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Klima-Info statt Klima-Streik: Geschwister-Scholl-Gymnasiasten gehen eigenen Weg

dz„Fridays for future“

Sie hätten einfach nach Dortmund fahren und an der dortigen Klimaschutz-Demo teilnehmen können. Doch die Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums haben sich bewusst anders entschieden.

Unna

, 15.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Tom Eichhorn ist ehrlich: „Ich habe mich bis vor einem halben Jahr noch nicht wirklich mit dem Klimawandel auseinandergesetzt.“ Doch jetzt, in Zeiten, in denen Greta Thunberg die Bedeutung einer gesunden Erde für ihre Generation kundtut, ist auch der 16-jährige Schülersprecher des Geschwister-Scholl-Gymnasiums (GSG) überzeugt: „Wir müssen etwas tun.“

Klima-Info statt Klima-Streik: Geschwister-Scholl-Gymnasiasten gehen eigenen Weg

Schülersprecher Tom Eichhorn vom GSG © Anna Gemünd

„Ich finde, dass wir als Schule viel mehr über den Klimawandel reden und vor allem auch mehr machen sollten.“
Tom Eichhorn, Schülersprecher GSG

Und das, was die GSG-Schüler tun, ist anders als das, was viele ihrer Altersgenossen seit einigen Wochen jeden Freitag machen: Anstatt an einer der „Fridays for future“-Demos teilzunehmen, die seit einigen Wochen regelmäßig freitags während der Schulzeit in vielen Städten stattfinden, wollen Tom Eichhorn und seine Mitschüler aus der Schülervertretung gemeinsam mit ihren Lehrern herausfinden, was ihre Schule gezielt gegen den Klimawandel tun kann.

„Seitdem ich gesehen habe, was Greta macht, habe ich mich über unser Klima informiert und mich gefragt, was wir als Schule eigentlich für das Klima tun“, sagt Tom Eichhorn. Aus diesem Gedankengang entstand die Idee zu der Aktion, die am Freitagmorgen die Schüler des Königsborner Gymnasiums in der Pausenhalle versammelte.

Kein Streik, sondern Information und konkrete Ideen für den Klimaschutz - dieser Ansatz kam bei den GSG-Schülern offenbar an, denn um zehn Uhr war die Halle zum Bersten gefüllt, knapp 600 Schüler drängten sich vor einer kleinen Leinwand. Impressionen der Erde waren darauf zu sehen, gefolgt von einem Erklärvideo zum Klimawandel. „Wir müssen einfach auch erstmal erklären, worum es geht“, findet Tom Eichhorn. Unterstützung bekam die Schülervertretung dabei von ihren beiden SV-Lehrern Silvan Thelen und Jörn Kastrup. „Das ist der richtige Weg: Informieren, diskutieren und gemeinsam überlegen, was man tun kann“, findet Jörn Kastrup.

„Ich finde, dass wir als Schule viel mehr über den Klimawandel reden und vor allem auch mehr machen sollten“, fasst Tom Eichhorn die Hoffnung zusammen, die hinter der Idee der SV steckt.

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Schulleiterin Stephanie Friske wurde von den Schülern am Freitag in die Aktion miteingebunden. Wie sie es finde, dass Schüler streiken, um für das Klima zu protestieren - gleich die erste Frage war heikel. „Grundsätzlich halte ich sehr viel von Aktionen für das Klima. Vor allem finde ich es sehr gut, wenn es dazu auch Informationen gibt, so wie ihr es heute macht“, antwortete Friske, die um Verständnis dafür warb, dass sie keine eigene Meinung zum Schülerstreik äußern dürfe, weil sie in der Sache gebunden sei an das, was Bezirksregierung und Schulministerium sagen.

Klima-Info statt Klima-Streik: Geschwister-Scholl-Gymnasiasten gehen eigenen Weg

Schulleiterin Stephanie Friske stand den Schülern Rede und Antwort und schlug vor, die Klimakonferenz zu wiederholen, die es vor einigen Jahren an der Schule gab. © Udo Hennes

Hat sie Ideen, was das GSG an eigenen Aktionen machen könnte, um über den Klimawandel zu informieren und das Klima nachhaltig zu schützen? Die hat die Schulleiterin: „Vielleicht sollten wir die Klimakonferenz wiederholen, die wir vor einigen Jahren an unserer Schule durchgeführt haben. Dabei geht es vor allem auch darum, das eigene Verhalten im Bezug auf das Klima zu hinterfragen.“ Mit Solarzellen auf dem Schuldach, der Mülltrennung auf dem Schulgelände und Fahrradstellplätzen tue das GSG durchaus schon Einiges für das Klima. „Es sind die Dinge im Kleinen, die wir im Blick haben müssen“, meinte Friske.

Ein Projekttag oder eine Projektwoche rund um die Themen Klima und Klimaschutz - dieser Forderung der Schüler, die die SV formulierte, steht Friske ebenfalls nicht abgeneigt gegenüber. „Das ist denkbar, wenn es inhaltlich passt. Die Zukunft des Planeten und eure schulische Zukunft müssen zueinander passen.“

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