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Was für die Profis schon seit einigen Jahren gilt, kommt bald auch auf die Amateure zu: Die verbindliche Einführung des Plastikballes in sämtlichen Tischtennis-Ligen ist beschlossene Sache. Von der Kreisebene bis hin zur NRW-Liga bleibt es den Vereinen zunächst noch bis zum 30. Juni 2019 überlassen, sich zwischen zwei Materialien für das Spielgerät zu entscheiden - Plastik oder Zelluloid.

von Horst Reinecke

Kreis Unna

, 01.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Erst ab dem 1. Juli 2019 sind die Zelluloidbälle, die über eine 100-jährige Tradition im Tischtennis aufweisen, dann im gesamten Spielbetrieb passé. Dagegen ist von der 1. Bundesliga bis hinunter zur Oberliga bereits ab der neuen Spielzeit der Plastikball Pflicht. Dieser Kompromiss wurde vom Bundestag des Deutschen Tischtennisbundes (DTTB) deshalb getroffen, um den Vereinen, die sich erst kürzlich noch mit Zelluloidbällen bevorratet haben, entgegenzukommen.

Heimische Klubs stellen um

In der abgelaufenen Spielzeit spielten die überregional agierenden Spitzenteams des heimischen Kreises noch mit dem Zelluloidball. Der GSV Fröndenberg, der vertraglich an eine Firma gebunden ist, hat sich aber schon Gedanken gemacht, wie es in der anstehenden Saison laufen soll. „Theoretisch könnten wir auch noch die nächste Saison mit dem Zelluloidball spielen. Aber da der Plastikball ab 2019 auch für uns verbindlich wird, wollen wir schon ab der nächsten Saison für sämtliche Mannschaften unseres Vereines den Plastikball im Spielbetrieb einsetzen“, berichtet GSV-Spieler Jan Unkhoff.

Auch die TTF Bönen nutzten im Spielbetrieb zuletzt noch den Zelluloidball. „Wir haben uns in der vergangenen Saison noch ausreichend mit Zelluloidbällen bevorratet. Da wir aber wissen, dass die meisten Vereine höchstwahrscheinlich ab der nächsten Saison schon mit dem Plastikball spielen werden, tendieren auch wir dazu, bereits jetzt für alle Mannschaften unseres Vereines den Plastikball einzusetzen“, so Bönen-Coach Walter Darenberg.

Der NRW-Ligist Germania Kamen hat seine Entscheidung hinsichtlich des Plastikballes für die nächste Saison zwar noch nicht verbindlich entschieden, doch die Tendenz geht ebenfalls in Richtung Plastikball. „Viele Teams spielen ab sofort mit dem Plastikball. Wir werden die Umstellung wahrscheinlich auch schon diese Saison vornehmen“, sagt Kamens Kapitän Niklas Ostrowski.

Im internationalen und nationalen Spitzenbereich ist der Plastikball schon seit über drei Jahren im Einsatz. Dass den Zelluloidkugeln nun endgültig der Garaus gemacht wird, hatte mit den Sicherheitsbedenken des Weltverbandes zu tun: Zelluloid wird als gesundheitsschädlich eingestuft und ist leicht entflammbar. Daher wurden Kartons mit Zelluloidbällen auch immer als Gefahrgut gekennzeichnet.

Grundsätzlich darf man nicht verhehlen, dass der neue Plastikball für die Spieler eine gravierende Umstellung darstellt - und das nicht nur bezogen auf das Material. Die Plastikbälle (40 Millimeter Durchmesser) haben im oberen Toleranzbereich einen größeren Durchmesser, wodurch mehr Windwiderstand entsteht. Die Oberfläche ist zudem weniger „spinfreundlich“ und die unterschiedlichen Fertigungsverfahren der Spielgeräte führen zu unterschiedlichem Absprungverhalten.

Anpassung der Technik

Zwar wurde die Qualität der neuen Bälle zuletzt stetig verbessert, doch bedeutet diese Materialumstellung auch eine Anpassung der Technik. Für einen Topspin brauchen die Sportler jetzt noch mehr Armzug und durch den höheren Kraftaufwand steigt auch das Risiko einer muskulären Verletzung. Der Plastikball falle teilweise „wie ein Stein“ herunter oder habe deutlich weniger Spin, sind häufige Aussagen der Spieler/innen.

Es wird in naher Zukunft interessant sein, zu beobachten, ob gerade ältere Spieler eine weitere Materialänderung zu ihren Ungunsten hinnehmen werden. Der Tenor vieler Spieler: „Mit der endgültigen Einführung der „Cellfree-Bälle“ höre ich auf zu spielen, so sehr ich meinen Sport auch liebe.“ Jetzt gilt es zunächst einmal abzuwarten, wohin die Entwicklung geht, wenn auch die untersten Teams spätestens ab der Saison 2019/20 mit dem Plastikball spielen.

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