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„Kulturpott Ruhr“ verteilt Freikarten an Menschen mit geringem Einkommen

dzKultur

Auch Menschen, die ein geringes Einkommen haben, sollen Kultur erleben können. Dafür setzt sich der „Kulturpott Ruhr“ ein. Ehrenamtliche bieten Interessierten Freikarten für Veranstaltungen an.

Unna

, 11.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein Besuch im Theater? Oder ein klassisches Konzert der Extraklasse? Oder gar ein Trip zu einem Heimspiel des BVB? Für viele Menschen scheint das unerschwinglich zu sein. Selbst, wer mehr als die Grundsicherung bekommt, hat am Ende des Monats nicht die finanziellen Mittel für solche Extras. Was viele Menschen nicht wissen: Der „Kulturpott Ruhr“ macht genau solchen Interessierten den Weg frei zu besonderen Veranstaltungen.

Anlaufstelle in Unna freitags geöffnet

In Unna gibt es eine Dependance des „Kulturpotts Ruhr“ an der Hertinger Straße 30b, die unter Tel. (0 23 03) 305 04 47. Dort rufen drei Ehrenamtliche freitags zwischen 16 Uhr und 18 Uhr mögliche Gäste im Kreis Unna (aber auch ruhrgebietsweit) an und bieten ihnen Karten für Veranstaltungen an. Beliebt sind in Unna Veranstaltungen in der Lindenbrauerei, in der Konzertaula in Bergkamen, im Theater oder Konzerthaus der Stadt Dortmund, aber auch Veranstaltungen des Zirkus Roncalli oder von Flic-Flac. Natürlich können Unnaer Gäste auch Karten für Veranstaltungen ruhrgebietsweit – innerhalb des Regionalverbandes Ruhr (RVR) – erhalten, wenn sie mobil sind. Die Ehrenamtlichen freuen sich auch, wenn Gäste freitags direkt an der Hertingerstraße 30b vorbeikommen. Dann kann die Beratung persönlich geschehen. Gäste und die „Kulturpott“-Vermittler lernen sich so persönlich kennen. Dieses Angebot wird auch schon von einigen Gästen angenommen.

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Gast beim „Kulturpott Ruhr“ zu werden, ist einfach: Menschen, die Grundsicherung, Hartz IV oder eine vergleichbare soziale Unterstützung erhalten, lassen sich auf einem Anmeldeformular, das bei der Tafel, im Jobcenter, im Sozialamt, Jugendamt und bei den Wohlfahrtsverbänden ausliegt, von einer dieser Institutionen bescheinigen, dass sie ein geringes Einkommen erhalten. Diese Bescheinigung gilt für ein Jahr und muss dann erneuert werden. Die Einkommensgrenze liegt derzeit für eine Einzelperson bei 1.064 Euro netto.

Zweite Karte für Begleiter

Auf dem Anmeldeformular gibt der zukünftige Gast seine persönlichen Kontaktdaten an, unter denen er erreichbar ist und macht seine persönlichen Interessen deutlich. Wer dann Gast bei einer Veranstaltung sein darf, bekommt für jede Veranstaltung zwei Karten angeboten. Die zweite Person muss nicht die Grundvoraussatzungen erfüllen. Vielmehr soll Menschen, die allein nicht gern etwas unternehmen wollen oder die Unterstützung benötigen – etwa bei körperlichen Beschwerden oder auch nur durch ein Auto – so die Möglichkeit gegeben werden, die Barrieren für eine Teilnahme zu überwinden. Die Gäste gehen zur Theaterkasse und nennen wie alle Menschen, die Karten vorbestellt haben, ihren Namen und erhalten ihre Tickets. So wird jede Form von Diskriminierung vermieden.

„Kulturmentoren“ leiten Gruppen

Seit zwei Jahren gibt es beim „Kulturpott Ruhr“ ein neues Angebot. Menschen, die mit Gruppen von Menschen mit Behinderung oder Asylbewerbern Veranstaltungen besuchen wollen, können sich bei dem Verein als „Kulturmentoren“ bewerben und erhalten dann für die Gruppen auch mehr als zwei Karten. Alle Informationen gibt es auch unter www.kulturpott.ruhr.

Kontakt

Ehrenamtliche sind willkommen

Wer sich für eine ehrenamtliche Tätigkeit in Unna interessiert, ist willkommen. Eine Kontaktaufnahme ist freitags von 16 bis 18 Uhr direkt an der Hertingerstraße 30b oder unter Tel. (0 23 03) 305 04 47 möglich. Außerhalb dieser Zeiten steht die Zentrale in Gelsenkirchen unter Tel. (02 09) 15 79 44 10 möglich.

Der Verein „Kulturpott Ruhr“ lebt vom ehrenamtlichen Engagement, sowohl in den Vermittlungsstellen als auch im fünfköpfigen Vorstand. Ohne eine kleine Geschäftsstelle funktioniert die Arbeit allerdings nicht. Alle Veranstaltungen müssen ins System eingegeben werden, Gästelisten müssen erstellt und den Veranstaltern zur Verfügung zugeschickt werden. Mit ehrenamtlicher Unterstützung werden direkt von der Geschäftsstelle auch Karten vermittelt. Da der „Kulturpott Ruhr“ keine öffentliche Förderung erhält und jeden Monat für Büro und Organisation etwa 2.000 Euro benötigt, ist der Verein immer wieder auf Spenden angewiesen. Wer den Verein unterstützen möchte, kann dafür auch eine Spendenbescheinigung bekommen.

Spenden Bescheinigungen werden ausgestellt Der „Kulturpott Ruhr“ freut sich auch über Einzelspenden auf sein Konto bei der GLS Bank: IBAN DE52 4306 0967 4075 8326 00, BIC GENODEM1GLS. Auf Wunsch werden auch Spendenquittungen ausgestellt. Dafür sollte im Verwendungszweck die eigene Anschrift angegeben werden.

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