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Trotz Kälteeinbruchs steht das Freibad Bornekamp in den Startlöchern: Das Becken ist gereinigt und wird bis Sonntagnachmittag randvoll sein. Damit wäre alles bereit für einen noch früheren Saisonstart als 2018.

Unna

, 14.04.2019 / Lesedauer: 4 min

Schnee. Ja, es waren tatsächlich kleine Schneeflocken, die den fleißigen „Schrubbern“ bei ihrer Arbeit am Freitagmorgen im Becken des Freibads Bornekamp über die Schulter rieselten. Dort verschwanden sie allerdings schnell im Putzschaum, mit dem das Edelstahlbecken gründlichst gereinigt wurde. Denn Schnee und Kälte hin oder her: Die Mitglieder des Freibad-Vereins sind vorbereitet, Mittwoch könnten sich die Türen zum Freibad das erste Mal in dieser Saison öffnen.

Im Freibad Bornekamp in Unna laufen die Vorbereitungen für einen neuen Rekord-Frühstart

Das Piratenschiff wurde leicht versetzt und hat eine neue Rutsche bekommen. © Anna Gemünd

Das ist diese Saison neu

Kinderspielplatz überarbeitet

  • Die jüngsten Badbesucher können sich freuen: Der Kinderspielbereich im vorderen Teil des Freibadgeländes wurde überarbeitet.
  • Der dort stehende Rutschenturm am Piratenschiff war nicht zeitgemäß und ist ersetzt worden. Mit neuer Rutsche steht das Piratenschiff nun leicht anders als vorher auf dem Sandplatz.
  • Ergänzt wird der Bereich außerdem um ein neues kleines Spielhaus aus Holz.

Sollte es tatsächlich so kommen, wäre der Start in die Saison 2019 tatsächlich noch einen Tag früher als der in die Rekordsaison 2018: Damals strömten am 18. April erstmals die Mutigen ins Bad, um den Sprung ins Becken zu wagen - bei 16,5 Grad Wassertemperatur. „Da hatten wir allerdings auch 24 Grad Außentemperatur“, erinnert sich Jessica Mense, Vorsitzende des Freibad-Vereins, „momentan haben wir eher Temperaturen, bei denen das Wasser noch wärmer ist als die Luft. Vielleicht sollten die Besucher dann besser im Neoprenanzug kommen.“ Egal, ob im schützenden Taucheranzug oder in Badehose - die Besucher können sich sicher sein, dass „ihr“ Freibad nach dem Winterschlaf wieder blitzblank geputzt und startklar für die Saison ist.

„Vielleicht sollten die Besucher besser im Neoprenanzug kommen.“
Jessica Mense angesichts der kühlen Temperaturen

Am 8. April begannen die Freibad-Vereinsmitglieder damit, das Wasser abzulassen - und davon profitierten zunächst einmal die Wiese und die Bäume auf dem Freibadgelände. „75 Prozent des Beckenwassers holen wir mit einer Tauchpumpe und einem Feuerwehrschlauch raus“, erklärt Jessica Mense. „Damit gießen wir dann die Bäume und die Wiese.“ Seit zwei Jahren macht der Verein dies bereits - zum Vorteil von Bäumen und der Vereinskasse. „Für uns bedeutet das weniger Abwasser und den Pflanzen tut es auch gut“, so Mense.

Alle fünf Zentimeter muss geschrubbt werden

Damit das restliche Wasser ablaufen kann, muss der Stöpsel gezogen werden - und dann geht die Arbeit für die Becken-Putztruppe los: Mit Frischwasser und Besen „verfolgen“ die Vereinsmitglieder das ablaufende Wasser und schrubben quasi hinter ihm her. „Wenn man zu lange wartet, entstehen alle fünf Zentimeter grüne Ränder, die antrocknen. Und die später wieder zu entfernen, ist viel aufwendiger“, erklärt Mense.

Wasser muss den Winter über im Becken bleiben

Sind die 400 Kubikmeter Wasser vollständig abgelaufen, kommt der Edelstahlreiniger zum Einsatz. Seit acht Jahren hat das Freibad kein gefliestes, sondern ein Edelstahlbecken. Ein großes Vorteil, wie Mense findet: „Bei den Fliesen ist ständig irgendwo eine Fuge weggebröckelt.“ Allerdings muss in einem Edelstahlbecken das „alte“ Wasser über den Winter im Becken bleiben. Das hat einen einfachen Grund: Die anderthalb bis zwei Millimeter dicken Edelstahlplatten des Beckens halten allein durch den Druck des Wassers in Form. „Wäre das Becken leer und die Sonne würde auf den Edelstahl scheinen, dann würden sich die Platten verformen oder im schlimmsten Fall auch Risse bekommen“, erklärt Jessica Mense.

