Zwölf Adler bei Tournee-Start dabei - Geiger: „Angreifen!“

Die ganz große Show liefern die deutschen Skispringer in der Quali nicht. Dafür überzeugen die Athleten von Trainer Werner Schuster als Mannschaft. Schon bei der Ouvertüre zum Wettkampf am Sonntag feiern 15 500 Fans im Allgäu eine große Skisprung-Party.

29.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Mit einer starken Team-Leistung, aber ohne den großen Überflieger haben sich die deutschen Top-Skispringer für den Auftakt der Vierschanzentournee qualifiziert.

Vor 15 500 Zuschauern, die schon bei der Ouvertüre des Skisprung-Spektakels eine große Party feierten, sprangen Olympiasieger Andreas Wellinger, Richard Freitag und Lokalmatador Karl Geiger am Samstag ohne Probleme unter die besten 50. Als stärkster DSV-Adler landete David Siegel mit 138 Metern auf dem siebten Platz. „Wir haben mannschaftlich eine Top-Leistung abgeliefert“, sagte Bundestrainer Werner Schuster im ZDF. Zwölf von 13 gestarteten DSV-Adlern sind bei den K.o.-Duellen am Sonntag dabei.

Dass es nicht zu einer Platzierung ganz vorne reichte, störte den 49-jährigen Schuster nicht. Gerade Wellinger, Stephan Leyhe und Geiger hatten am Ende der Quali mit wechselnden und nicht gerade einfachen Bedingungen an der Schattenbergschanze zu kämpfen. Den Sieg und damit 5000 Euro Preisgeld sicherte sich der Österreicher Stefan Kraft mit 138,5 Metern. Knapp dahinter wurde der bisherige Superstar des Winters Ryoyu Kobayashi Zweiter. Der Japaner ist beim Auftakt der Topfavorit und gilt auch als erster Anwärter auf den Gesamtsieg.

Den deutschen Fans machte zuletzt vor allem Geiger Hoffnung, der bei der Tournee-Generalprobe vor zwei Wochen in Engelberg seinen ersten Weltcupsieg feierte. Mit einem Sprung auf 124 Meter belegte er Rang 23. „Der Sprung war nicht optimal, aber ich bin soweit zufrieden“, sagte der 25-Jährige. „Morgen zählt's.“ Als Devise gab er aus: „Zwei coole Sprünge, cooler Wettkampf, angreifen!“

Für einen Angriff auf die ganz vorderen Platzierungen reichte es auch bei Pyeongchang-Olympiasieger Wellinger zuletzt nicht. Der Ruhpoldinger sieht nach seinem zehnten Rang aber einen Aufwärtstrend. „Es fehlt nicht viel, aber der Schritt ist trotzdem zu gehen“, sagte er. Ähnliches gilt auch für Freitag, der zwei Plätze hinter Wellinger der drittbeste Deutsche war.

Noch weiter weg von der Spitze ist Severin Freund. Der Mannschafts-Olympiasieger von Sotschi war nach seinem Sprung auf 131 Meter und Rang 24 dennoch erleichtert. Freund, der wegen zweier Kreuzbandrisse lange gefehlt hatte, war bei der Tournee-Generalprobe vor zwei Wochen in Engelberg nur auf die Plätze 47 und 50 gekommen. Der 30-Jährige sprach von einem „deutlichen Schritt in die richtige Richtung“.

Freund freute sich nicht nur über seinen eigenen Sprung, sondern wie sein Trainer auch über die „sehr, sehr starke“ Team-Leistung. Constantin Schmid, sowie Pius Paschke, Felix Hoffmann, Markus Eisenbichler, Martin Hamann und Moritz Baer qualifizierten sich ebenfalls für den Wettkampf am Sonntag (16.30 Uhr, ZDF und Eurosport). Wie schnell es schon in der Quali gehen kann, zeigte der Slowene Domen Prevc: Der Elfte des Gesamtweltcups schaffte es als 51. nicht in den Wettkampf.

Der 19 Jahre alte Schmid genoss die Atmosphäre im Stadion nach seinem Sprung auf 134,5 Meter sichtlich und sagte: „Es ist Wahnsinn, wie viele Leute schon zur Quali kommen.“ Am Sonntag darf sich der 19-Jährige auf noch mehr Lärm an der Schanze freuen. Schuster blickt positiv Richtung Auftakt: „Die Jungs haben die Nervosität abgelegt und einen klaren Plan. Von daher kann es los gehen morgen.“

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