NRW will 100 Millionen Euro für Wiederaufforstung verwenden

Dürre, Stürme, Borkenkäfer: Dem Wald geht es schlecht. Die Landesregierung hat sich davon jetzt auch im Rothaargebirge ein Bild machen können. Bei einer Kabinettsklausur in Schmallenberg beschlossen die Politiker ein üppiges Hilfspaket.

24.09.2019, 01:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
NRW will 100 Millionen Euro für Wiederaufforstung verwenden

Fichten und eine Buche stehen im Nebel. Foto: Patrick Seeger/Archivbild

Zur Wiederaufforstung der kaputten Wälder in Nordrhein-Westfalen hat die Landesregierung für die kommenden zehn Jahre 100 Millionen Euro zugesichert. Mit dem Geld soll ein vielfältiger und klimastabiler Wald aufgebaut werden. „Die Lage unserer Wälder ist kritisch - mit massiven Folgen für die Forstwirtschaft und das Klima“, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag laut Mitteilung in Schmallenberg. Dort hatte sich das Kabinett bei einer auswärtigen Klausurtagung vor dem nationalen Waldgipfel mit der Zukunft des Waldes in NRW befasst.

Langanhaltende Trockenheit, zerstörerische Stürme und in der Folge eine Borkenkäferplage historischen Ausmaßes setzen auch den Bäumen in Nordrhein-Westfalen derzeit zu: 20 000 Hektar Fichtenwald mit rund elf Millionen Bäumen seien betroffen. Hinzu kommen etwa 300 000 Kubikmeter Buchenschadholz.

Die 100 Millionen Euro zur Wiederaufforstung dieser Flächen sollen jährlich flexibel und am Bedarf orientiert zur Verfügung gestellt werden. Dabei will die Politik nicht länger reine Fichten-Monokulturen unterstützen, die als anfälliger gelten: „Angepasst an die jeweiligen Standorte sollen klimaresiliente Mischwälder entstehen. Die richtige Mischung macht es. Und diese fordern und fördern wir“, sagte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU).

Neben dem Aufforstungsprogramm seien die Ad-hoc-Hilfsgelder für akute Schäden durch die Borkenkäferplage um drei Millionen auf 9,2 Millionen aufgestockt worden. Damit unterstützt die Landesregierung unter anderem die Aufarbeitung von befallenem Holz, den Abtransport in Lagerstätten und die Überwachung der Borkenkäferpopulation. Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) kündigte in diesem Zusammenhang an, das Bauen mit Holz stärker zu fördern und zu erleichtern. Dem Werkstoff komme als nachwachsender Rohstoff eine große ökologische und klimapolitische Bedeutung zu.

Am Morgen hatten sich die Ministerinnen und der Landeschef mit Waldeigentümern, Forstleuten und Naturschützern getroffen. Im Anschluss betonten sie einhellig die zentrale Bedeutung des Waldes für den Klimaschutz: Der Wald sei wichtiger CO2-Speicher, Hort nachwachsender Rohstoffe und Lebensraum für Pflanzen und Tiere. „Diese vielfältigen Funktionen müssen wir für die Zukunft und für uns alle sichern. Dafür braucht der Wald nun Unterstützung auf allen Ebenen“, sagte Heinen-Esser. Um die Leistungen der Waldbauern in diesem Bereich besser zu honorieren, müssten auch die Bundesmittel für den Schadensbewältigung ausgeweitet werden, forderte sie.

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