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Dreimal weißes Pulver an drei verschiedenen Orten im Kreisgebiet: Die Feuerwehr war am Montag im Großeinsatz. Erst gegen 16 Uhr steht fest: Es handelt sich wohl um Backpulver.

Unna

, 08.04.2019 / Lesedauer: 6 min

Ein Briefumschlag mit weißem Pulver - an gleich drei Orten im Kreis Unna sorgte am Montagvormittag für Großeinsätze der Feuerwehr. Nahezu zeitgleich wurden aus den Poststellen des Stadthauses in Werne und des Katharinenhospitals in Unna der Fund jeweils eines Briefumschlages gemeldet, der ein verdächtiges weißes Pulver enthielt. Gegen 13.30 Uhr meldete auch das Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg einen Umschlag mit weißem Pulver. Für die Analytische Task Force (ATF) der Feuerwehr Dortmund bedeutete dies eine Marathon-Tour durch den Kreis Unna.

Mitarbeiterinnen reagierten genau richtig

Gegen 10 Uhr meldet die Poststelle des Katharinenhospitals den Fund eines Umschlags mit verdächtigem weißen Pulver. Adressiert ist dieser an das „Katharinenhospital Unna“, weiter steht nichts auf dem Umschlag. Die beiden Verwaltungsmitarbeiterinnen, die den Brief entdeckten, handeln „hervorragend“, wie der Einsatzleiter der Feuerwehr, Hans-Martin Berg, ihnen später attestiert: Sie öffnen die geschlossene Plastiktüte, in der sich das Pulver befindet, nämlich nicht, sondern informieren sofort die Feuerwehr.

Weißes Pulver in Unna, Fröndenberg und Werne löst Großeinsätze aus

Der Nordring blieb während des Einsatzes am Katharinenhospital gesperrt. © Michael Neumann

Die rückt mit großem Aufgebot an: Neben den Einsatzkräften der Hauptwache sind auch der Löschzug 2 (Massen und Königsborn), die Löschgruppe Afferde und der Löschzug 6 (Mitte, Kessebüren und Billmerich) vor Ort, zudem ein Gefahrstofferkunder der Feuerwehr Schwerte. Binnen Minuten sind die Obere Husemannstraße und der Nordring abgesperrt, die Zufahrt zum Krankenhaus mit Flatterband versperrt. Rettungswagen und Dialysefahrten werden über die Mozartstraße zum Krankenhaus geleitet. Die Poststelle ist komplett abgeriegelt.

Stadthaus in Werne abgeriegelt

Zeitgleich in Werne: Mitarbeiter im Stadthaus in Werne dürfen ihre Büros nicht verlassen. Auch hier trifft in der Poststelle ein Briefumschlag mit einem weißen Pulver ein – offenbar wenige Minuten vor dem Fund in Unna. Auch hier ist die Feuerwehr mit zahlreichen Kräften vor Ort. Das Stadthaus ist komplett abgeriegelt.

Die Unnaer Feuerwehr fordert Unterstützung von der Analytischen Task Force (ATF) der Feuerwehr Dortmund an. Diese Einheit ist spezialisiert darauf, Gefahrenstoffe zu analysieren.

Analytische Task Force (ATF)

Das machen die Spezialisten für Gefahrstoffe

  • An sieben Standorten im Bundesgebiet gibt es eine so genannte Analytische Task Force (ATF), die an die jeweiligen Standorte der Feuerwehr angegliedert sind. Die Aufgabe der ATF besteht darin, eine schnelle Analyse bei chemischen Einsatzszenarien zu liefern.
  • Die ATF arbeitet in einem Radius von 200 Kilometern um ihren jeweiligen Standort. Innerhalb von zwei Stunden liefert die ATF dort Unterstützung. Einer der sieben ATF-Standorte ist der Feuerwehr Dortmund angegliedert.

