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Bombenverdacht in der Kamener Straße: Stadt Unna lässt nach Weltkriegs-Blindgängern suchen

dzSondierung

Die Stadt Unna lässt in der Kamener Straße in Höhe der Glückauf-Kaserne nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg suchen. Noch ist offen, ob tatsächlich eine Bombe entschärft werden muss.

Königsborn

, 25.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Vierundsiebzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stecken gerade im Ruhrgebiet noch immer lebensgefährliche Sprengkörper im Boden. Bomben, die in den Kriegsjahren abgeworfen wurden und nicht explodierten, können heute immer noch detonieren. Bevor im Zuge von Baumaßnahmen im Boden gegraben wird, muss deswegen immer möglichst ausgeschlossen werden, dass die Baggerschaufel auf eine alte Bombe trifft. Genau das wird jetzt an der Kamener Straße in Königsborn gemacht. Dort sind Erschließungsarbeiten für das interkommunale Gewerbegebiet Unna/Kamen geplant. Die Zufahrt zu dessen östlichem Abschnitt soll nördlich am Sportplatz vorbei von der Kamener Straße abzweigen.

Sucharbeiten seit Donnerstagmorgen

Am Donnerstagmorgen haben die Arbeiten in der Straße kurz vor der Stadtgrenze zu Kamen begonnen. Die Stadt Unna hatte im Vorfeld Sondierungsarbeiten angekündigt. Stadtsprecher Oliver Böer bestätigte nun: „Es werden Verdachtsflächen untersucht.“ Die Auswertung von Luftbildern der Alliierten hatte ergeben, dass an dieser Stelle die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass Blindgänger in der Tiefe liegen. Ob sich dieser Verdacht bestätigt, sei noch offen, sagte Böer am Donnerstagmittag.

Die Sondierung erfolgt mit einem festgelegten Verfahren: Die Luftbildauswertung hatte Koordinaten eines Punkts ergeben, wo eine Bombe eingeschlagen war. Man gehe immer davon aus, dass die Bombe, wenn sie nicht detonierte, ein paar Meter von diesem Punkt entfernt liegen geblieben ist, erläutert Anna Carla Springob, Sprecherin der Bezirksregierung, zuständig für die Kampfmittelbeseitigung. Das Umfeld dieses Verdachtspunkts wird untersucht. Zunächst ortet ein Metallsuchgerät an der Oberfläche potenzielle Sprengkörper, die in geringer Tiefe liegen. Dann wird an mehreren Stellen in die Tiefe gebohrt, allerdings nicht komplett hinab in die Tiefe, in der eine mögliche Bombe läge. In das Bohrloch wird dann ein Metallsuchgerät eingeführt für die Erkundung in mehreren Metern Tiefe. Schlägt der Metalldetektor an, muss gegraben werden.

Autofahrer verärgert über Verzögerungen

Die Sucharbeiten in der verkehrswichtigen Ortsdurchfahrt führten im Vorfeld schon zu Irritationen: Rund zwei Tage, bevor etwas unternommen wurde, war die Baustelle eingerichtet worden. Für Autofahrer ist sie eine erhebliche Behinderung: Die Kamener Straße ist halbseitig gesperrt, der Hallohweg nur in Fahrtrichtung Afferde befahrbar. An der Baustellenampel, die den Verkehr auf der Kamener Straße regelt, müssen die Fahrer einige Zeit warten. Erst am Donnerstagmorgen aber begannen die Sondierungsarbeiten. Deren Beginn habe sich „aus organisatorischen Gründen leider etwas verzögert“, erklärte Stadtsprecher Böer. Die beauftragte Fachfirma arbeite nun mit Hochdruck am Abschluss der Arbeiten.

Bombenverdacht in der Kamener Straße: Stadt Unna lässt nach Weltkriegs-Blindgängern suchen

Eine der umfangreicheren Bombenentschärfungen in jüngerer Vergangenheit in Unna war 2011: Diese Fliegerbombe wurde am Herderstadion unschädlich gemacht. © Archiv

Dauer der Untersuchung noch offen

Wie lang die Untersuchung andauert, hängt vom Ergebnis ab: Denkbar ist, dass in den kommenden Tagen kurzfristig Entwarnung gegeben wird. Nicht selten entpuppen sich Bombenverdachtspunkte als ungefährliche Schrottfunde. So wurden bei Grabungen auch schon Tanks oder Metallbadewannen zutage gefördert. Sollte hingegen wirklich ein Sprengkörper gefunden werden, stünde eine Entschärfung an. In dem Fall würde je nach Größe der Bombe das Umfeld in einem bestimmten Radius evakuiert.

Das Umfeld der Kamener Straße war während des Krieges massiv unter Beschuss genommen worden. An dieser Stelle stand das Heereszeugamt, ein für das Kriegsgeschehen wichtiges Waffenarsenal.

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