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28 Jahre alte Hainbuche in Unna mutwillig zerstört

Fälle von Baum-Vandalismus häufen sich

Nur gut einen Zentimeter tief sind die Schnitte, die einmal rund um den Stamm der Hainbuche laufen, doch sie könnten das Aus für den 28 Jahre alten Baum am Uelzener Weg bedeuten: Offenbar mutwillig wurde der Baum angesägt, um ihn loszuwerden. Und die Hainbuche ist kein Einzelfall im Stadtgebiet.

Unna

, 02.07.2018
28 Jahre alte Hainbuche in Unna mutwillig zerstört

Mehrere Schnitte wurden der Hainbuche im unteren Stammbereich zugefügt. Foto: Gemünd

Ralf Calovini ist sauer: „Wir sind so stolz darauf, dass in diesem Bereich die Straßenbäume so gut gedeihen und dann macht jemand so etwas.“ Mit „so etwas“ meint der Bereichsleiter für Unnas Grünflächen die feinen Schnitte, die im unteren Stammbereich einer Hainbuche am Uelzener Weg zu sehen sind. Zwei-, dreimal hat jemand offenbar die Säge angesetzt und den Stamm des Baumes gut einen Zentimeter eingeritzt.

„Der Baum wird dadurch nicht umstürzen, aber es kann gut sein, dass durch diese Schnitte die Versorgungsleitungen gekappt wurden und der Baum deswegen abstirbt“, sagt Calovini. Er vermutet, dass die Schnitte dem Baum bereits vor einigen Wochen zugefügt wurden. „Das sieht nach einer Art elektrischem Fuchsschwanz aus, mit dem dort gesägt wurde“, meint Calovini. Dass die Schnitte bisher nicht entdeckt wurden, mag daran liegen, dass sie knapp oberhalb des Gebüsches liegen, das rund um die Hainbuche gepflanzt ist – fast so, als sollte niemand sehen, dass dort eine Säge am Werk war.

28 Jahre alte Hainbuche in Unna mutwillig zerstört

Der Baum ist 28 Jahre alt und kerngesund – bis jetzt. Foto: Gemünd

Die Hainbuche am Uelzener Weg ist kein Einzelfall, wie Calovini auf Nachfrage sagt. „Die Fälle häufen sich. Mittlerweile kommt es mehrmals im Jahr vor, dass es derartige Eingriffe in Bäume gibt.“ Kronen würden gestutzt oder Stämme angesägt – all das, um einen Baum bewusst zu schädigen. „Das ist wie eine Art Selbstjustiz: Wenn ein Baum stört, wird einfach mal eben zur Säge gegriffen“, ärgert sich Calovini.

Dass diese Form der Baumschädigung auch enorme Kosten für die Allgemeinheit verursacht, scheinen die Täter nicht zu berücksichtigen. „Es ist ein großer Aufwand, wenn wir Bäume ersetzen müssen. Diese Hainbuche ist ein gutes Beispiel. Sie ist 28 Jahre alt. Sollte sie nun in Folge der Schnitte absterben, müssen wir sie entfernen und einen neuen Baum pflanzen. Bis so ein Baum dann wieder die Qualität des Vorgängers hat, braucht es viel Aufwand und Geld“, erklärt Calovini.

Die Hainbuche am Uelzener Weg wird in den nächsten Wochen nun durch die Stadtbetriebe beobachtet, um handeln zu können, falls sie tatsächlich absterben sollte. Und eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung ist bereits gestellt – gegen Unbekannt. „Leider hat in diesen Fällen meistens keiner irgendwas gesehen oder gehört“, macht sich Calovini keine großen Hoffnungen darauf, den mutwilligen Baum-Zerstörer ausfindig machen zu können.

Am 10. Juli entscheidet der Ausschuss für Umweltangelegenheiten über die Vorschläge der Baumschutzkommission zur Entfernung oder Regulierung stadteigener Bäume.