Schnell steht fest: große Ähnlichkeiten zwischen Werne und Unna

Doch die Spezialkräfte sind auch von Werne angefordert worden und fahren zunächst dorthin. In Köln gibt es eine weitere solche Einheit – die soll nun nach Unna kommen. Der Plan wird jedoch verworfen, nachdem die ATF-Kräfte in Werne gegen 12 Uhr in Werne eingetroffen sind und sich schnell herausstellt: Die Funde in Unna und Werne ähneln sich so sehr, dass man vom gleichen Hintergrund ausgehen kann. Möglich wird diese Feststellung durch einen Fotoabgleich: Die Spezialkräfte schicken Fotos des in Werne gefundenen Umschlags nach Unna, wo die Feuerwehrkräfte sie mit dem dort entdeckten Umschlag vergleichen. Da es offenbar große Gemeinsamkeiten gibt, sollen die ATF-Einsatzkräfte von Werne direkt nach Unna weiter fahren – das bringt auch einen Zeitgewinn, denn bis die ATF’ler aus Köln in Unna wären, würde es mindestens anderthalb Stunden dauern.

Weißes Pulver in Unna, Fröndenberg und Werne löst Großeinsätze aus

Zwei Feuerwehreinsatzkräfte betreten das Verwaltungsgebäude des Krankenhauses in Schutzanzügen. © Michael Neumann

Während in Werne die Spezialisten Proben von dem Pulver nehmen, ist am Nordring in Unna so etwas wie Ruhe eingekehrt. Einzelne Fahrzeuge rücken wieder ab – außer dem Warten darauf, dass die ATF-Kräfte von Werne nach Unna kommen, gibt es hier derzeit nichts zu tun. „Alles, was wir derzeit zum Schutz der Bevölkerung machen können, haben wir getan: Der Bereich ist isoliert und die Mitarbeiter werden von uns betreut“, sagt Holger Herlinghaus, der als Pressesprecher der Feuerwehr die Kommunikation vor Ort übernommen hat.

Acht Menschen in Unna in Kontakt mit dem Umschlag

Wie später bekannt wird, sind insgesamt acht Menschen mit dem verdächtigen Umschlag in Berührung gekommen. Für sie ist das Warten besonders nervenaufreibend: Unter Anleitung und Hilfe zweier Feuerwehrleute in Schutzanzügen reinigen sie sich gründlich, duschen und bekommen Ersatzkleidung der Feuerwehr gestellt. Ob sie tatsächlich in Gefahr sind, wissen sie zu diesen Zeitpunkt noch nicht.

Weißes Pulver in Unna, Fröndenberg und Werne löst Großeinsätze aus

Polizei und Feuerwehr sichern das Stadthaus Werne. © Jörg Heckenkamp

Um 12. 30 Uhr gibt es Entwarnung in Werne: Keine Kontamination

Gleiches gilt für den Verwaltungsmitarbeiter in Werne, der dort den Umschlag geöffnet hat. Auch er reagierte richtig und öffnete die Tüte mit dem Pulver nicht. Um 12.30 Uhr gibt es zumindest in Werne eine Gewissheit: Kontaminiert wurde durch das Pulver niemand, auch das Stadthaus kann wieder betreten werden. Da das Tütchen verschlossen war, kam es zu keiner Kontamination – selbst wenn es gefährlich sein sollte. Als ein „weißes Pulver mit gelben Stippen“ beschreibt die Feuerwehr Werne das dortige Pulver. Was es ist, muss noch analysiert werden. Die Analytische Task Force macht sich auf den Weg nach Unna.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Großeinsatz der Polizei am Stadthaus Werne wegen verdächtigem weißem Pulver

Ein verdächtiges weißes Pulver wurde im Stadthaus Werne gefunden. Polizei und Feuerwehr untersuchen die Situation.
08.04.2019
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Vorbereitung für den Einsatz des Messzuges aus Lünen, der das verdächtige Tütchen mit weißem Pulver bergen soll.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr haben das Stadthaus Werne abgesperrt.© Jörg Heckenkamp
Einsatzbesprechung mit den beiden Wehrleuten des Messtrupps Lünen, die das Tüten mit dem weißen Pulver bergen sollten.© Jörg Heckenkamp
Bürgermeister Lothar Christ (r.) im Gespräch mit der Einsatzleitung.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr haben das Stadthaus Werne abgesperrt.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr haben das Stadthaus Werne abgesperrt.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr haben das Stadthaus Werne abgesperrt.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr haben das Stadthaus Werne abgesperrt.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr sichern das Stadthaus Werne.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr sichern das Stadthaus Werne.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr sichern das Stadthaus Werne.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr sichern das Stadthaus Werne.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr sichern das Stadthaus Werne.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr sichern das Stadthaus Werne.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr sichern das Stadthaus Werne.© Jörg Heckenkamp
Polizei und Feuerwehr sichern das Stadthaus Werne.© Jörg Heckenkamp
Gegen 12 Uhr bauten Wehrleute eine Entgiftungsschleuse vor dem Stadthaus auf, die sie weniger später aber wieder demontieren konnten.© Jörg Heckenkamp
Im Stadthaus wurde verdächtiges Pulver entdeckt. Polizei und Feuerwehr sind vor Ort.© Mario Bartlewski
Polizei und Feuerwehr haben das Stadthaus Werne abgesperrt.© Mario Bartlewski
Polizei und Feuerwehr haben das Stadthaus Werne abgesperrt.© Mario Bartlewski
Polizei und Feuerwehr haben das Stadthaus Werne abgesperrt.© Mario Bartlewski
Polizei und Feuerwehr haben das Stadthaus Werne abgesperrt.© Mario Bartlewski

