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Bürgerentscheid zur Eishalle Unna rückt immer näher

dzEissporthalle

Am Ende waren es genau doppelt so viele Unterschriften, wie sie gebraucht hätten: „Unna braucht Eis“ hat am Donnerstag die Unterschriften zum Eishallen-Bürgerbegehren an die Verwaltung überreicht.

Unna

, 07.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Andreas Pietsch konnte nicht umhin, es nochmal ganz deutlich zu sagen: „Wir haben die 200 Prozent erfüllt“, sagte der zweite Vorsitzende von „Unna braucht Eis“, nachdem er Bürgermeister Werner Kolter den Karton mit den Unterschriftenlisten überreicht hatte.

6014 Unterschriften sind es nach eigener Zählung des Vereins am Ende geworden. 6014 Unnaer Bürger wollen die Eissporthalle nicht einfach abschreiben, sondern die Politik dazu bewegen, ihre Abriss-Entscheidung aus dem Sommer 2018 nochmal zu überdenken. Rund 3000 Unterschriften würden ausreichen, damit das erforderliche Quorum erfüllt wäre, damit das Bürgerbegehren zum Eishallen-Erhalt zumindest von den reinen Zahlen her zulässig ist.

Rat entscheidet am 7. März über Zulässigkeit

Genau dies werden die Mitarbeiter des Bürgerservice jetzt überprüfen und dafür jeden Namen auf den Unterschriftenlisten mit dem Melderegister abgleichen, denn nur die Unterschriften von Unnaer Bürgern über 16 Jahren zählen für das Bürgerbegehren. „Wir haben schon mal gerechnet, dass wir für 3000 Unterschriften wohl zwei Wochen brauchen würden“, sagte Werner Kolter.

Im kurz darauf tagenden Hauptausschuss kündigte Kolter an, dass die Prüfung der 6000 Unterschriften definitiv nicht in zwei Wochen zu schaffen sei. Eine Entscheidung über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens werde daher auch nicht am regulären Termin der nächsten Ratssitzung am 21. Februar möglich sein. Die Ratssitzung wird daher auf den 7. März verschoben.

Bürgerentscheid zur Eishalle Unna rückt immer näher

Bürgermeister Werner Kolter nimmt die Kiste mit den Unterschriftenlisten von Andreas Pietsch und Wilhelm Ruck von „Unna braucht Eis“ entgegen (von links). © Marcel Drawe

Theoretisch hätte man der Stadt noch mehr Listen zum Prüfen vorlegen können, sagte der „Unna braucht Eis“-Vorsitzende Wilhelm Ruck: „Wir hätten auch 10.000 Stimmen bekommen können, wenn wir mehr Zeit für das Sammeln hätten aufwenden können. Aber wir gehen ja auch alle noch Berufen nach.“

Sein Vereinskollege Ingo Malak bat Kolter, zusammen mit den Unterschriftenlisten auch das Angebot des Vereins mitzunehmen, über den Verhandlungsweg zu einer Lösung zu kommen, die für Stadt und Verein vertretbar sei. „Auch diese Option besteht ja weiterhin, bevor es zu einem Bürgerentscheid kommt. Wir haben durchaus noch weitere Vorschläge zu unserem Konzept, die bisher nicht bekannt sind“, so Malak.

„Wenn man von Anfang an etwas gemacht hätte, sobald Schäden an der Halle waren, hätte man die Situation jetzt bestimmt nicht.“
MELINA KÖSTER, 16 JAHRE

Für Melina Köster ist mit dem Bürgerbegehren eine große Hoffnung verbunden: Die 16-jährige Schülerin möchte ihrem Hobby wieder nachgehen können. „Früher war ich jedes Wochenende von morgens bis abends in der Eishalle, das war einfach toll“, erzählt die Königsbornerin. Seitdem die Halle geschlossen wurde, war sie ein paar Mal in der Eishalle in Bergkamen, doch ein Ersatz für „ihre“ Halle ist sie nicht. „Die Eis-Disko ist längst nicht so cool wie in Unna“, findet Melina.

Außerdem sei die Fahrt nach Bergkamen einfach kompliziert: „An unserer Eishalle war ich zehn Minuten mit dem Fahrrad.“

FDP revidiert harte Aussagen zu Eishalle

Vergleich mit dem Freibad Bornekamp

  • Noch Anfang der Woche äußerte der FDP-Fraktionsvorsitzende Günter Schmidt Zweifel an dem Betreiberkonzept, das „Unna braucht Eis“ für den Weiterbetrieb der Eissporthalle den Parteien präsentiert hatte – jetzt spricht Schmidt davon, dass das Vorhaben des Vereins grundsätzlich eine Idee sei, „die wir ernst nehmen.“
  • Dies teilt die FDP-Fraktion in einer am Donnerstag verschickten Pressemitteilung mit. Darin nehmen die Liberalen auch Bezug zum Freibad Bornekamp. Dies sei schließlich nur durch eine Bürgerinitiative mit Unterstützung der Freien Demokraten vor der Schließung bewahrt worden. „Warum sollte das nicht noch einmal gelingen?“, fragen die Liberalen.
  • Voraussetzung für eine Unterstützung des Vorhabens von „Unna braucht Eis“ bleibe aber ein tragfähiges Finanzierungskonzept, „das den städtischen Haushalt nicht belastet“, betont Schmidt. Dieses fehle bisher noch.

Jahrelang feierte sie ihre Kindergeburtstage in der Unnaer Eishalle, verbrachte ihre Wochenenden mit ihren Freunden dort – jetzt, mehr als ein halbes Jahr nach Schließung der Halle, hat sich der Eishallen-Freundeskreis aufgelöst. „Wenn man von Anfang an etwas gemacht hätte, sobald Schäden an der Halle waren, hätte man die Situation jetzt bestimmt nicht“, ist die 16-Jährige überzeugt. Sie setzt jetzt ihre Hoffnung auf einen Bürgerentscheid. Anders als bei der Unterschriftensammlung des Bürgerbegehrens dürfte sie dann auch ihre Stimme abgeben: Am 6. Februar und damit einen Tag vor Abgabe der Unterschriften wurde sie 16. Wie sie in der Frage der Eishalle entscheiden wird, dürfte klar sein.

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