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Königsborner JEC ist bereit für Eishallen-Darlehen - auch wenn die CDU anderes behauptet

dzBürgerbegehren zur Eissporthalle

Die CDU hat in ihrer Zeitschrift „Aktiv für Unna“ behauptet, der Königsborner JEC sei nicht bereit, das Risiko eines Kredits zu tragen. Diese Information ist falsch, bestätigt der Verein.

Unna

, 16.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Schnell kommt einem der Begriff „Fake News“ in den Sinn: In ihrer Parteischrift „Aktiv für Unna“ hat die CDU behauptet, der Königsborner JEC sei nicht bereit, das Risiko eines Darlehens der NRW-Bank zu tragen. Der KJEC macht auf Anfrage deutlich, dass diese Einschätzung falsch ist.

„Die Mitglieder des KJEC haben in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung (...) über eine grundsätzliche Bereitschaft, sich an der Gründung einer gemeinnützigen Gesellschaft zu beteiligen, die den laufenden Betrieb der Eissporthalle zum Gegenstand hat, abgestimmt“, teilt Nathalie Hölmer für die Geschäftsführung des Eishockeyvereins mit. Unserer Redaktion liegt das Ergebnis dieser Abstimmung vor. Demnach gab es 65 Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme und sechs Enthaltungen.

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CDU gibt sich unwissend

Der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Gerhard Meyer erklärt, seine Partei habe davon zum Redaktionsschluss für seine Veröffentlichung nichts gewusst: „Zum Zeitpunkt der Zeitungserstellung war unsere und damit auch meine Information, dass es für die Kreditaufnahme durch den KJEC keine Bereitschaft gab.“

Richtiger wird die Behauptung der CDU dadurch nicht. Ihr Heft ist im April erschienen, die außerordentliche Mitgliederversammlung des KJEC fand bereits am 13. Februar statt. Die CDU hätte also genug Zeit gehabt, diese Frage gründlich zu klären.

„Unna braucht Eis“ spricht von Skandal

Der Verein „Unna braucht Eis“, der für den Erhalt der Eissporthalle kämpft und sie in Form einer gemeinnützigen GmbH weiterbetreiben will, erklärt mit Blick auf die im CDU-Heft genannten Argumente, „dass einige der Behauptungen die Wahrheit stark verzerren, andere sogar offensichtliche Falschaussagen sind.“ Der Verein spricht Klartext: „Es darf nach unserem demokratischen Verständnis nicht richtig sein, dass politisch gewollte Ziele mit teilweise nachweisbar falschen Informationen erzielt werden. Wir finden dies skandalös.“

Fördermittel im Blick

Die Eis-Initiative will bekanntlich eine gGmbH gründen, um Fördermittel beantragen zu können in Verbindung mit einem Darlehen der NRW-Bank. Dieses Darlehen war bei der KJEC-Abstimmung im Februar ausdrücklich Thema. Sollte es konkrete Verhandlungsergebnisse geben, die den KJEC betreffen, würde er noch einmal für den konkreten Fall abstimmen. „Über die schlussendliche Gründung der Gesellschaft entscheidet der KJEC durch eine weitere Mitgliederversammlung“, teilt der Verein mit.

Irritation um Schlittschuhe

„Unna braucht Eis“ sieht weitere falsche Behauptungen in dem CDU-Heft. So heißt es darin: „Nein zu 400.000 Euro für den Ankauf von Leihschlittschuhen!“ Die Eis-Initiative rechnet vor, es würden lediglich 1500 Paar Schlittschuhe benötigt, die für jeweils 40 Euro zu bekommen seien. Das wären insgesamt 60.000 Euro.

CDU-Chef Meyer kann die Differenz erklären: „Die Aussage, dass der Verein als Anschubfinanzierung 400.000 Euro benötigt für u.a. Leihschlittschuhe (aber nicht nur, sondern auch Banden und weiteres Equipment, um überhaupt starten zu können), wurde von dem Verein vor der gesamten CDU-Fraktion im Zuge einer Informationsveranstaltung in der Fraktion getroffen. Daher auch die Aussage in unserer Zeitung im Textteil, dass diese Summe für ein Eislaufequipment gewünscht wird.“ Meyer räumt ein, dass in der kritisierten Formulierung „u.a.“ fehle. Das sei ein „Redaktionsversäumnis, das aber im Textteil danebenstehend mit dem Begriff Eislaufequipment klargestellt“ werde.

CDU glaubt nicht an 55.000 Besucher

Die CDU bleibe zudem bei ihrer Auffassung, dass sie jährlich 55.000 Besucher vor dem Hintergrund der Konkurrenzsituation anderer Eislaufhallen in der Region für utopisch halte.

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