Zugang zur Grundschule bleibt frei

Dort ist der Nordring nach wie vor gesperrt, einzelne Fahrzeuge werden aber von Polizisten durchgelassen, um zur Tiefgarage des Medical Centers fahren zu können. Um 13.15 Uhr endet an der direkt gegenüber dem Krankenhaus gelegenen Nicolaischule die sechste Stunde. Eine Mutter, die offenbar ihr Kind abholen will, fragt einen Polizisten angesichts der Absperrungen besorgt, ob die Grundschule betroffen ist. Der kann Entwarnung geben: Zwar parkt direkt vor dem Schulgebäude am Nordring ein Feuerwehrfahrzeug, der Zugang zu Schulhof von der Gerhart-Hauptmann-Straße ist jedoch frei.

Weißes Pulver in Unna, Fröndenberg und Werne löst Großeinsätze aus

Um kurz nach 13 Uhr trifft die Analytische Task Force am Katharinenhospital ein. © Michael Neumann

Mit dem Schulgong der Nicolaischule treffen auch die ATF-Kräfte vor dem Katharinenhospital ein. Plötzlich geht alles ganz schnell: Die Spezialisten betreten das Verwaltungsgebäude und kommen schon nach wenigen Minuten wieder heraus – Entwarnung. Wie auch in Werne, ist auch in Unna das Pulver nicht in die Umgebung gelangt, sondern in der verschlossenen Tüte geblieben – also keine Kontaminationsgefahr. „Das ließ sich jetzt relativ schnell feststellen, weil wir den Kollegen zwischendurch schon Fotos von unserer Situation hier geschickt hatten“, erklärt der Einsatzleiter der Feuerwehr, Hans-Martin Berg, die Schnelligkeit, mit der die Absperrungen vor dem Krankenhaus abgebaut werden, „das war jetzt nur noch ein kurzes Abklären der Lage und dann war relativ schnell klar, dass hier keine Kontamination vorliegt.“

Von Unna geht es sofort weiter nach Fröndenberg

Zumal die ATF-Spezialkräfte bereits an der nächsten Stelle gebraucht werden: Noch während in Unna die ersten Absperrbänder entfernt werden, sind die Gefahrstoffspezialisten schon auf dem Weg nach Fröndenberg. Im dortigen Justizvollzugskrankenhaus (JVK) ist ebenfalls ein Umschlag mit verdächtigem Pulver aufgetaucht. Anders als in Unna und Werne ist das Pulver dort aber mit Menschen in Kontakt gekommen: Zwei Mitarbeiter kamen mit der unbekannten Substanz in Berührung, als sie den Brief öffneten.

Weißes Pulver in Unna, Fröndenberg und Werne löst Großeinsätze aus

Auf dem Gelände des Justizvollzugskrankenhauses Fröndenberg muss die Feuerwehr ebenfalls eingreifen: Auch hier wurde weißes Pulver gefunden. © Feuerwehr Fröndenberg

Während in Fröndenberg die Poststelle und Verwaltung des JVK abgeriegelt werden, atmet Christian Larisch in Unna auf: „Wir freuen uns sehr, dass es nichts Ernstes war“, sagt der Geschäftsführer des Katharinenhospitals in einer spontanen kleinen Pressekonferenz, „es ist gut zu wissen, dass wir in einem Ernstfall gut gewappnet sind.“

„Es wäre schön, wenn die Ermittlungsbehörden diese Spaßvögel jetzt ausfindig machen, die das verursacht haben. Das hat die Zeit vieler freiwilliger Feuerwehreinsatzkräfte gekostet. Da hängen auch wieder Unternehmen dran, die diese Einsatzkräfte für ihren Dienst freistellen.“
Christian Larisch, Geschäftsführer Katharinen-Hospital

