Zigarettenkippen auf dem Boden: Wäre ein Pfandsystem eine Lösung gegen die Verschmutzung?

Verschmutzung durch Kippen

Fertig geraucht - und dann? Viele Raucher schmeißen ihre aufgerauchten Kippen achtlos auf den Boden, anstatt die Aschenbecher und Mülleimer zu nutzen. Das hat Konsequenzen. Theoretisch.

Lünen

von Antonia Gutzmann

, 13.09.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zigarettenkippen auf dem Boden: Wäre ein Pfandsystem eine Lösung gegen die Verschmutzung?

Ein alltägliches Bild: Die aufgerauchte Kippe wird schnell auf den Boden geschnippt. © Marc Fröhling

Wer bei einem Spaziergang in der Innenstadt mal auf den Boden schaut weiß: Einige Raucher halten nichts von Aschenbechern. Viele Nicht-Raucher fühlen sich nicht nur durch den Rauch, sondern auch durch die auf den Boden geschnippte Zigarettenkippen gestört.

So auch Christa Mischke, die regelmäßig in Lünen unterwegs ist und weiß: ,,An bestimmten Stellen ist das ein echtes Problem. Teilweise liegen die Stummel sogar direkt neben Aschenbechern auf dem Boden.“

,,Wir verseuchen unser eigenes Grundwasser“

Die Schadstoffe im Zigarettenstummel gelangten beispielsweise bei Regen in den Boden und somit auch ins Grundwasser. Christa Mischke sieht vor allem die Verschmutzung der Innenstadt auch als ,,Imageschaden für die betroffenen Kommunen“.

Als problematisch sieht sie vor allem das in ihren Augen zu geringe Bußgeld und die Tatsache, dass ,,Täter“, um bestraft werden zu können, mindestens von zwei Zeugen bei der Tat gesehen werden müssten. ,,Ein Ordnungsbeamter kann im Alleingang ein solches vergehen also gar nicht ahnden“, erklärt sie.

Um dem Problem entgegen zu wirken, empfindet sie ein Pfandsystem als sinnvoll. Bürger der Stadt könnten dann auf eigene Faust Zigarettenstummel aufsammeln und von der Stadt eine Art Pfand dafür erhalten. ,,Da würde ich genug finden, um meinen Wochenendeinkauf zu finanzieren“, scherzt Christa Mischke.

Was unternimmt die Stadt?

Nach dem Vorbild es Umweltkataloges NRW kostet das das Wegwerfen kleiner Gegenstände, also auch von aufgerauchten Kippen, in Lünen derzeit zehn Euro. Laut Stadtsprecher Benedikt Spangardt sollen die rund 700 städtischen Mülleimer in nächster Zeit alle mit einem Aschenbecher ausgestattet werden: „Bis jetzt haben nur die neueren Modelle einen integrierten Aschenbecher.“

Der Vorschlag des Umweltministeriums NRW, für auf den Boden geworfenen Alltagsmüll, also auch für das Wegschnippen von Kippen, ein Bußgeld von 100 Euro zu verlangen, wird auch in Lünen in Erwägung gezogen. „Wir befinden uns bei der Frage, ob wir das Bußgeld erhöhen, derzeit noch in der Prüfungsphase.“

Die Stadt hat bisher keine Pfandaktion geplant. Überhaupt: „Ein großes Problem speziell mit Zigarettenkippen haben wir in Lünen eher nicht“, so Spangardt.

Die Reinigung der Gehwege und Straßen übernehmen Mitarbeitern der Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL). Und die beobachten eher das Gegenteil von dem, was Christa Mischke so aufregt: Immer weniger Menschen würden rauchen und somit sich die Verschmutzung eher reduzieren als verstärken, wie der Stadtsprecher mitteilt.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Meistgelesen