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70 Millionen Euro für den weiteren Umbau des Schalker Vereinsgeländes

Schalke 04

Auf dem Schalker Vereinsgelände geht es weiter voran. Hinter dem Projekt „Berger Feld II“ steckt eine Substanz, die den Verein für die nächsten 20 Jahre auf ein neues Niveau heben soll.

Gelsenkirchen

, 09.07.2018
70 Millionen Euro für den weiteren Umbau des Schalker Vereinsgeländes

© Hans Blossey

Bernhard Lukas blickt fast schon geblendet vom Blitzlicht-Gewitter der Pressefotografen in die Runde und berichtet aus dem Alltag eines Bankers: „Normalerweise läuft so etwas anders...“

Peters: „Ein Meilenstein“

Weil der FC Schalke 04 aber gar nicht erst den Anspruch hat, ein „ganz normaler“ Verein zu sein, sitzt der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Gelsenkirchen da oben auf dem Podium im Medienraum der Veltins-Arena und unterzeichnet als Vertreter des Konsortialführers einen Kreditvertrag mit dem FC Schalke 04 in Höhe von 56 Millionen Euro. Die Königsblauen gehen mit diesem Akt, der – und darauf wollte Lukas hinaus – auch in vergleichbaren Größenordnungen ja eher hinter verschlossenen Türen vollzogen würde – in die Offensive. „Denn für die Entwicklung des FC Schalke 04“, so Finanzvorstand Peter Peters und Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, „ist das ein weiterer Meilenstein, vergleichbar mit dem Arena-Bau.“



Große Worte rund ums große Geld. Die von mehreren Banken, darunter in seltener Kooperation die Sparkasse Gelsenkirchen und die Volksbank Ruhr Mitte, geliehenen und über einen Zeitraum von 15 Jahren zurückzuzahlenden 56 Millionen Euro sind der Hauptbestandteil des 70-Millionen-Euro-Paketes, das Schalke für den weiteren Ausbau des Vereinsgeländes veranschlagt hat. Insgesamt 95 Millionen Euro kostet das Bau-Projekt „Berger Feld“, für dessen zweiten Teil nun mit dem am Montag unterzeichneten Kredit und einer Landesbürgschaft auch die Finanzierung steht.

Das passiert in Bauabschnitt zwei

„Berger Feld II“ umfasst auf dem insgesamt 200.000 Quadratmeter großen Areal das „Schalker Tor“ mit einem 19,04 m breiten Erlebnis-Boulevard als zentraler Anlaufstation, insgesamt zehn neue Trainingsplätze, ein Nachwuchs-Leistungszentrum, eine 200 m (!) lange Geschäftsstelle und die Fertigstellung eines ca. 5.000 Besucher fassenden Stadions auf dem Gelände des alten Parkstadions, in dem vielleicht schon ab kommender Saison die U-Mannschaften der Königsblauen kicken, die bislang quasi „heimatlos“ durch diverse Ruhrgebiets-Stadien tingelten, um dort ihre Spiele austragen zu können. Bald spielt sich auf Schalke alles auf einem Gelände ab. Architekt Ansgar Schulz: „Das gibt es in dieser Form bei keinem anderen Verein in Europa.“

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Geplant bis 2021 werden die Bagger auf Schalke noch für eine bessere Zukunft buddeln und rollen. „Dieser Schritt ist für die Entwicklungsstufe unseres Vereins für die nächsten 15 bis 20 Jahre unheimlich wichtig“, glaubt Clemens Tönnies, der natürlich weiß, dass es auch Stimmen geben wird, die die ganzen Schalker Bau-Pläne, entworfen vom Leipziger Architektur-Büro Schulz und Schulz, für zu ambitioniert halten. Diese Stimmen gab es allerdings auch schon beim Wechsel vom Parkstadion in die Arena – und langfristig hat Schalke mit dem Bau der Arena, die 2019 abbezahlt sein wird, richtig gelegen. „Im Parkstadion“, so Tönnies, „hätten wir den FC Schalke 04 nicht weiterentwickeln können.“

Keine externen Einflüsse bei der Finanzierung

Von dieser Entwicklung profitiert auch die Stadt Gelsenkirchen: Mit ca. 670 Mitarbeitern gehört der FC Schalke 04 schon jetzt zu den größten Arbeitgebern der Stadt. Also lobt Oberbürgermeister Frank Baranowski neben der guten Zusammenarbeit mit Schalke auch den Ehrgeiz der Königsblauen, auf eine Kreditfinanzierung statt auf vielleicht dubioses „fremdes Geld“ zu setzen: „Es gibt keine externen Einflüsse: Das ist ja gerade in Zeiten von Investoren oder der Diskussion um die 50plus1-Regel ein hohes Gut.“

Bis alle Bankenvertreter und Peter Peters den 56-Millionen-Euro-Vertrag endlich unterschrieben haben, ist eine Viertelstunde vergangen. Bernhard Lukas hatte recht: Beim „normalen“ Häuslebauer geht‘s etwas schneller...

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