Ausdrücklich lobt Larisch die Arbeit der Einsatzkräfte; in den Krankenhausalltag sei so wenig wie möglich eingegriffen worden. Doch Larisch findet auch eindeutige Worte an die Adresse derjenigen, die den Einsatz ausgelöst haben: „Es wäre schön, wenn die Ermittlungsbehörden diese Spaßvögel jetzt ausfindig machen, die das verursacht haben. Das hat die Zeit vieler freiwilliger Feuerwehreinsatzkräfte gekostet. Da hängen auch wieder Unternehmen dran, die diese Einsatzkräfte für ihren Dienst freistellen.“

Fröndenberg eine „Blaupause“ von Werne und Unna

Der Einsatz in Fröndenberg stellt sich unterdessen als „Blaupause“ der Vorfälle in Werne und Unna heraus – so zumindest bezeichnet der Leiter des Justizvollzugskrankenhauses, Joachim Turowski, den dortigen Pulverfund. Dort werden verdächtige Briefe geröngt – doch Substanzen wie Pulver können dabei nicht aufgespürt werden. Weil der Brief mit dem Pulver auf Anhieb nicht verdächtig erschien, wurde er auch nicht gesondert kontrolliert.

Während die Pulverfunde in Werne, Unna und Fröndenberg die Einsatzkräfte der Feuerwehr seit Stunden in Atem halten, ist die Polizei nach eigener Aussage „noch nicht im Boot“. Erst wenn klar sei, dass eine Straftat vorliege, könne auch ermittelt werden, sagt eine Sprecherin der Kreispolizeibehörde Unna auf Anfrage unserer Redaktion um 14.30 Uhr. Was das beinhalte, lässt sie offen.

Um 15.50 Uhr die Entwarnung für Fröndenberg: es ist Backpulver

Um 15.50 Uhr kommt die erlösende Nachricht für die beiden Mitarbeiter des JVK Fröndenberg: Die Substanz, mit der sie in Berührung gekommen sind, ist simples Backpulver. Das haben die Einsatzkräfte der Analytischen Task Force aus Dortmund mithilfe ihres Probenlabors herausgefunden. Damit ist auch der Großeinsatz in Fröndenberg beendet.

Auch für Unna und Werne sprechen „einige Indizien“ dafür, dass es sich um ein harmloses Pulver handelt, sagt Unnas Stadtsprecher Oliver Böer, kurz nachdem der Befund aus Fröndenberg bekannt ist. Dass die Umschläge und Tüten, in denen sich das Pulver in Unna und Werne befand, sich ähneln, hatte die Feuerwehr bereits vorher bekanntgegeben. Mit endgültigen Analyseergebnissen sei wahrscheinlich aber erst am Dienstag zu rechnen, meint Böer.

Polizei leitet Strafverfahren ein

Um kurz nach 16 Uhr meldet sich dann auch die Kreispolizeibehörde zu Wort: Zu allen drei Vorfällen leitet sie ein Strafverfahren ein – also handelt es sich offenbar doch um ein Straftat. Was den oder die Täter dann erwartet – das ist an diesem Montag noch völlig unklar. Nur eines steht fest – und zu dieser Aussage lässt sich sogar auch die Kreispolizeibehörde hinreißen: Auf den Verursacher dieser Großeinsätze dürften erhebliche Kosten zukommen.

Unser Liveticker zum Nachlesen:

Großeinsatz im Katharinen-Hospital
  • 16:14 Uhr

    Liveticker beendet

    Hiermit beenden wir unseren Liveticker. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

    Auf www.hellwegeranzeiger.de berichten wir zu den Vorfällen natürlich weiter.

  • 16:10 Uhr

    Polizei leitet Strafverfahren ein

    Seit über sechs Stunden sind die Einsatzkräfte der Feuerwehr nun an der verschiedenen Orten im Kreisgebiet im Einsatz - jetzt meldet sich auch die Kreispolizeibehörde Unna zu Wort: Man habe zu allen drei Sachverhalten ein Strafverfahren eingeleitet, teilt die Behörde per Pressemitteilung um kurz nach 16 Uhr mit. Nach Abschluss der Ermittlungen werden die Verfahren der zuständigen Staatsanwaltschaft übersandt. Auf den zu ermittelnden Verursacher werden durch den Einsatz erhebliche Kosten zukommen.

