Mit Spannung in die Winterpause: Fünf Fakten zur Hinrunde

RB Leipzig ist Herbstmeister, die Bayern werden wohl mit Hansi Flick weitermachen. Bremen, Düsseldorf und Paderborn zittern im Tabellenkeller. Für die Fans heißt es im Winter: Die Rückrunde wird spannend - oben wie unten.

22.12.2019, 05:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Durchatmen! Nach den beiden Sonntagsspielen macht die Fußball-Bundesliga Winterpause.

Bis zum 17. Januar, wenn der FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach die Rückrunde eröffnen, können die 18 Clubs ihre ersten 17 Spiele der Saison analysieren und verarbeiten. Die Hinrunde brachte vor allem eine Erkenntnis: Sowohl an der Spitze als auch im Tabellenkeller dürfen die Fans auf Spannung hoffen.

DIE MEISTERSCHAFT: Erstmals seit 2009 heißt der Herbstmeister nicht FC Bayern München oder Borussia Dortmund - sondern RB Leipzig, und das durchaus verdient. Unter dem neuen Trainer Julian Nagelsmann spielten die Sachsen mehrfach titelreif. Als Zweiter der Tabelle lauert Borussia Mönchengladbach, erst dahinter kommen die Bayern und der BVB, der allerdings wie der punktgleiche FC Schalke 04 bereits sieben Zähler Rückstand auf Leipzig aufweist. Dass bis zum Ende ein Quintett um die Meisterschaft spielt, wäre zwar wunderbar spannend - so weit wird es aber wohl nicht kommen. Ein Gradmesser könnte das Spitzenspiel am 9. Februar werden: Am 21. Spieltag empfangen die Bayern die Leipziger im eigenen Stadion. Das Hinspiel im September endete 1:1.

DER REKORDMEISTER: Wie stark kommen die Bayern aus der Winterpause? Die Antwort dürfte die Meisterschaft maßgeblich beeinflussen - und auch, wie es in der Trainerfrage beim Rekordmeister weitergeht. Am Samstagabend deutete alles darauf hin, dass Interimscoach Hansi Flick bis zum Sommer weitermachen wird. Und dann? Bewährt sich der einstige Assistent von Bundestrainer Joachim Löw in den kommenden Monaten in der Liga, im Pokal und in der Champions League (Achtelfinalgegner FC Chelsea), wäre wohl auch eine darüber hinausgehende Festanstellung des 54-Jährigen möglich. Außerdem dürfte sich in den kommenden Wochen entscheiden, ob der noch verletzte Nationalspieler Leroy Sané nach der Sommer-Posse doch noch zum Rekordmeister wechselt. Vielleicht kommt der Flügelstürmer von Manchester City ja schon im Winter.

DER ABSTIEGSKAMPF: Der taumelnde SV Werder Bremen, Fortuna Düsseldorf und Aufsteiger SC Paderborn werden sicher auf den drei unteren Plätzen überwintern. Die genaue Reihenfolge entscheidet sich am Sonntag, wenn die Fortuna am Nachmittag (15.30 Uhr/Sky) den starken Aufsteiger Union Berlin empfängt, und Schlusslicht Paderborn am Abend (18.00 Uhr/Sky) gegen Eintracht Frankfurt spielt. Noch belegt Bremen den Relegationsplatz 16. „Das war eine wirklich schlechte Hinrunde. Was ich aber sagen kann: Wir werden kämpfen und nicht absteigen“, sagte Trainer Florian Kohfeldt nach Werders 0:1 am Samstag beim erstarkten 1. FC Köln. Der 37-Jährige hatte in den vergangenen Wochen immer wieder nachdrücklich und glaubwürdig das Vertrauen ausgesprochen bekommen - genau wie seine Trainerkollegen Steffen Baumgart (Paderborn) und Friedhelm Funkel (Fortuna Düsseldorf).

DIE TRAINER: Die Bayern, der 1. FC Köln, der FSV Mainz 05 und Hertha BSC haben sich (in dieser Reihenfolge) in der Hinrunde von ihren Trainern getrennt - und damit mit Blick auf die Ergebnisse richtig gehandelt. Die Münchner wollen mit dem Interimsnachfolger von Niko Kovac vorerst weitermachen. Köln (Markus Gisdol für Achim Beierlorzer), Mainz (Beierlorzer für Sandro Schwarz) und Hertha (Jürgen Klinsmann für Ante Covic) zeigten in den vergangenen Spielen einen deutlichen Aufschwung.

DAS ÄRGERNIS: Die Gegner des Videobeweises dürften sich am Samstag wieder einmal bestätigt gefühlt haben. In den Stadien strapazierten mehrere Szenen die Geduld der Zuschauer, Spieler und Trainer - wie schon oft in dieser Saison. Dass Tore nach erst am Bildschirm entlarvten Regelverstößen nicht anerkannt werden, mag den Fußball fairer und gerechter machen - emotionaler wird er aber sicher nicht. Auf den Deutschen Fußball-Bund und die Deutsche Fußball Liga wartet viel Arbeit, um das Akzeptanzproblem aus der Welt zu schaffen.

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