Diese Aktionen stehen an

Ostereiersuche und Anbaden

  • Schon Tradition ist es geworden, dass am Ostersonntag um 15 Uhr auch im Freibad Bornekamp Ostereier gesucht werden können - und das sogar unter Wasser. Ein tauchender Osterhase wartet am Boden des Schwimmbeckens auf mutige Kinder, die zu ihm hinabtauchen - und natürlich eine süße Belohnung bekommen.
  • Aber auch „an Land“ darf gesucht werden: Auf der großen Freibadwiese wird es wie in den Vorjahren zwei abgtrennte Suchbereiche geben; einen für ältere Kinder, die alleine suchen und einen für die Jüngsten, die mit Mama und Papa zusammen suchen.
  • 500 bunte Eier und diverse Süßigkeiten werden auf dem gesamten Freibadgelände versteckt sein - ermöglicht wird dies durch eine Spende der Bürgerstiftung Unna. Ganz wichtig für alle Suchenden: Körbchen mitbringen!
  • Ganz gleich, wann nun tatsächlich der erste Sprung ins Becken möglich ist: Am 1. Mai wird traditonsgemäß „angebadet“. Das Ganze startet wie immer um 11 Uhr mit dem Trödelmarkt auf der Wiese.

Damit der Sprung ins - mutmaßlich noch sehr kühle - Nass in der kommenden Woche tatsächlich gelingen kann, laufen seit Freitagmittag die Pumpen. Mit der Zuschaltung der Solaranlage und der Zugabe des Chlors soll das Freibad dann Mittwoch startklar sein. Wie warm das Wasser dann sein wird, hängt einzig und allein von der Sonne ab. Die Solaranlage auf dem Dach des Freibadgebäudes ist der entscheidende Faktor für die Temperatur im Becken.

Verein wünscht sich dauerhaft 24 Grad Wassertemperatur

Doch auch das soll sich nach dem Willen des Vereins in naher Zukunft ändern: „Wir hätten gerne in irgendeiner Form eine verlässliche Wassertemperatur von ungefähr 24 Grad“, sagt Jessica Mense. Die Solaranlage „schafft“ maximal 19 Grad kontinuierlich - wenn das Wetter mitspielt und die Nächte nicht zu kalt werden. Was technisch nötig ist, damit das Wasser im Freibad kontinuierlich vom ersten bis letzten Saisontag 24 Grad warm ist, rechnen jetzt die Stadtwerke für den Verein durch.

Das Ziel: Schwimmkurse für Ältere anbieten

Hinter dem Wunsch nach mehr Wärme stecken die zahlreichen Anfragen, die den Verein schon seit längerem erreichen: „Wir werden immer wieder gefragt, ob wir nicht Schwimmkurse für Erwachsene anbieten können oder auch Aquafitness für Senioren am Vormittag. Dafür brauchen wir aber verlässlich wärmeres Wasser“, sagt Jessica Mense.

Im Freibad Bornekamp in Unna laufen die Vorbereitungen für einen neuen Rekord-Frühstart

Da dürfte so manches Kind neidisch werden: Die Freibad-Vereinsmitglieder kontrollieren die Süßigkeiten, die für den Kiosk eingetroffen sind. © Anna Gemünd

Mit dem Wegfall von Schwimmflächen im Stadtgebiet Unna - zuletzt durch das Bewegungsbad im Katharinen-Hospital - sei es vor allem für ältere Menschen schwierig, in ihrer Nähe einen Schwimmkurs besuchen zu können. „Wenn wir da als Freibad in den Sommermonaten eine verlässliche Anlaufstelle werden könnten, würde das eine Bedarfslücke schließen“, ist sich Mense sicher. Am liebsten würde der Verein das Projekt schon zur Saison 2020 realisieren. „Aber wir brauchen erst mal eine Hausnummer, was das finanziell bedeuten wurde“, so die Vorsitzende.

„Wir haben 2018 durch Eintrittskarten doppelt so viel eingenommen wie 2017.“
Jessica Mense vom Freibadverein Bornekamp über die Rekordsaison 2018

Den Sommer 2018 würden sie im Freibad Bornekamp am liebsten eins zu eins kopieren. „Die Saison war einfach grandios. Wir haben 2018 durch Eintrittskarten doppelt so viel eingenommen wie 2017“, erinnert sich Jessica Mense. Beim spontan organisierten Mondscheinschwimmen waren über den Tag verteilt 1700 Menschen im Bad. „Wir können nicht wissen, wie der Sommer dieses Jahr wird, vielleicht gibt es auch im Mai und Juni richtig schlechtes Wetter. Deswegen nutzen wir jetzt auch schon jeden Tag im April, der sich anbietet.“ Vielleicht ja schon den 17. April. Für Unna sagt der Wetterbericht für diesen Tag 17 Grad voraus - ein halbes Grad mehr als die Wassertemperatur beim Saisonstart 2018.

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