  • 16:07 Uhr

    Indizien sprechen auch in Unna und Werne für Backpulver

    Da die Tüten mit dem Pulver in Unna und Werne anders als in Fröndenberg verschlossen waren, liegen zu ihnen noch keine Analyseergebnisse vor. Allerdings lägen Indizien vor, dass es sich bei dieser Substanz ebenfalls um eine harmlose Substanz handelt, sagt Unnas Stadtsprecher Oliver Böer unserer Redaktion. Dass die Umschläge und die Tüten, in denen sich das Pulver befindet, sich an allen drei Orten ähnelten, hatte die Feuerwehr schon zuvor bekanntgegeben.

    Möglicherweise sei mit endgültigen Anayseergebnissen für Unna und Werne erst am Dienstag zu rechnen, so Böer.

  • 15:54 Uhr

    Jetzt ist klar: In Fröndenberg handelt sich um Backpulver

    Entwarnung am Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg: Bei dem weißen Pulver handelte es sich lediglich um Backpulver. Das haben die Einsatzkräfte der Analytischen Task Force aus Dortmund mithilfe ihres Probenlabors herausgefunden. Damit ist inzwischen nun auch der Großeinsatz in Fröndenberg beendet.

  • 15:03 Uhr

    Polizei passt auf, dass niemand entwischt

    Fröndenberger Feuerwehr und Polizei sind ebenfalls noch vor Ort.  Letztere sichert den abgesperrten Bereich mit Poststelle und umliegender Verwaltung ab – damit nicht versehentlich Jemand entwischt. Die beiden Mitarbeiter, die mit dem Pulver in Berührung gekommen sind, müssen auch noch im JVK ausharren. Sie müssen noch auf Entwarnung warten.

  • 15:03 Uhr

    Einsatz am JVK Fröndenberg läuft noch

    Im Fröndenberger Justizvollzugskrankenhaus ist der Einsatz hingegen noch in vollem Gange.  „Der Hof steht voll“, sagt JVK-Leiter Joachim Turowski. Die Einsatzkräfte der Analytischen Task Force (ATF) sind noch dabei, die Substanz zu analysieren. Die strenge Sicherheitskontrolle am Eingang der Justizeinrichtung am Hirschberg mussten sie übrigens nicht passieren – „das ist ein Notfall, die haben wie Polizei und Feuerwehr freie Fahrt“, erklärt Turowski.

  • 14:30 Uhr

    Ermittlungen erst, wenn Nachweis einer Straftat vorliegt

    Der Einsatz am Katharinenhospital ist für die Feuerwehrkräfte in Unna beendet, alle Fahrzeuge sind abgerückt und die Absperrungen aufgehoben. Insgesamt 35 Einsatzkräfte waren vor Ort.

    Wie es nun weiter geht, zeigt sich erst, wenn erste Analyseergebnisse des Pulvers vorliegen. Erst wenn klar ist, dass es sich um eine Straftat handelt, werden Ermittlungen in dem Fall aufgenommen - das sagt uns gerade eine Sprecherin der Kreispolizeibehörde Unna.

    Die Polizei stehe dazu im Austausch mit den Einsatzkräften der Analytischen Task Force (ATF), die nun am Justizvollzugskrankenhaus in Fröndenberg im Einsatz sind, wo ebenfalls verdächtiges Pulver gefunden wurde.

  • 14:02 Uhr

    Katharinen-Hospital: Umschlag war ans Krankenhaus adressiert

    In einem kurzen Statement haben ein Feuerwehrsprecher, Oliver Böer als Sprecher der Stadt Unna und Christian Larisch als Geschäftsführer das Katharinen-Hospitals soeben ein erstes Resümee des Einsatzes gezogen. Demnach ist nach wie vor unbekannt, um was für eine Substanz es sich handelt. Da das Pulver allerdings in einer Plastiktüte verpackt war und nichts ausgedrungen ist, konnte niemand kontaminiert werden – aus diesem Grund haben die Einsatzkräfte den Einsatz relativ schnell beendet. Adressiert war der Umschlag laut Larisch an das Krankenhaus, weiter sei von außen nichts zu erkennen gewesen.

