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Betrunkener wirft Freundin in Graben und greift Helfer an

Strafe für 22-Jährigen in Unna

Ein Mann, seine Tochter und deren Freund bemerken nachts auf der Straße in Unna einen Betrunkenen, der eine Frau angreift. Die Zeugen helfen dem Opfer, und das Mädchen wird durch den Aggressor sogar schwer verletzt. Ein Gerichtsverfahren endete jetzt mit einer Geldstrafe.

Unna

18.06.2018
Betrunkener wirft Freundin in Graben und greift Helfer an

Die Justiz musste sich mit einem jungen Mann beschäftigen, der seine Aggressionen nach einer Feier mit reichlich Alkohol nicht im Griff hatte. © picture alliance / dpa

Im Streit mit seiner Freundin wurde ein Unnaer (22) handgreiflich. Zeugen griffen beherzt ein – und wurden daraufhin selbst zu Opfern des alkoholisierten Angreifers. Der stand nun wegen Körperverletzung vor Gericht.

Das junge Paar war in den frühen Morgenstunden des 27. August zu Fuß auf dem Heimweg von einer Hochzeitsfeier. Dort hatte der Unnaer reichlich Alkohol getrunken. Und genau das sorgte für den Disput. Der Zorn des 22-Jährigen wurde übermächtig und er stieß seine Freundin in einen Straßengraben, in dem etwa ein Meter hohe Brennnesseln wuchsen. Sie zog sich Pusteln am ganzen Körper zu. Drei Personen in einem Auto – ein Vater mit Tochter und deren Freund – sahen das, zeigten Zivilcourage und wollten helfen. Sie wurden von Faustschlägen des Unnaers getroffen und insbesondere die Tochter wurde dabei schwer verletzt, erlitt einen Hornhautriss und muss bleibende Schäden befürchten – von seelischen Folgen ganz zu schweigen. Der wütende Mann verbrachte den Rest der Nacht bei der Polizei.

In der Verhandlung räumte er nun den Stoß in den Graben zwar ein, deklarierte ihn jedoch mehr oder weniger als Versehen und betonte, dass ihn seine Freundin zuvor provoziert und beleidigt habe. Bei den Zeugen sei er dann von dem Scheinwerferlicht geblendet worden, habe nur Stimmen gehört, die auf ihn zugekommen seien. „Ich fühlte mich bedroht. Da habe ich zugeschlagen.“ Sein Verteidiger stellte jedoch klar, dass der Vorwurf grundsätzlich eingeräumt werde. „Ihm ist schon bewusst, dass ihn seine Erinnerungen auch trügen könnten.“ Der Angeklagte nutzte indes die Gelegenheit, um sich bei den Zeugen zu entschuldigen: „Was in der Nacht passiert ist, tut mir wirklich sehr leid. Ich weiß wirklich nicht, was mit mir los war.“ Er habe sich vorher nie geprügelt, beteuerte er und brach in Tränen aus.

Tatsächlich wies das Strafregister des 22-Jährigen keine Eintragung auf. Dieser Umstand, das Geständnis und das Bedauern sprachen für ihn, drei Verletzte und die Folgen gegen ihn. Die Ereignisse der Nacht, die der Richter als katastrophal bezeichnete, bescherten dem Unnaer letztlich 1800 Euro Geldstrafe.

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