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Klassik Open Air: Eine Mannschaft mit zwölf Klasse-Spielern

20. Klassik Open Air in Unna

Die 20. Auflage des „Klassik Open Air“ begeistert am Samstagabend auf dem Alten Markt in Unna mit besonderer Atmosphäre. Erstmals kommt sie ohne die Neue Philharmonie Westfalen aus. Und die zwölf Hellweger Cellisten zeigen eindrucksvoll, dass sie beileibe keine Ersatzmannschaft sind.

Unna

, 18.06.2018
Klassik Open Air: Eine Mannschaft mit zwölf Klasse-Spielern

Die zwölf Hellweger Cellisten beim Klassik Open Air auf dem Alten Markt in Unna. Foto: Sarad © Borys P. Sarad

Schlagartig war es geradezu andächtig still in „Unnas guter Stube“; da verstummten die Fußball-Fachsimpler und hielten die Kellner inne: Die 20. Auflage des „Klassik Open Air“ verwandelte den Marktplatz für einige Stunden in einen Freiluft-Konzertsaal mit ganz eigener Atmosphäre.

Keine Ersatzmannschaft

Genau die verzaubert ganz offensichtlich auch Johannes Wildner. Der Dirigent führte als Moderator durch den musikalischen Abend, der in diesem Jahr erstmalig ohne die Neue Philharmonie Westfalen auskommen musste. „Für mich ist das hier wie mein Wohnzimmer“, bekannte Wildner zu Beginn des Konzertes, das trotz der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft zahlreiche Gäste angelockt hatte. „Wir spielen heute ja in einer Zeit, in der alle Mannschaften aus elf Leuten bestehen. Doch wir haben heute zwölf Musiker für Sie hier“, kündigte Wildner die zwölf Hellweger Cellisten an, die als „Ersatzmannschaft“ für die Philharmoniker auftraten. „Wobei das mehr als untertrieben ist, sie als Ersatzmannschaft zu bezeichnen“, betonte Wildner.

Auch Fußballfans in den Bann gezogen

Und schon der Auftakt bewies: Händel passt erstaunlich gut zu Vorrundenspielen der Fußballweltmeisterschaft. Eine bierselige Fußballrunde im Biergarten vergaß gar den Blick auf den Fernsehbildschirm, als die „Passacaglia“ des barocken Meisters den Abend eröffnete – und das mag nicht nur an der bis dahin lauen Begegnung Peru-Dänemark gelegen haben. Genau diese ungezwungene, entspannte Atmosphäre hatte auch Monika Pagenkämper auf den Markt gelockt. Am Rande des Eselsbrunnens hatte die Unnaerin noch einen Platz gefunden und befand: „Das Schöne ist, dass man hier ganz locker stehen bleiben kann, einfach zuhören darf und wenn es einem nicht gefällt, auch gehen kann. Das ist für ein klassisches Konzert außergewöhnlich.“