  • 13:53 Uhr

    Augenscheinlich verdächtige Post wird im JVK geröntgt

    Nach Einschätzung von JVK-Leiter Joachim Turowski handelt es sich bei dem Vorfall in Fröndenberg um eine "komplette Blaupause" der beiden Vorfälle in Unna und Werne. Dabei landet eingehende Post im JVK längst nicht vom Briefkasten auf dem Schreibtisch. „Briefe, die verdächtig aussehen, werden bei uns vorher geröntgt“, erklärt Turowski. Doch Substanzen wie in diesem Fall können mit einer solchen Kontrolle nicht aufgespürt werden. Weil der Brief auf Anhieb nicht verdächtig erschien, wurde er allerdings auch gar nicht besonders kontrolliert.

  • 13:50 Uhr

    Im JVK Fröndenberg zwei Mitarbeiter betroffen

    Im Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg kam eine Mitarbeiterin mit der unbekannten Substanz in Berührung, als sie den Brief öffnete. Zudem noch ein weiterer Kollege, dem sie das Pulver zeigte. Beide Mitarbeiter sind laut JVK-Leiter Joachim Turowski augenscheinlich unversehrt - „bis auf den Schock.“

  • 13:34 Uhr

    Einsatz am Katharinenhospital ist beendet

    Das ging schnell: Die ATF-Kräfte haben keinerlei Gefahr für die Öffentlichkeit festgestellt, da das Pulver sofort in eine Tüte gepackt wurde. Um was für ein Pulver es sich handelt, steht allerdings noch nicht fest.

    Die Einsatzkräfte der Unnaer Feuerwehr und Polizei beenden ihren Einsatz am Krankenhaus jetzt. Die ATF-Kräfte fahren jetzt nach Fröndenberg, um das dort gefundene Pulver zu untersuchen.

  • 13:20 Uhr

    Pulver auch im JVK Fröndenberg gefunden

    Gerade erst sind die Dortmunder ATF-Einheiten aus Werne in Unna eingetroffen, da gibt es einen weiteren Einsatzort: Im Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg (JVK) wurde ebenfalls weißes Pulver gefunden; auch dort wurde eine Person kontaminiert, wie uns der Pressesprecher der Feuerwehr in Unna gerade mitteilt. 

    Die ATF-Kräfte werden nun zuerst die Substanz in Unna untersuchen und dann nach Fröndenberg zum JVK weiterfahren.

  • 13:15 Uhr

    Nicolaischule ist erreichbar

    In diesen Minuten endet die sechste Stunde an der Nicolaischule, direkt gegenüber des Katharinenhospitals. Der Schulhof an der Gerhart-Hauptmann-Straße ist trotz des Einsatzes erreichbar.

    Zeitgleich treffen gerade auch die ATF-Kräfte aus Dortmund ein, die bis gerade noch in Werne im Einsatz waren.

  • 12:53 Uhr

    Nordring in Unna noch gesperrt

    Am Katharinen-Hospital in Unna ist es derzeit sehr ruhig. Der Nordring ist immer noch gesperrt, einzelne Fahrzeuge werden aber durchgelassen. Autos, die aus der Tiefgarage des Medical Centers kommen,werden über den Lindenplatz geschickt.

  • 12:42 Uhr

    Mitarbeiter konnten Stadthaus in Werne verlassen

    Die im Stadthaus Werne gefundene Substanz wurde von den Spezialkräften der Feuerwehr geborgen, gegen 12.25 Uhr konnten die Mitarbeiter das Gebäude verlassen. Zuvor war es hermetisch abgeriegelt gewesen. Da das Tütchen verschlossen war, kam es zu keiner Kontamination – selbst, wenn das Pulver gefährlich sein sollte. Das müssen nun weitere Untersuchungen klären.

  • 12:35 Uhr

    Werne: Sperrung des Stadthauses aufgehoben

    Die Sperrung des Stadthauses Werne ist aufgehoben. Experten eines Messtrupps haben das weiße Pulver geborgen, es kam zu keiner Kontamination.

  • 12:27 Uhr

    Ein weißes Pulver mit gelben Stippen

    Aus Werne sind inzwischen Details über den Fund bekannt: In einem normalen Briefumschlag befand sich ein etwa vier mal acht Zentimeter großes Plastiktütchen und darin weißes Pulver mit gelben Stippen. Das Tütchen sei mit einem Zipper-Verschluss verschlossen gewesen, sagte  Feuerwehr-Chef Thomas Temmann auf Anfrage. Demnach ist der Mitarbeiter, der den Umschlag geöffnet hat, ehemaliger Rettungssanitäter "und hat sofort richtig reagiert".

