Kooperation mit der Universität Riga ist für Unnas Krankenhäuser eine Brücke zu neuen Chancen.

Unna/Riga

, 11.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Drei Studenten aus Lettland verbringen derzeit ihr „Summer Practice“ in Unna. Alle stehen kurz vor dem Abschluss ihrer Ausbildung an der Internationalen Stradins Universität in Riga. Eine neue Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Krankenhaus in Unna sieht nun mindestens drei Wochen Praktikum am EK als Teil der praktischen Ausbildung vor. Zum Pflichtprogramm gehören die Stationen Innere Medizin und Chirurgie. Hinzu kommt ein Wahlfach. Und da die Unnaer Krankenhäuser sich an einigen Stellen abgesprochen und spezialisiert haben, führt dieses Wahlfach die Praktikanten teils auch in das Katharinen-Hospital. Karlis Milbergs etwa will vor allem Erfahrungen in der Dermatologie sammeln, und die gibt es nur am katholischen Krankenhaus. So sieht auch dessen Geschäftsführer Christian Larisch diesen neuen Austausch als „Option für die Zukunft“. Derzeit könne er alle Arztstellen gut besetzen, aber neue Kontakte können demnächst sicher nur helfen. „25 Prozent der Absolventen deutscher Medizinfakultäten arbeiten aus verschiedenen Gründen nicht als Ärzte“, sagt EK-Stiftungsvorstand Dr. Dietmar Herberhold. Es werde zunehmend schwer, Arztstellen neu zu besetzen.

Nachwuchsärzte aus Lettland lernen an Unnaer Krankenhäusern

Thorsten Roy (l.) vom Katharinen-Hospital sowie Dr. Dietmar Herberhold (2. v. l.) und Prof. Dr. Zaza Katsarava (r.) vom Evangelischen Krankenhaus begrüßen die angehenden Mediziner aus Lettland: Karlis Milbergs, Estere Urbancika und Valerijs Soloveiciks (3., 4., 5. v. l.). © UDO HENNES

Aus zunächst drei Studierenden sollen demnächst deutlich mehr werden. In Kürze soll ein vierter Lette in Unna eintreffen. Und die Kooperationsvereinbarung sieht eigentlich sogar einen Umfang von acht bis zehn Personen vor. Das hat in diesem Jahr allerdings aus einem praktischen Grund noch nicht funktioniert. Die Uni Riga habe für den Austausch ein deutsches Sprachzertifikat zur Verpflichtung gemacht. Und das haben laut Herberhold einfach nicht alle infrage kommenden Praktikanten geschafft. Deutschkenntnisse seien für das Praktikum sicher wünschenswert, aber nicht verpflichtend. Dass sie bereits gut Deutsch können, liegt bei den drei Pionieren des Austauschprogramms allerdings in ihrem eigenen Interesse. Die angehende Ärztin Estere Urbancika erklärt, sie wolle in Deutschland arbeiten, wenn sie fertig ausgebildet ist. Deutschland sei als Ziel sehr populär beim lettischen Medizinnachwuchs. Und das liege sicher auch am Gehalt, sagt Praktikant Valerijs Soloveiciks. Die Brücke nach Riga hat Prof. Dr. Zaza Katsarava gebaut. Der Chefarzt der Neurologie am EK, selbst gebürtiger Georgier, ist unter anderem als Präsident der Europäischen Kopfschmerzgesellschaft international vernetzt.

Die drei Letten wohnen übrigens auf dem Hochschulcampus in Massen, mit dem das EK inzwischen mehr und mehr zusammenarbeitet.

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