Zu wenig Regen: Wasserstände in Flüssen sinken

Auch Gewässerexperten treibt die Trockenheit die Sorgenfalten auf die Stirn: Die Pegelstände sinken. Und ist nicht mehr genügend Sauerstoff im Wasser, sterben die Fische.

07.07.2019, 10:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Trockenheit der vergangenen Wochen macht den Bächen und kleineren Flüssen in Nordrhein-Westfalen immer mehr zu schaffen. Wegen der sinkenden Wasserstände erhöhe sich die Temperatur in den Gewässern, sagt Experte Roland Funke vom Landesumweltamt (Lanuv). „Es kommt dann auch zu verstärktem Pflanzenwachstum. Dies kann dazu führen, dass der Sauerstoffgehalt sinkt. Das wiederum mögen die Fische und andere Lebewesen gar nicht.“ Im schlimmsten Fall komme es zu einem Fischsterben, wie es mancherorts bereits im vergangenen Jahr der Fall war. Funke leitet den Fachbereich Hydrologie (Wasserhaushalt) und die Wassermengen-Messnetzzentrale im Lanuv.

Mehrere Flüsse führen derzeit Niedrigwasser. Wie aus einer Übersichtskarte des Lanuv hervorgeht, liegen etwa die Wasserstände der Sieg in Siegen oder der Rur zwischen Düren und Jülich deutlich unterhalb der durchschnittlichen Wasserstände. Nur noch von wenigen Pegeln wird kein Niedrigwasser wird angezeigt, etwa an der Werre im Kreis Lippe oder an der von Stauseen unterstützten Ruhr im Sauerland.

Auch die Grundwasserstände sind gesunken. Derzeit liegen mehr als 80 Prozent der Messwerte unterhalb der langjährigen Juni-Mittelwerte. „Knapp 25 Prozent der Messstellen zeigen deutlich niedrigere Messwerte, gut 20 Prozent sogar sehr niedrige Wasserstände“, sagt Funke. Bei zwei Prozent wurde der tiefste jemals gemessene Juni-Grundwasserstand festgestellt. Bei rund 2400 Messstellen sind das knapp 50 Messstellen.

„Im Vergleich zum Vorjahr sind die Grundwasserstände auf einem ähnlichen Niveau“, sagt Funke. Der Experte geht davon aus, dass wegen der hohen Temperaturen und des hohen Wasserbedarfs die Grundwasserstände bis mindestens in den Spätsommer hinein weiterhin fallen werden.

Die Trinkwasserversorgung sieht Funke generell nicht in Gefahr. „Die Trinkwasserbrunnen sind für gewöhnlich in recht großer Tiefe. Die können ein mehrjähriges Absinken der Grundwasserstände verkraften.“ Das Umweltministerium hatte Ende Juni betont, dass die Trinkwasserversorgung in Nordrhein-Westfalen auch an heißen Tagen gesichert sei. Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) hatte gleichzeitig dazu aufgerufen, Wasser nicht zu verschwenden.

Der Deutsche Wetterdienst rechnet nach Angaben einer Meteorologin auch für die neue Woche nicht mit größeren Niederschlagsmengen in Nordrhein-Westfalen. Bereits im Juni hatte es deutlich weniger geregnet als im langjährigen Mittel. Gemessen wurden im Schnitt rund 45 Liter pro Quadratmeter und damit nur gut die Hälfte der üblichen Regenmenge (84 Liter). Besonders trocken war es laut DWD an der Messstation Lügde (Kreis Lippe), wo seit dem 1. Juni nur rund 25 Liter Regen fielen. Trocken war es auch in Lippstadt (29 Liter) und Reichshof-Eckenhagen (30).

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