  • 12:23 Uhr

    Angebliches Bekennerschreiben: Polizei dementiert Gerücht

    Die Pressestelle der Polizei hält sich bedeckt, verweist weiter auf die Federführung der Feuerwehr. Zur Frage, ob die Polizei bereits Ermittlungen aufgenommen habe, konnte eine Sprecherin der Kreispolizeibehörde zunächst nichts sagen. Nur so viel: Ein Bekennerschreiben, wie es Gerüchte am Unnaer Einsatzort zunächst vermuten ließen, liegt offenbar nicht vor.

  • 12:12 Uhr

    Warten auf das Analyseergebnis aus Werne

    Am Katharinan-Hospital in Unna warten die Einsatzkräfte auf das Ergebnis der Analyse in Werne - und dann auf das Eintreffen der Spezialeinsatzkräfte von dort. So lange könne man nichts machen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr vor Ort. Einzelne Kräfte rücken deshalb bereits wieder ab, auch um Platz zu schaffen.

  • 12:04 Uhr

    Video vom Einsatz am Katharinen-Hospital in Unna

  • 11:55 Uhr

    In Werne beginnt die Analyse der Substanz

    Am Stadthaus in Werne beginnt nun die Untersuchung der verdächtigen Substanz. Zwei Männer gehen unter Atemschutz in das Gebäude, um das weiße Pulver zu untersuchen. 

  • 11:50 Uhr

    In Unna und Werne vermutlich derselbe Hintergrund

    Die Spezialeinheit der Feuerwehr, die aktuell in Werne im Einsatz ist, geht nach einem Abgleich der Fotos davon aus, dass sich an beiden Enisatzorten in Unna und Werne um denselben Hintergrund handelt. Die Analyse der Substanz in Werne steht noch aus, danach wird die ATF-Einheit nach Unna fahren. Die zwischenzeitlich angeforderte Sondereinheit der Feuerwehr aus Köln wurde wieder abbestellt - sie bräuchten vermutlich ohnehin rund anderthalb Stunden bis nach Unna. 

  • 11:47 Uhr

    Gerüchte über ein Bekennerschreiben

    Am Einsatzort in Unna machen Gerüchte die Runde, es gebe ein Bekennerschreiben. Der Sprecher der Feuerwehr vor Ort konnte das zunächst nicht bestätigen.

  • 11:44 Uhr

    Werne: Analyse-Task-Force aus Dortmund eingetroffen

    Am Stadthaus in Werne ist zwischenzeitlich die Analyse-Task-Force (ATF) aus Dortmund eingetroffen. Die Spezialkräfte werden das verdächtige Pulver nun untersuchen um herauszufinden, ob es sich tatsächlich um einen Gefahrenstoff handelt.

  • 11:43 Uhr

    Verdächtige Substanz in Kunststoffbehälter verschlossen

    Nach ihrem Eintreffen am Katharinen-Hospital in Unna haben die Einsatzkräfte der Feuerwehr die verdächtige Substanz sofort in einen Kunststoffbehälter gepackt. Dadurch könne man im Fall der Fälle viel verhindern, so ein Sprecher der Feuerwehr vor Ort. Zwei Wehrleute helfen unterdessen den beiden betroffenen Verwaltungsmitarbeiterinnen, sich zu dekontaminieren. Beide bleiben dann unter Betreuung von Rettungskräften, bis Klarheit herrscht, um was für eine Substanz es sich handelt. 

  • 11:41 Uhr

    Funde in Unna und Werne werden abgeglichen

    Auch in Werne läuft der Einsatz noch. Die Feuerwehrkräfte dort wie in Unna haben Fotos von den Funden gemacht, um die Substanzen miteinander abzugleichen und gegebenenfalls Zusammenhänge ziehen zu können. 

  • 11:38 Uhr

    Ähnlicher Vorfall im September 2017 am Jobcenter

    Im September 2017 hat sich in Unna schon einmal ein ähnlicher Vorfall ereignet: Damals war ein verdächtiges, weißes Pulver im Jobcenter aufgetaucht. Hier hatte die Analyse von Spezialeinsatzkräften der Feuerwehr schnell Entwarnung gegeben: es handelte sich um Kochsalz. Die Polizei konnte einen damals 36-jährigen Kunden des Jobcenters als Verdächtigen ermitteln. 

  • 11:30 Uhr

    Stadthaus Werne: Mitarbeiter dürfen ihre Büros nicht verlassen

    Inzwischen sind erste Details aus Werne bekannt. Auch dort ist das verdächtige, weiße Pulver in einem Briefumschlag entdeckt worden. Die Feuerwehr ist mit zahlreichen Kräften vor Ort, das Stadthaus ist komplett abgesperrt. Die Mitarbeiter dürfen ihre Büros derzeit nicht verlassen. 

  • 11:24 Uhr

    Zwei Einsatzorte im Kreis Unna

    Entgegen erster Meldungen beschränkt sich das Einsatzgeschehen offenbar doch auf zwei Einsatzorte im Kreis Unna: das Katharinen-Hospital in Unna und das Stadthaus in Werne. Von dort sind allerdings noch keine Details bekannt.

  • 11:21 Uhr

    Spezialkräfte aus Köln kommen nach Unna

    Die ursprünglich nach Unna beorderte Einheit der Analyse-Task-Force (ATF) aus Dortmund fährt zum Einsatzort nach Werne. Wie unsere Reporterin vor Ort am Katharinen-Hospital erfuhr, kommen nach Unna nun Spezialkräfte aus Köln.

  • 11:12 Uhr

    Erste Alarmierung am Rathaus in Werne

    Zu den weiteren Einsatzorten im Kreis Unna ist bislang wenig bekannt. Die Pressestelle der Polizei sagt mit Verweis auf die Federführung der Feuerwehr nichts. Der Sprecher der Feuerwehr am Einsatzort in Unna kann gegenwärtig nur bestätigen, dass es am Rathaus Werne eine ähnliche Einsatzlage gibt. Der Alarmierung dort erfolgt nach ersten Erkenntnissen etwas früher als in Unna.

  • 11:08 Uhr

    Krankenhausbetrieb läuft normal weiter

    Die Poststelle ist komplett abgeriegelt, ansonsten läuft der Betrieb im Katharinen-Hospital normal weiter. Rettungsfahrzeuge steuern das Krankenhaus derzeit über die Mozartstraße an. Bis auf die beiden Verwaltungsmitarbeiterinnen ist nach ersten Erkenntnissen niemand betroffen. 

  • 11:07 Uhr

    Zwei Verwaltungsmitarbeiterinnen betroffen

    Wie unsere Reporterin vor Ort erfuhr, ist der verdächtige Umschlag gegen 10 Uhr in der Poststelle des Krankenhauses aufgetaucht. Zwei Verwaltungsmitarbeiterinnen sind mit dem verdächtigen Pulver in Kontakt gekommen, zeigen bislang aber keinerlei Symptome. Sie werden vor Ort durch Rettungskräfte betreut. Der Bereich der Poststelle ist abgeriegelt und es wird bereits eine Dekontamination vorbereitet für den Fall, dass es sich bei dem verdächtigen Pulver um einen Gefahrenstoff handelt.

  • 11:05 Uhr

    Spezialeinheit aus Dortmund angefordert

    Die Feuerwehr hat die Analyse-Task-Force (ATF) aus Dortmund angefordert, die das Pulver analysieren wird. Die Feuerwehr geht derzeit davon aus, dass der Einsatz am Katharinen-Hospital noch mindestens zwei Stunden dauert. 

  • 10:53 Uhr

    Straßen rund ums Katharinen-Hospital abgesperrt

    Ortskundige sollten den Bereich rund ums Katharinen-Hospital in Unna derzeit meiden. Die Einsatzkräfte brauchen viel Platz, die Straßen in der Umgebung sind deshalb gesperrt.

  • 10:46 Uhr

    Polizei bestätigt: "An mehreren Stellen"

    Polizei und Feuerwehr sind mit einem Großaufgebot am Katharinen-Hospital in Unna. Dort ist im Verwaltungsgebäude in einem Umschlag ein verdächtiges, weißes Pulver entdeckt worden. Das Gebiet ist großräumig abgesperrt. Wie die Polizei bestätigt, gibt es "an mehreren Stellen im Kreis" eine solche Einsatzlage. Bekannt ist bislang, dass auch das Rathaus in Werne betroffen ist.

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